Direkt zum Inhalt
 © Trup Design, Pichler © Trup Design, Pichler

Dankbar für jeden Quadratmeter

24.06.2021

Was anderen klein erscheinen muss, bietet dem Grazer Trafikantenehepaar Pichler nun endlich den benötigten Raum. Von 19 über 6 auf 34 Quadratmeter: eine Leidens- und Erfolgsgeschichte.

Im Grazer Stadtteil Eggenberg gab es einen Konsum-Markt. Diesen übernahm nach der legendären Pleite 1995 die Rewe für einen Merkur-Markt. Das Gebäude blieb aber unverändert. In dieser baulichen Situation übernahm 2017 das Ehepaar ­Sibylle und Andreas ­Pichler eine mit 19 Quadratmetern (inklusive Lager, Toilette und Waschbecken!) wirklich kleine Trafik. Für ein Büro war kein Platz – so musste man für die Kassenübergabe mittags das Geschäft schließen und konnte Bestellungen nur außerhalb der Öffnungszeiten am Kassenplatz machen. Zudem sorgte eine niedrige Decke dafür, dass man mit dem Lager auch nicht in die Höhe bauen konnte. Das Geschäft platzte buchstäblich aus allen Nähten.

Renovierung

Schon zum Zeitpunkt der Übernahme war klar, dass das kleine Einkaufscenter im Folgejahr 2018 einem rund halbjährigen Umbau sowie einer grundlegenden Renovierung unterzogen würde. Die Pichlers hatten also Gelegenheit, sich Gedanken über ihr neues Geschäftslokal zu machen. Es sollte insgesamt heller und freundlicher werden, dem Personal wie den Kunden mehr Raum sowie ein größeres Lager und erstmals auch ein Büro bieten. Aus Kostengründen sollte so viel wie möglich von der bestehenden Einrichtung wiederverwendet werden. Dazu suchte man einen Partner, welcher das Projekt vom Einreichplan über Genehmigungen und Koordination der Handwerker bis zur schlüsselfertigen Übergabe abwickeln sollte. Fündig wurde man bei Trup Design.

Die Planung

War das alte Geschäft klein, aber ziemlich quadratisch gewesen, so würde das neue größer, dabei aber lang und schmal werden. Zu schmal, wie Trafikanten und Ladenbauer nach ersten Planungsversuchen befanden. Zudem hätte eine Säule den Blick aufs Geschäft sowie aus der Trafik hinaus verstellt. In Absprache mit dem künftigen Geschäftsnachbarn „schnorrte“ man diesem wichtige 20 Zentimeter mehr Breite ab, und der Bauherr verzichtete auf die lästige Säule.

Im Container

„Im Zuge des Umbaus wurde das Gebäude völlig ausgehöhlt“, erzählt Sibylle Pichler. „Wir mussten in einen Container übersiedeln. Diese nur 2 x 6 Meter große ‚mobile Trafik‘ hat uns Trup fertig eingerichtet zur Verfügung gestellt. Gott sei Dank hatte der Container eine Klimaanlage, sonst hätten wir den heißen Sommer 2018 wohl nicht überlebt.“ Die Lage des Containers an einer Straßenbahnhaltestelle, weitere kleine Geschäfte im Umfeld und treue Stammkunden retteten die Trafik der Familie Pichler über die monatelange Umbauphase. 

Mitte September 2018 legte Trup Design in einem leeren Kubus ohne Böden und Decke sowie mit herunterbaumelndem Stromkabel los. Böden, Sanitäreinrichtungen, Strom, eine Decke, danach die Beleuchtung und zum Schluss die Einrichtung ließen das leere Loch schrittweise zur adretten Trafik werden. Zehn Tage vor der Neueröffnung des Centers musste das Ehepaar Pichler den Container schließen.

Die neue Trafik Pichler

Statt 19 hat man nun insgesamt 34 Quadratmeter Platz, davon sind 24 m2 Verkaufsraum und weitere 10 m2 Lager und – endlich – auch Büro. Die großzügigere Raumhöhe wird für das Lager genutzt, dank eigenem Büroraum ist auch die davor notwendige Mittagssperre für die Kassenübergabe Geschichte. Zwei Kassenplätze und zwei Lottoterminals bedienen die rund 700 täglichen Kunden. Und trotz des schmalen Grundrisses konnten eigene Bereiche für die Liquids sowie die Feuerzeugmarke Clipper geschaffen werden – beides geschäftliche Liebkinder der Pichlers. Trotz völlig anderer räumlicher Vorgaben konnte auch ein kleiner Teil der gut erhaltenen Einrichtung der Vorgängertrafik wiederverwendet werden. 

Ein neues Arbeiten

„Das gesamte Center wirkt jetzt hochwertiger und zieht neue Kunden an, wovon auch wir profitieren“, erzählt Sibylle Pichler von den Erfahrungen der ersten beiden Wochen seit der Neueröffnung. „Und unser neues Geschäft passt da richtig gut rein. Von den Kunden bekommen wir durchwegs positive Rückmeldungen. Meist heißt es, ‚es ist so schön hell und so freundlich‘, und viele meinen auch, ‚endlich hat man Platz‘. Das gilt auch für uns – mein Mann und ich können uns im Büro jetzt mehr um Einkauf und Verwaltung kümmern und stehen uns mit unseren vier Mitarbeiterinnen nicht mehr gegenseitig im Weg.“

Werbung

Weiterführende Themen

Meldungen
01.07.2021

Seit April dieses Jahres (2014) befindet sich das Tabakfachgeschäft der Familie Bleha an einem neuen Standort im Fischapark. 

Meldungen
01.07.2021

Der Trafikant Hermann Maringer ist Geschäftsmann, Stimmungskanone und kommunikative Drehscheibe seines Heimatortes Hausleiten. Ein chronisch gut gelauntes Energiebündel. 

Hinter der geschlossenen Vekleidung versteckt sich ein weiteres Warenlager.
Meldungen
01.07.2021

Die Anfänge in einer kleinen Dorftrafik liegen hinter dem Ehepaar Hering. Am neuen Standort ist alles eine Nummer größer – dafür hat man andere Probleme.

Meldungen
25.06.2021

Es muss nicht immer die Hochglanztrafik in allerbester Stadtlage sein, damit das eigene Geschäft dem Trafikanten wie seinen Kunden Spaß macht und erfolgreich läuft. Ein ländlicher Lokalaugenschein ...

Meldungen
25.06.2021

Josef und Manuel Lesjak betrieben den letzten Zeitungskiosk im U-Bahn-Bereich. Jetzt führen sie ein Tabakfachgeschäft. Eine Änderung, die viel Neues brachte ...

Werbung