Direkt zum Inhalt
Mit 16 Jahren sollen Jugendliche künftig Wählen gehen, Mopedfahren und Schulden machen dürfen - die Wahl ihres Genussmittels wird ihnen aber nicht zugetraut.

Baldige Anhebung des Mindestalters fürs Rauchen auf 18 Jahre

20.04.2017

Wenn es gegen den Tabakgenuss geht, sind sich die Bundesländer ausnahmsweise einig – ab 2018 soll das Mindestalter für Kauf und Konsum von Tabak bei 18 Jahren liegen.

Nur noch in drei EU-Staaten ist Jugendlichen derzeit noch das Rauchen ab 16 Jahren erlaubt: Belgien, Luxemburg und eben Österreich. Letzteres soll sich nach dem Willen der Landesjugendreferenten jedoch bald ändern. Auf Vorschlag von Familienministerin Sophie Karmasin, deren Ressort sich sonst nicht gerade durch auffällige eigene Fortschritte auszeichnet, stand das Raucher-Mindest­alter ganz oben auf der Agenda der zweitägigen Jugendreferentenkonferenz in Krems. Die Anhebung des Schutz­alters, ab dem man Zigaretten kaufen und rauchen darf, sei „auf harmonische Übereinstimmung gestoßen“, so der niederösterreichische Landesrat Karl Wilfing.

Dazu wird unter dem Vorsitz von Nieder­österreich eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die bis zur nächsten Jugendreferentenkonferenz in einem Jahr Ergebnisse vorlegen soll. Die dann akkordierte Neugestaltung des Jugendschutzes muss in weiterer Folge von den neun Landtagen beschlossen und umgesetzt werden. Das bereits kolportierte Umsetzungsdatum für die Anhebung des Jugendschutzalters bei Zigaretten mit Mitte 2018 ist damit vielleicht ein Wunsch mancher Akteure, aber nicht besonders realistisch. 

Das Bundesgremium
Die Branchenvertreter der Trafikanten hatten schon im Vorfeld der Jugendreferentenkonferenz festgehalten, dass es eine Gleichbehandlung von Tabak und Alkohol geben müsse. Die geplante Ungleichbehandlung ist für Bundesobmann Prirschl nicht nachvollziehbar: „Warum werden für Alkohol die Präventionsmaßnahmen als ausreichend erachtet? Nur bei Tabakwaren soll die Altersgrenze um zwei Jahre hinaufgesetzt werden.“ 
Für die Umsetzung fordert das Bundesgremium ein Inkrafttreten der neuen Regelung frühestens mit Mai 2018, also zeitgleich mit dem Gastro-Rauchverbot. Auch die Alterskontrolle soll den Trafikanten durch eine adäquate Unterstützung wie beispielsweise eine Handy-App – welche das so von der Idee begeisterte Familienministerium zur Verfügung stellen könnte – erleichtert werden. Josef Prirschl stellt klar: „Wir Trafikanten bekennen uns klar zum Jugendschutz. Eine gesetzliche Änderung der Altersgrenze muss aber auch mit fairen Bedingungen für uns und zeitlich ausreichenden Übergangsfristen verbunden sein.“

Nicht fertig gedacht
Ein Aspekt ist in der gesamten Berichterstattung der Jugendreferenten, aber auch der Publikumsmedien nirgendwo zur Sprache gekommen: Was passiert eigentlich mit Jugendlichen, die heute ­legal rauchen, wenn das neue Verbot vor ihrem 18. Geburtstag in Kraft tritt? ­Müssten sie dann eine staatlich verordnete„Rauchpause“ einlegen? 

 

Den vollständigen Artikel können Sie ab 26. April 2017 in der Printausgabe der Trafikantenzeitung nachlesen.
 

Autor/in:
Matthias Hauptmann
Werbung

Weiterführende Themen

Produkte
17.08.2018

Tobaccoland bringt die Marke Chaos mit 10 Aromavarianten.

Das matte Olivgrün "ziert" seit 1. Juli verpflichtend sämtliche Zigaretten, Feinschnitte und Snus-Packungen im norwegischen Handel.
Meldungen
31.07.2018

Mit 1. Juli 2018 endete die einjährige Übergangsfrist: Seit diesem Datum dürfen Zigaretten, Feinschnitt und Snus nur noch in standardisierten Einheitsverpackungen nach australischem Vorbild ...

Beschleunigt die Entscheidung der Welthandelsorganisation die Einführung von Plain Packaging noch zusätzlich?
Meldungen
16.07.2018

Kuba, Indonesien, Honduras und die Dominikanische Republik hatten vor der Welthandelsorganisation Beschwerde gegen die australische Einführung von markenneutralen Verpackungen 2012 eingebracht. ...

Nach dem Stopp der alljährlichen Tabaksteuer-Anhebungen wird die Preisfrage alleine bei den Tabakkonzernen liegen. Andreas Schiefer meint dazu: „Man wird die Tabakindustrie an ihren Taten messen."
Meldungen
17.04.2018

Wir haben den Wien-Chef und stellvertretenden Bundesgremialobmann Obmann Andreas Schiefer zu den aktuellen Themen wie Tabaksteuerstopp und Jugendschutz zum Gespräch gebeten.

Produkte
19.03.2018

Zu den bekannten Sorten „Classic“, „Green“ und „White“ gesellen sich zwei neue Familienmitglieder.

Werbung