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"Der Ansatz ist richtig, aber Weg dorthin ist falsch." meint Andreas Schiefer zu den Überlegungen der MVG, für eine höhere Behindertenquote die Weitergabe von Tabakfachgeschäften zu beschränken.

"Abseits des §31 lässt sich vieles ändern ..."

17.05.2016

Der Wiener Landesgremialobmann und stellvertretende Bundesgremialobmann Andreas Schiefer  liefert  Ansätze, mit denen sich die Ziele der Monopolverwaltung auch so erreichen lassen sollten.
 

MVG-Geschäftsführer Hannes Hofer wiederholt gerne, dass man über den Erbparagraphen 31 nachdenken und diskutieren können muss. Sie bekämpfen diese Idee recht vehement, obwohl der Monopol-Chef beteuert, dass dieses Thema ohnehin nur ein Denkansatz sei. Warum?

Es sprechen mich viele Kollegen stark verunsichert auf dieses Thema an. Da muss ich als Interessenvertreter klar Stellung beziehen. Noch dazu, wo ich den Denkansatz für grundsätzlich falsch halte. Gerade Tabakfachgeschäfte von vorzugsberechtigten Personen sind überwiegend Familienbetriebe, in denen vom Enkerl bis zur Oma jeder mithilft. Das Geschäft trägt also nicht nur den Trafikanten, sondern oft sogar mehrere Familien. 
Dazu kommt der soziale Faktor: Warum soll ich jemanden, der jahrelang ein behindertes Familienmitglied im Geschäft unterstützt hat, von der Nachfolge ausschließen, nur weil er oder sie keine Vorzugsberechtigung hat?
 

Kommen wir zur grundsätzlichen Idee, die Quote von vorzugsberechtigten Inhabern eines Tabakfachgeschäfts zu steigern – die ist wohl legitim.

Natürlich ist sie das. Die Überlegungen gehen aber in die falsche Richtung: Es ist nämlich nicht notwendig, einem anderen etwas wegzunehmen – neue Geschäfte können geschaffen und die Quote auch ohne Eigentumseingriffe gesteigert werden. Wien hat 62 Prozent vorzugsberechtigte Trafikanten. Und warum ist das so? Weil es hier kaum Tabakverkaufsstellen gibt. In vielen Gemeinden gibt es drei Supermärkte und eine Tankstelle und alle führen Tabakwaren. Schließt man diese drei oder vier Verkaufsstellen, so lässt sich ein lebensfähiges Fachgeschäft aufsperren. 

Wie soll eine Quotenerhöhung ohne Neuzuteilungen funktionieren?

Für sehr viele Menschen ist die Rolle als Trafikant der zweite, meist aber der letzte Beruf vor der Pension. Was spräche dagegen, dass die MVG nicht behinderte Trafikanten nach ihrem Gesundheitszustand fragt? Wenn da auch nur jede zehnte Kollegin oder jeder zehnte Kollege nach einer gründlichen Untersuchung einen Behinderungsgrad von über 50 Prozent zugesprochen bekommt, wäre die Quote gleich deutlich „schöner“, ohne dass einem einzigen Menschen sein Geschäft weggenommen wurde.
 

Das vollständige Interview finden Sie ab 22. Mai in der aktuellen Ausgabe der Trafikantenzeitung.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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