Direkt zum Inhalt

AT/JTI-Schwerpunkt "Trafikantenservice"

21.04.2008

Seit Jahresbeginn ist Jürgen Klampfer seit 16 Jahren für Austria Tabak in verschiedenen Managementpositionen tätig Verkaufsleiter Österreich bei Austria Tabak/JTI. Er ist in dieser Funktion Mario Perhab jetzt General Manager von JTI Slowakei und Slowenien zu einem Zeitpunkt nachgefolgt, da am rotweißroten Tabakwarenmarkt als Folge des Trafikanten-Pakets kein Stein auf dem anderen zu bleiben schien. In dieser Situation setzt der Teamarbeiter auf eine verstärkte Kommunikation mit den Trafikanten, aber auch mit den Konsumenten. So steht dem Einzelhandel für Fragen, Anregungen, Wünsche und Beschwerden ab sofort eineTrafikanten-Hotline (01/31342-1321,E-Mail: trafikantenserice@jti.com) offen. Weiters ist ein Ausbau des Informationsflusses via Internet in Arbeit. Über diesen Service-Schwerpunkt und die Positionierung der Austria Tabak/JTI-Flaggschiffmarken im Zigarettenregal sprach die ÖsterreichischeTrafikantenzeitungmit JürgenKlampfer (Bild) Die Fragen stellte Peter

Der Solidaritätsfonds hat die Preise in letzter Zeit einen Zick-Zack-Kurs fahren und die Trafikanten an der Seriosität der Kalkulation zweifeln und meinen lassen, daß die Preisfestsetzungen Marketingstrategien untergeordnet würden. Ist da etwas Wahres dran?

Das kann ich so nicht bestätigen. Wir haben ja im Zuge der vom Trafikanten-Paket ausgelösten Preiserhöhungen dargestellt, wie sich die Margen und Preise in Österreich zusammensetzen. Natür-

lich beobachten wir laufend den Markt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die anderen Einflüsse. Wenn wir Preisanpassungen vornehmen, dann erfolgt eine solche Nachjustierung aufgrund detaillierter Marktanalysen.

Ein großer Brocken im Trafikanten-Paket ist die zu beschließende Werbeordnung. Was bedeutet die Zulassung entgeltlicher Werbung in der Trafik für künftige Marketingaktionen am einzigen Ort, wo Tabakwarenwerbung noch zugelassen ist?

Wir nutzen das System des Großhändlers tobaccoland, kombiniert mit unseren Marketingaktivitäten in den Trafiken. Das funktioniert gut und wir sehen keine Notwendigkeit aufgrund des Trafikanten-Pakets daran etwas zu ändern. Die Werbeordnung selbst kann ich erst kommentieren, wenn ich sie ausformuliert auf dem Tisch liegen habe.

Eine große Markenfamilie mit in letzter Zeit dynamischem Wachstum ist die Smart im unterem Preissegment. Hat die Preiserhöhung diese Dynamik gebremst?

Die Smart-Familie ist in unserem Haus die einzige nicht

internationale Sorte, die sich nach den Preiswirren vor zwei Jahren sehr gut entwickelt hat. Und diese gute Entwicklung hält im Vergleich zur Gesamt-
marktentwicklung an. Es gibt im Moment keine Marke mit einer rasanten Marktentwicklung. Die Anstiege, die Sie ansprechen, haben sich damals aus dem Preiskrieg und der Neupositionierung des Marktes ergeben, was heißt: Die Smart hat noch immer schöne Zuwächse, aber nicht mehr in diesem Ausmaß von damals.

Wie geht es der Memphis-Family viele Trafikanten sehen sie immer mehr in den Schlagschatten der Winston- und Camel-Marketingstrategien abgedrängt. Spielt die österreichische Traditionsmarke nicht mehr die Hauptrolle bei der Besetzung des Zigarettenregals?

