Bereitet die EU ein Verbot natürlichen Industriehanfs vor?

Cannabis
12.10.2020

 
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet scheint die Bürokratie in Brüssel sämtliche natürlichen Cannabinoid-Produkte abwürgen zu wollen.
Natürliches Hanföl – gar in Bio-Qualität – ist pfui, die gleiche, synthetisch hergestellte Substanz für die EU aber in Ordnung? Das verstehe, wer will ...
Natürliches Hanföl – gar in Bio-Qualität – ist pfui, die gleiche, synthetisch hergestellte Substanz für die EU aber in Ordnung? Das verstehe, wer will ...

Industriehanf stand eigentlich nie zur Diskussion: Er war aufgrund seines niedrigen THC-Gehalts vom UN-Einheitsabkommen 1961 (welches die Einstufung als Suchtmittel regelt) ausgenommen, wurde in den 70er Jahren als Kulturpflanze vom EWG-Rat anerkannt, und noch 1997 bestätigte die Kommission, dass Lebensmittel aus jeglichen Teilen der Hanfpflanze nicht „neuartig“ seien. Wie auch: Hanf wird seit Jahrtausenden in vielfacher Form – eben auch als natürlicher Hanfextrakt – verwendet und konsumiert.
2019 wurden einige Pflanzenbestandteile und aus ihnen hergestellte Lebensmittel plötzlich als „neuartig“ eingestuft, und ganz neu sollen nun Bestandteile des immer noch gleichen Industriehanfs auf einmal als Suchtstoff gelten. 

Alarmstufe rot

Beim Dachverband EIHA, der European Industrial Hemp Association, läuten ­naturgemäß sämtliche Alarmglocken: Die Exekutive der Europäischen Union stoppte alle sogenannten „Novel Food Anträge“ für Hanfextrakte und natürliche Cannabinoide gemäß der Verordnung für neuartige Lebensmittel. Als Begründung kamen die Dienste der Europäischen Kommission zur vorläufigen Schlussfolgerung, dass Extrakte aus industriellen Sorten von Cannabis sativa L., und somit auch CBD, im EU-Recht als „Suchtstoffe“ einzustufen sind.

Synthetik bevorzugt

Gleichzeitig wurden aber Anträge für künstliche Cannabinoide im Rahmen der Verordnung über neuartige Lebensmittel (EU) 2015/2283 akzeptiert. „Künstliche Extrakte zuzulassen, natürliche jedoch nicht, entbehrt aus wissenschaftlicher und ökologischer Sicht jeglicher Logik“, kritisiert EIHA-Präsident Daniel Kruse.

Politik an den Menschen vorbei?

Die Plattform führender CBD-Produzenten sammelt deshalb unter #CBDbleibt Unterschriften gegen ein etwaiges Verbot von CBD-Produkten. Innerhalb von nur zwei Wochen konnte die Initiative bereits mehr als 10.000 Unterstützer gewinnen.

Auswirkungen auf Rauchhanf?

Auf Produkte, welche direkt Pflanzenbestandteile des Hanfs sind, wie bspw. Blüten, hätte ein Naturextrakt-Verbot der EU eigentlich keinen Einfluss. Allerdings bezieht sich die EU in ihrem Preliminary Statement zu Hanf auf alle Pflanzenbestandteile. Bleibt nur die Frage: Fällt Rauchhanf auch unter "novel food"? 

Informationen zur Kampagne finden Sie unter www.cbdbleibt.at

Den vollständigen Artikel können Sie ab 16. Oktober in der druckfrischen Trafikantenzeitung nachlesen.