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Raus aus der EU, rauf mit den Zigarettenpreisen. Eine Studie prognostiziert hohe Preise für legale Produkte und Jubeltage für den Zigaretten-Schwarzmarkt.

Brexit-Probleme für britischen Tabakmarkt

14.05.2018

Der EU-Austritt könnte den Inselstaat nach der Schließlung der letzten Tabakwerke auf britischem Boden bis zu 20 Prozent des legalen Tabakmarktvolumens kosten. 

Global Data untersuchte die zu erwartenden Auswirkungen des Brexits, also den geplanten Austritt aus der EU. Für den Zigarettenmarkt des UK zeichnen sich gleich in mehrfacher Hinsicht Probleme ab. Mit dem Schließen der beiden letzten Zigarettenfabriken auf britischem Boden 2016 durch Imperial Tobacco und 2017 durch JTI wird das Land völlig von Importen abhängig sein – und das ab dem Austritt größtenteils aus der EU, also dem Zollausland. Derzeit kommt der Löwenanteil der in Großbritannien konsumierten und legal versteuerten Zigaretten aus den Produktionsländern Polen, Deutschland, Tschechien, Portugal und Rumänien. Als Folge prognostiziert Global Data einen Anstieg der durchschnittlichen Packungspreise um gut drei Britische Pfund, von bereits derzeit hohen 9,60 auf rund 12,74 Pfund (14,70 Euro). Diesen Preisen liegt die Annahme eines Steueranteils von 70 Prozent auf Importzigaretten zugrunde. 
In weiterer Folge wird ein Einbruch des in Großbritannien versteuerten Absatzvolumens um rund ein Fünftel, also 20 Prozent, prognostiziert. Schon heute kämpft das Vereinigte Königreich angesichts seiner hohen Preise für Tabakprodukte mit exorbitanten Schmuggelproblemen – in kaum einem Dorf fehlt inzwischen der ­„Dealer“ für günstigere Schwarzmarkt-Zigaretten. Das wurde mit Plain Packaging nicht besser – mit einem weiteren schmerzhaften Preisschub könnte das Problem den Briten nun endgültig aus dem Ruder laufen.

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