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Corona und seine Auswirkungen.

14.03.2020

Das Virus hat Österreich nicht nur real, sondern auch medial und in den Köpfen der Menschen erreicht. Was ändert sich, wo bekomme ich verlässliche Infos und welche Maßnahmen könnten bald kommen?

Die Plexiglas-Trennwand der Trafik Bigl in Wien Mitte verläuft über die gesamte Tresenbreite.

Der Lebensmittelhandel gehört zu jenen systemrelevanten Branchen, die auch bei einem Shutdown á la Italien offen gehalten werden sollen. Zu den weiteren Branchen, die seit Montag, 16. 3. 2000 geöffnet bleiben dürfen, gehören unter anderem:

  • Trafiken
  • Apotheken
  • Arztpraxen und Spitäler
  • Tierärzte und Tierfutterhandel
  • medizinischer Bedarf und Bandagisten
  • Pflegedienste, Rettung
  • Tankstellen, Autowerkstätten, Pannendienste
  • Banken
  • systemrelevante Handyshops (A1, Magenta, Drei)
  • öffentlicher Verkehr
  • Müllentsorgung

Die Tabak-Großhändler haben versichert, dass die Lager soweit voll und die Lieferfähigkeit somit gewährleistet ist. Die out-of-stock-Situation, welche durch die Hamsterkäufe vor dem vergangenen Wochenende in zahlreichen Trafiken aufgetreten ist, sollte somit ein Ausnahmefall bleiben.

Die für Anfang bzw. Mitte April anstehende Geltung des neuen Tabaksteuermodells mit bereits angekündigten Preiserhöhungen von durchschnittlich 20 Cent pro Packung wurden mit Parlamentsbeschluss vom 20. März auf 1. Oktober verschoben.

Schutz vor Ansteckung

Natürlich gilt auch im Geschäftsleben die allgemeine Empfehlung, Abstand zu halten und sich häufig und gründlich die Hände zu waschen. Dabei reicht auch normale Seife, die Verwendung starker Desinfektionsmittel ist dafür nicht erforderlich.

Die einfachste Möglichkeit bestünde natürlich darin, kranke Kunden bereits am Eingang zu erkennen - dafür hat Taurus ein System mit Wärmebildkamera.

Wie verhindere ich aber, von Kunden angehustet zu werden, die schon da sind? Pirker Trafik Design hat eine simple Plexiglasscheibe mit tiefem Durchbruch für Ware und Geld angefertigt, welche einfach auf dem Tresen platziert werden kann. Damit werden zwar frei in der Luft zirkulierende Viren nicht abgefangen, der direkte Weg zwischen Kunde und Personal ist ihnen aber versperrt. Die Scheibe ist 60 cm breit und 80 cm hoch und kostet 149 Euro netto, plus Versand.

Eine sehr ähnliche Lösung bietet Trup Design ebenfalls an: Die Plexiglaswand mit Durchbruch ist in den Größen 60x80 cm für 149 Euro sowie als 80x80 cm große Quadratscheibe für 163 Euro erhältlich und wird - außerhalb der Öffnungszeiten - derzeit dutzendfach installiert. Eine Vollverglasung zwischen Kunden und Personal ist ebenfalls möglich - eine solche wurde ganz aktuell als Maßanfertigung in der Trafik Bigl in Wien Mitte installiert (Foto).

Schließung für Non-Food

Seit Mo, 16. März, gilt eine 100%ige Totalsperre für alle nicht aufgezählten Geschäftsbereiche. Wann die Lokale sowie nicht systemrelevante Geschäfte wieder aufsperren dürfen steht in den Sternen. Zumindest zwei Wochen wird der gesellschaftliche Shutdown auf jeden Fall dauern.

Messen, Sport- und anderen Veranstaltungen und generell allen Gelegenheiten, wo mit zahlreichem Zustrom von Menschen zu rechnen ist, haben mehrheitlich aus eigenem Antrieb abgesagt - sie wären ohnehin untersagt worden. Nun werden auch Sport- und Spielplätze gesperrt, der Aufenthalt im öffentlichen Raucm (z. B. zum Spazierengehen oder Gassi-Gehen) ist nur noch alleine bzw. in Gesellschaft jener Menschen erlaubt, mit denen man in einem gemeinsamen Haushalt lebt. Zu anderen Personen ist ein Mindestabstand von 1 Meter einzuhalten.

Informationsquellen

Innerhalb kurzer Zeit werden viele von den Schließungen betroffene Betriebe in ernsthafte Schwierigkeiten geraten: Die Umsätze fehlen, Mitarbeiter werden krank oder müssen für ihre Kinder zu Hause bleiben, die Kosten laufen weiter. Rasch tauchen Fragen nach arbeitsrechlichen Möglichkeiten, für sicher gehaltenen internationalen Lieferketten und etwaigen staatlichen Hilfen auf. Hier haben Wirtschaftskammer(link is external)Handelsverband (link is external)und Arbeiterkammer (link is external)eigene Websites eingerichtet, welche die häufigsten Fragen und Antworten bieten.

Die Regierung hat ein 4 Milliarden schweres Hilfspaket für die Wirtschaft beschlossen, das schon kommende Woche anlaufen soll. Ein Hilfspaket in Höhe von 38 Mrd. Euro wird derzeit vorbereitet.

Allgemeine und regelmäßig aktualisierte Informationen rund um das Corona-Virus finden sich auf der Seite des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz(link is external).

Was noch kommen wird

Unser Nachbarland Italien hat - zu spät, aber doch - vorgemacht, welche Maßnahmen wohl auch bei uns zeitnahe gesetzt werden müssen: 

  • Non-Food-Geschäfte und Lokale bleiben ganz geschlossen - derzeit sieht es nach Ostern aus
  • völlige Sperrung der Außengrenzen - nach innen wie nach außen
  • Aufforderung der Bevölkerung, zu Hause zu bleiben
  • Verlängerung des Zivildienstes in Pflegeberufen; Einziehung der diesbezgl. Zivildiener der vergangenen 5 Jahre

Auch Transporte und Liefersysteme werden vermutlich auf notwendige Güter wie Lebens- und Arzneimittel beschränkt werden - wenn diese unsere Nachbarländer überhaupt noch passieren durften.

Wie lange bis zur Entwarnung?

Am Beispiel von China, das die am meisten betroffene Provinz Hubei mit ihren mehr als 50 Millionen Menschen am Höhepunkt der Pandemie völlig abgeriegelt hatte, lässt sich eine vorsichtige Zeitschätzung ableiten: Dort dauerte es vom Setzen der radikalen Maßnahmen bis zu ersten spürbaren Effekten (einem deutlichen Abflachen der Kurve von Neuinfektionen) rund 12 Tage. Dieses Abflachen bedeutet jedoch nicht, dass das Leben danach weitergehen kann wie zuvor - es markiert nur jenen Zeitpunkt, an dem die Situation nicht laufend noch schlimmer wird. Epidemiologen und Statistiker gehen davon aus, dass die akute Situation zumindest mehrere Wochen dauern wird. Dabei gilt: Je rascher, konsequenter und härter die nötigen Maßnahmen getroffen werden, desto spürbarer ihr Effekt. Auch wenn´s weh tut.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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