Doch, die Memphis-Familie ist für uns das wichtigste Zugpferd. Wir beobachten ihre Absätze und ihre Konsumentwicklung täglich. Wir investieren auch in diese Marke. Etwa dahingehend, daß wir nach den Einflüssen durch das Trafikanten-Paket auch hier eine Repositionierung vorgenommen haben, um sie im Hinblick auf den Mitbewerb auf den richtigen Platz zu setzen. Und wir sehen auch schon die ersten Auswirkungen: nämlich eine Stabilisierung der Marke. Grundsätzlich ist auf dem österreichischen Markt ein Trend hin zum Billigsegment erkennbar. Da können wir auch mit einer Memphis Classic nicht dagegen halten. Wir setzen aber weiter auf die Memphis-Familie und unterstützen sie, wo wir nur können. So wurde mit der Markteinführung der Memphis 100 das gesamte Memphisangebot einem neuen Design zugeführt einem jüngeren und attraktiveren Erscheinungsbild, mit dem wir den Kunden direkt anzusprechen versuchen und ein eventuelles Abwandern zu irgendwelchen Billigsorten einzuschränken, beziehungsweise überhaupt zu stoppen versuchen. Alle diese Packungsänderungen, aber auch die Preisneupositionierungen gehen übrigens egal für welche Marke in unserem Haus und das ist mir sehr wichtig anzumerken nicht auf Kosten der Qualität der Zigaretten.

Bei der Meine Sorte ist die Familie ein wenig geschrumpft. Welche Überlegungen stehen hinter dieser Angebotsbereinigung?
Hier haben wir es nicht nur mit einer Reduktion des Portfolios zu tun, sondern auch mit einem Re-Design. Wir bieten nun Sorten, die innerhalb der Familie ein unterschiedliches Packungsbild hatten, in einem einheitlichen modernen und dynamischen Design an. Dieses wurde durch umfangreiche Studien durch eine überaus positive Kundenakzeptanz im Vorfeld abgesichert. Und wie bei jedem Produkt mit einem Lebenszyklus, versuchen wir auch hier, ihm einen neuen Stellenwert in unserem Portfolio zu geben. Es gibt Markenfamilien, wo neue Sorten dazu kommen, es gibt aber auch andere, wo einzelne Sorten wegfallen. Letzteres betrifft nicht zuletzt Sorten mit einem sehr geringen Umsatz und Marktanteil und kommt dem limitierten Platz in den Trafiken entgegen, die natürlich auch Interesse daran haben, Marken mit einem entsprechenden Umsatz in ihrem Regal wieder zu finden.

Wie kommt die Benson & Hedges American Blend-Preissenkung bei den Konsumenten an?

Die ersten Umsatzzahlen sind sehr vielversprechend, die Repositionierung des Preises kommt bei den Konsumenten sehr gut an insbesondere diese einzigartige Schiebeschachtel zu diesem Preis mit einem in Hinblick auf die Qualität unveränderten Inhalt wird sehr gut akzeptiert.

Die Trafikanten würden sich ein besseres Kommunizieren von Sortenauflassungen wünschen statt eines langsamen Zu-Grabe-Tragen mit dem Hinweis "nicht lieferbar". Ist da an eine Informations-Intensivierung gedacht?

Ja, zumal dieses Anliegen auch an mich herangetragen wurde. Und deshalb sind wir gerade dabei, unser Kunden- und Konsumentenservice neu zu strukturieren. In Zukunft wird für das Konsumentenservice Manuela Matias zuständig sein, für das Kundenservice Katarina Hamdi. Darüber hinaus planen wir einen Relaunch unserer Austria-Tabak-Homepage. Nachdem unser Geschäft ja eigentlich durch den JTI-Internetauftritt abgedeckt ist, wir aber für den österreichischen Markt eine Austria-Tabak-Website weiterbetreiben wollen, wird es auf dieser einen auf den Trafikantenzutritt beschränkten Link mit Paßwort und Zutrittscode geben. Diese Seite wird laufend gewartet werden, um dem Tabakwareneinzelhandel die Antworten auf jene Fragen geben zu können, die ihm am Herz liegen. Dabei werden wir uns nicht nur auf Informationen über neue Sorten, die wir zu launchen versuchen, beschränken, sondern wir werden dort auch Sortenauflassungen und Portfolio-Bereinigungen kund tun sowie Preisänderungen so früh wie möglich vermelden. An sich sind wir ja, was diese betrifft, an die Veröffentlichung in der Wiener Zeitung gebunden. Künftig wollen wir aber bereits diese Änderungen dann, wenn wir sie über den Großhändler beim Finanzministerium in Auftrag geben, dem Trafikanten als exklusive Informations-Dienstleistung vorab zur Verfügung stellen. Weiters stocken wir unser Kunden- und Konsumenten-Informationsteam ebenso auf wie unsere Market-Developement-Mannschaft. Bei letzterer ist eine Verdoppelung der Zahl jener Personen geplant, die draußen vor Ort den Trafikanten Industriefragen beantworten und auch Ansprechpartner für Reklamationen bei Zigaretten und Cigarren aus dem Programm von Austria Tabak/JTI sind, wobei wir die vom Einzelhandel angesprochenen Problemfälle in unser Qualitätsmanagement einfließen lassen. Und natürlich wird dieses Team seine Aktivitäten auch auf Information über die Schmuggelbekämpfung mit den Begleiterscheinungen von in Umlauf gebrachten Fälschungen ausrichten, weil es für uns als Industrie ja sehr wichtig ist, daß gute Qualitätsprodukte aus Österreich auch in Österreich geraucht werden. Nicht zuletzt deshalb offerieren wir auch Trafikantengruppen die Möglichkeit, sich in der Zigarettenfabrik in Hainburg von dieser Qualitätsoptimierung zu übereugen und mit der Industrie in einen Dialog einzutreten.

