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Auch in Deutschland: Gleichbleibende Preise trotz höherer Steuer

15.01.2013

Die Tabaksteuer wird angehoben, die Verkaufspreise ziehen jedoch nicht mit. Österreichische Trafikanten kennen dieses Spiel aus eigener leidvoller Erfahrung. Nun trifft es auch die deutschen Kollegen.  

Die Zigarettenpreise stiegen um 66 Prozent innerhalb von 11 Jahren. Noch 2001 lag der Preis bei 2,71 Euro pro Packung, nach den weiteren Steuererhöhungen bis 2015 könnte der Preis bei 5,30 Euro liegen - fast eine Verdopplung innerhalb von 14 Jahren.

Im Zuge der 2010 von der deutschen Regierung beschlossenen fünfstufigen Anhebung der Tabaksteuer bis 2015 verteuern sich bei unseren Nachbarn die Rauchwaren. Eine Preiserhöhung ergibt sich daraus jedoch nur für die Trafikanten im Einkauf und nicht für die Endkunden – die Marge für den Handel fährt in den Keller. Informationen der DTZ zufolge hat nach Philip Morris auch BAT Deutschland angekündigt, die Kleinverkaufspreise nicht anheben zu wollen, dafür aber ab dem Stichtag 18. Februar 2013 mit höheren Nettofabrikspreisen auf den Markt zu kommen.

 

Zigaretten mit stabilen Mengen

Noch besteht auch kein Grund zu vermehrter Sorge für die deutsche Zigarettenindustrie: Die Auslieferungsvolumina haben sich von 2011 auf 2012 um schlappe 0,2 Prozent reduziert und dieser Rückgang geht fast ausschließlich auf das Konto von Handelsmarken – die Markenzigaretten sind fast auf Punkt und Komma auf dem Stand des Vorjahres geblieben.

 

Nullsummenspiel beim Feinschnitt

Eine zusätzliche Steuerbelastung für Feinschnitt kommt hingegen nicht. Dieses Segment hat sich beim Blick auf die gesamten Absatzmengen offenbar stabilisiert, womit es auch in den Augen der deutschen Finanz keine weiter wachsende Gefahr für den Zigarettenmarkt darstellt: Wurden 2011 insgesamt 26.489 Tonnen abgesetzt, so hat sich dieser Wert 2012 mit 26.728 Tonnen kaum verändert. Innerhalb des losen Zigarettentabaks gibt es dagegen Bewegung – klassischer Feinschnitt verliert leicht, schnittoptimierter Tabak deutlich zugunsten des Volumentabaks.

 

Billig-Braunware knickt ein

Deutschland hatte schon im vergangenen Jahr den Mindeststeuersatz für günstige Zigarillos angehoben. Nun zeigen sich die Folgen: Der Markt der sogenannten Eco-Filterzigarillos brach gegenüber 2011 um 11 Prozent ein – eine Entwicklung, die sich auf dem österreichischen Markt wohl wiederholen wird.

(mh, Deutsche Tabakzeitung)

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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