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Sogar die Höhe der Beleuchtungskörper folgt den wachsenden Pflanzen, um einen gleichbleibenden Abstand zu sichern.

Blühende (Hanf-) Geschäfte

18.08.2020

Unter den vielen Cannabis-Unternehmen sticht ein Produzent hervor: Wir haben beim Hanfwerk hinter die Kulissen geblickt.

Der CBD-Shop Magu war 2017 das erste etablierte Geschäft dieser Art in der gesamten EU, hatte mit einem Pop-up-Store begonnen und war schon am ersten Tag ausverkauft. Mit dem fixen eigenen Geschäft und der hohen Nachfrage rückte jedoch das Nachschubproblem in den Vordergrund. „Die Qualität war sehr schwankend“, erzählt Juri Scotland von den Anfängen. „Dazu kommt, dass es wenige Sorten gibt, die von sich aus verlässlich unter 0,3 Prozent THC bleiben. Bei anderen Produzenten werden die Blüten dann ausgewaschen, bis sie legal sind. Allerdings sind sie dann braun statt grün und schmecken und riechen auch nach nichts mehr, außer den zugesetzten Aromen.“ Die Ware in der gewünschten Qualität und Menge musste also selbst hergestellt werden – doch mit welchem Geld? Im Mai 2017 wurde eine Crowdfunding-Aktion gestartet, in deren Rahmen auch Michael Moosmayr auf das damals noch kleine Team aufmerksam wurde. Seither teilt man sich die Zuständigkeiten sauber auf: Hanfwerk ist der innovative Produktionsbetrieb, Moosmayr der professionelle Vertrieb mit seinem Draht zu den 5.300 Trafiken in Österreich. 

Alles andere als trivial

Die einfachste und bei Weitem billigste Anbauvariante wäre der Freilandanbau. „Das kann man nur leider vergessen, wenn man verlässliche Qualität und Legalität haben möchte“, schickt der Permakultur-Spezialist Sebastian Rießland voraus. „Wir haben alle Sorten versuchsweise am Feld angebaut. Sogar die geeignetsten Sorten waren teilweise schon sehr knapp an der Grenze von 0,3 Prozent. Bei Stichproben bei verschiedenen Landwirten gingen die stärker Sonne und Wind ausgesetzten Randbereiche durch den Stress der Pflanzen sogar auf bis zu zwei Prozent THC hoch.
Selbst im Glashaus sorgen Sonneneinstrahlung, Luftfeuchte und viele weitere Faktoren dafür, dass ein standardisiertes Produkt nicht möglich ist. Die einzige Form, hier für Verlässlichkeit zu sorgen, ist die Indoorplantage mit ausgeklügelter Steuerung. Die Technik dazu haben wir großteils selbst entwickelt. Bei zwei neuen Indoor-Produktionshallen pro Jahr fließen neue Erkenntnisse auch immer gleich in die jüngsten Projekte mit ein.“

Prüfung & Qualitätssicherung

Eine Verpflichtung zu Prüfungen gibt es nicht, man muss nur unter 0,3 % THC bleiben – was ohne Tests aber nicht garantiert werden kann. „Wir fordern deshalb seit Jahren verpflichtende Prüfungen im Sinne des Konsumentenschutzes“, erläutert die Kommunikationsexpertin des Gründerteams, Sofie Sagmeister, und Juri Scotland ergänzt: „Wir testen das erste Mal zwei Wochen vor der Ernte, dann drei Tage vor dem geplanten Erntetermin, die getrocknete Ware im Großgebinde und dann nochmals Stichproben der konfektionierten Ware.“ Zu Moosmayr ist auch schon die AGES gekommen und hat Proben genommen – und die haben alle gepasst. 

Übrigens: Das Finanzministerium schickt Hanfprodukte in das Labor der TUA, der Technischen Untersuchungsanstalt. Diese analysiert die Produkte und gibt eine Einstufung ab – im Fall der Mawu-­Hanfblüten also eine Kategorisierung als „pflanzliches Raucherzeugnis“ und steuerlich als „anderer Rauchtabak“. In diesem Zusammenhang meint Juri: „Da wundert es einen dann schon, wenn das Finanzministerium die Kundmachung zurückruft, weil man sich angeblich bei den Inhaltsstoffen nicht ganz sicher ist ...“

Den vollständigen Artikel können Sie ab 21. August in der druckfrischen Trafikantenzeitung nachlesen.
 

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