Die Verteuerung der Fabrikszigaretten hat wie sich vor allem in Deutschland erwiesen hat vielfach ein Ausweichen auf Stopf- und Wuzeltabake im Gefolge. Wie entwickelt sich der rotweißrote Feinschnittmarkt?

Die deutsche Entwicklung kann am österreichischen Markt nicht nachvollzogen werden. Stopf-, beziehungsweise Wuzeltabake bleiben weiterhin Nischenprodukte.

Das sogenannte Trafikanten-Paket ist hinsichtlich einiger Maßnahmen auf maximal drei Jahre befristet. Bis dahin hofft man auf eine Nivellierung der Preisverwerfungen vor allem zu den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Wie soll das funktionieren, wenn wir den Preisen ständig einen Preisschub nach vorne geben?

Die Margen, beziehungsweise Spannen der Industrie nehmen in der Verkaufspreiszusammensetzung den kleinsten Anteil ein. Dementsprechend klein ist auch der Anteil der Industrie am Erreichen des von Ihnen angesprochenen Ziels. Wenn wir nicht all gemeinsam daran arbeiten, werden wir in den nächsten drei Jahren zu keiner zufriedenstellenden Lösung finden.

Bundesgremialobmann Trinkl hat in einem Interview mit der Österreichischen Trafikantenzeitung zum Thema Trafikanten-Paket gemeint, daß jetzt eigentlich drei Jahre Ruhe sein müßte. Teilen Sie diese Einschätzung?

Die letzten Monate haben uns wieder gezeigt, daß mehrjährige Prognosen nicht ratsam sind.

Was könnte das Obsiegen jener für den österreichischen Zigarettenmarkt bedeuten, die ein totales Rauchverbot in der Gastronomie fordern und keine Differenzierung kleinerer Betriebe in Raucher- und Nichtraucherlokale zulassen wollen?

Wir waren und sind für eine vernünftige und tolerante Lösung. Das heißt: Man soll den Nichtraucher schützen, aber auch dem Raucher die Möglichkeit geben rauchen zu können. Die Erfahrung anderer Märkte, wie Irland und Italien zeigen, daß der Zigarettenabsatz bei einem Rauchverbot in Lokalen im ersten Jahr um ein paar Prozent zurückgeht, sich im zweiten Jahr erholt und dann
wieder dem ganz normalen Trend folgt.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Produkte
20.06.2018

Von dieser limitierten Double Corona schaffen es nur 100 Kistchen nach Österreich.

Meldungen
18.06.2018

Welche Richtung ist einzuschlagen, wenn das Tabakfachgeschäft langfristig lebensfähig bleiben soll?

"Natürlich können die Lotterien binnen 6 Monaten Verträge kündigen. Aber wir können auch bei der MVG am Nebenartikelkatalog drehen lassen ..." relativiert Andreas Schiefer die Macht der Lotterien.
Meldungen
18.06.2018

... gibt es von den beiden Lottobeauftragten des Bundes­gremiums. Wir haben Ursula Steurer und Andreas ­Schiefer nach Details und den Gründen der Ablehnung gefragt.

Produkte
18.06.2018

Zu den bekannten Familienmitglieder Red, Blue und Black (nur als 100er) gesellt sich mit der Capsule die erste Klickvariante der King. 

Produkte
18.06.2018

Freunde der Braunware dürfen sich über eine Erweiterung des Feuerzeugangebotes freuen.

Werbung