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5 Jahre Infoclick zu mehr Erfolg

04.07.2008

E inen "Infoclick zu mehr Erfolg" verspricht die "www.trafikant.info"-Internetseite vulgo "Trafikantenforum", das heuer sein fünfjähriges Bestehen feiert. Den Nährboden, auf dem es von einer Mitgliederzahl von 122 Anmeldungen Ende 2003 auf heute 570 wuchs und gedieh, bereiteten der Ärger über das hoheitlich erzwungene abrupte Ende einer solchen vom Wiener Landesgremium betriebenen Einrichtung, das Wissen um das geweckte Bedürfnis einer elektronischen Kommunikation vieler Trafikanten untereinander und eine fünfzehnjährige profunde PC-Erfahrung vor, die Walter Steinbauer, 44 Jahre jung, vor nunmehr bereits fünf Jahren zur Ideewiederbelebung nutzte. Und zwar mit dem Erfolg, daß sich die User zahl innerhalb eines halben Dezenniums fast verfünffachte.
"Unsere Benutzer haben 33.504 Beiträge geschrieben der Rekord liegt bei 167 Benutzern am 1. Jänner 2008" (Stand: 21. Mai 2008 mittags)", ist auf der Web-Site nachzulesen, von der aus sich der registrierte Trafikant zu den einzelnen Foren von A (wie aktuelle Information) bis Z (wie Zigarettenschmuggel) weiterklicken kann selbstverständlich mit der Möglichkeit, den einen oder anderen Diskussionsbeitrag aus seiner Sichtweise heraus zu kommentieren.
Davon machen längst nicht nur die Wiener Trafikanten Gebrauch. "Unsere Mitglieder rekrutieren sich zu 60 Prozent aus der Bundeshauptstadt und zu 40 Prozent aus den Bundesländern", weiß Walter Steinbauer zu berichten, wobei die Öffnung des legalen privaten Zigarettenimports aus Slowenien von plötzlich vier Stangen statt 25 Stück Mitte August des Vorjahres und die daraus resultierende existenzielle Verunsicherung der Trafikanten dem Forum einen regelrechten Mitgliederzulaufschub verschafft hat.
Das Bedürfnis, die elektronische Möglichkeit dazu zu nutzen, Informationen und Erfahrungen miteinander austauschen ist ein offensichtlich gewaltiges, wobei einem solchen auf offizieller Kammerebene die WKO-Regeln entgegenstehen, die es etwa dem Landesgremialobmann von Oberösterreich untersagen, in die Hoheitlichkeit seines Amtskollegen von Salzburg hineinzu "regieren." "Es sei denn dieser würde es ausdrücklich gestatten, was dann wiederum eine Diskussion über die Serverkosten zur Folge hätte", weiß Walter Steinbauer zu berichten.
Kosten, die sein Konto mit 15 Euro monatlich belasten und wenn sich eine "Ebbe" in der Trafikantenforumskasse anbahnt via eines Spendenaufrufs an die User von diesen auch gerne getragen werden. Darüber hinaus fällt an Arbeitsaufwand das gelegentliche Updaten sowie die Kontrolle der Registrierangaben neuer Mitglieder an. Ein Einsatz, den der Trafikantinnenehegatte gerne um der Sache willen erbringt. Ebenso wie die Überwachung der Etikette- und Netikett-Spielregeln, die sich aber weitestgehend herumgesprochen haben dürften, denn: "Obwohl in der Sache hart diskutiert wird, ein Vergreifen im Ton durch bloßes Schimpfen und Querulieren ist heute kaum mehr ortbar", freut sich unser Gegenüber über die Disziplin seiner Forum-Mitglieder.
Weniger Freude bereitet ihm allerdings, daß die www.trafikant.info-Diskutanten einer feststellbaren Öffnung der Funktionäre gegenüber ihnen mit einer gewissen Reserviert begegnen. "So haben sich erst kürzlich Bundesgremialobmann Trinkl und seine Stellvertreterin Karanz dazu bereits erklärt, im Rahmen eines privaten Treffens den Trafikantenforumsmitgliedern zu aktuellen Branchen-problemen und davon gibts es ja derzeit weiß Gott genug Rede und Antwort zu stehen. Angemeldet haben sich dafür aber nur gerade einmal 15 Personen. Und das kann ich, der jemanden gerne gegenüber sitzt, um erkennen zu können wie er auf meine Fragen und Einwände reagiert, nicht verstehen. Im Forum wird viel diskutiert, wird vieles negativ gesehen und auch viel kritisiert. Aber offensichtlich mangelt es an Interesse, Mut, Zeit oder was weiß ich sonst, seine Meinung Auge in Auge vorzubringen", ereifert sich Steinbauer, der erst kürzlich bei einem Trafikantenforum-Jubiläumstreffen immerhin 30 Personen begrüßen konnte, wobei die weitesten Anreisen ein Salzburger und ein Grazer Teilnehmer hatten. Ein solches geselliges Beisammensein, bei dem gar nicht so sehr die Fragen, welche die Branche bewegen, zentrales Thema sind, sondern sehr viel Privates etwa über Hobbys oder Urlaub in die Gespräche einfließt, schweißt zusammen. Wie überhaupt das Forum durch die Möglichkeit des Gedankenaustausches das Solidargefühl der Berufsgruppenmitglieder stärkt. Darüber hinaus ermöglicht es dieser oft von Trickdieben und Überfällen heimgesuchten Branche die schnelle Informationsvermittlung des Täter-Signalements. Und das nicht nur verbal, sondern auch durch das Ins-Netz-Stellen von Überwachungskamera-Videos, was in einem geschlossenen Forum durchaus legitim ist und eine Gefahr frühzeitig erkennen und abwenden läßt. Als weiteres Service wird die Veröffentlichung von Kleinverkaufspreise-Kundmachungen und die Erinnerung an die monatlich fällige Autobahnvignetten-Bestandsmeldung offeriert. Bereits in Erprobung ist eine neue Forum-Software, die ehe sie über ein Wochenende online geht noch ihre Testläufe absolvieren muß.
Derzeit spielt sich das Trafikantenforum-Geschehen auf zwei Ebenen ab. Einer für die Kommunikation der Trafikanten mit dem interessierten Großhandel und einer, die den Tabakwareneinzelhandel unter sich sein läßt. Eine dritte einzurichten, die der ausschließlichen Weitergabe von Informationen ohne Kommentierungsmöglichkeit seitens der Forum-Mitglieder dient, "wäre kein Problem", eröffnet Walter Steinbauer dem Bundesgremium eine gerade in Zeiten wie diesen, da in der Trafikenlandschaft mitunter kein Stein auf dem anderen zu bleiben scheint, interessante Möglichkeit. Eine solche umfaßt auch das Angebot, in eine Mailing-Liste eingetragene Forum-Mitglieder mit den jeweils aktuellsten News zu versorgen. Und schließlich wäre es auch kein Problem, in gewissen Zeitabständen für die Dauer von vielleicht zwei Stunden einen Diskussions-Chat zu eröffnen, in dem sich ein eine kompetente Persönlichkeit aus der Branche aktuellen Fragen aus der Trafikantenschaft stellt. Dazu bedarf es allerdings wohl weniger des Nehmens technischer Hürden als des Über-den-Schatten-Springens von Ansprechpartnern.
Die Weichen für die Zukunft wären also gestellt ob der Trafikantenforum-Zug auch in diese Richtung abfährt, wird sich weisen.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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