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Casinos Austria in tschechischer Hand

24.01.2018

Die tschechische Sazka-Gruppe hat ihre Anteile an den Casinos von 11 auf 34 Prozent erhöht und ist nun Mehrheitseigentümer.

Ursprünglich wollte ja die heimische Novomatic-Gruppe groß bei den Casinos einsteigen; die Kartellhüter hatten ihr Beteiligungen von mehr als 25 Prozent jedoch untersagt. Nun greift die Sazka-Glückspielgruppe der beiden Milliardäre Karel Komarek und Jiri Smejc eben zu: In einer außerordentlichen Hauptversammlung Mitte Jänner 2018 wurde der Kauf von weiteren 22,7 Prozent vom Mühlenkonzern LLI und der Uniqua einstimmig abgesegnet. Genau genommen halten die Tschechen nun 88,89 Prozent der Beteiligungsgesellschaft Medial, die ihrerseits 38,29 Prozent an den Casinos Austria hält.

Damit ist Sazka mit 34 Prozent Mehrheitseigentümer, gefolgt vom Bund, der über die ÖBIB 33,24 Prozent hält. Drittgrößter in diesem Ranking ist Novomatic mit 17 Prozent.

Die Einkaufstour geht weiter

Dazu hat Sazka als neuer Mehrheitseigentümer bereits bekannt gegeben, dass die Anteile bald auf 60,8 Prozent aufgestockt werden sollen. Weitere Beteiligungen wären von der Grawe-Gruppe sowie Novomatic zu haben.

Was der gumpoldskirchner Automatenkonzern davon hätte? Sollte Sazka den Konzern filetieren und sich nur die Casinos sowie die klassischen Lotterien behalten, so könnte Novomatic im Tausch die Video Lottery Terminals VLT bekommen: Nach dem seit 2015 geltenden Verbot von Glückspielautomaten in Wien wären die VLTs das Ticket in diesen attraktiven Markt.

Was ändert sich?

Für Spieler wie Vertriebspartner ändert sich vorerst einmal gar nichts. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob der neue Mehrheitseigentümer im Onlinebereich noch offensiver Gas geben will – etwas, das die Casinos Austria bzw. die Lotterien auch mit Rücksicht auf ihr terrestrisches Vertriebsnetz nicht forciert hatten. Auch so waren die Onlinespiele sowie die Umsätze der VLTs in den vergangenen Jahren auf Kosten der klassischen Wettscheinspiele am stärksten gewachsen. Es wäre also keine Überraschung, wenn die neuen Eigentümer dieses Wachstum noch weiter beschleunigen wollten.

Wiener Zeitung, mh

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