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Das Geschäftsmodell Trafik ist in Gefahr

18.02.2015

 
Ein Bericht der KMU Forschung Austria bietet Vergleichsmöglichkeiten mit Vorjahren.

Der Studie zufolge wächst beim schwächsten Viertel der Trafikanten durch die tägliche Arbeit nur der Schuldenberg ...

Die Daten reichen bis inklusive 2013, das Vorjahr ist leider noch nicht berücksichtigt. Dennoch sind eindeutige Tendenzen zu erkennen.

Menschen
Im Jahr 2013 arbeiteten 2.803 Tabakfachgeschäfte mit 6.713 unselbständig Beschäftigten. Während 2008 noch 3.158 Tabakfachgeschäfte mit 6.486 Angestellten gearbeitet hatten war die Zahl der Beschäftigten netto sogar gestiegen, während sich die Menge der Dienstgeber um rund 10 Prozent verringert hatte.
Die Zahl der Einpersonenunternehmen (10 %) liegt deutlich unter der Quote der Gesamtwirtschaft (37 %). Doch von 425 Solisten im Jahr 2008 waren 2012 nur noch 288 übrig, gleichzeitig nahm die Zahl von Branchenbetrieben mit 10 bis 49 Beschäftigten leicht von 25 auf 30 Firmen zu –  ein Konzentrationsprozess.

Zahlen
Die Bruttowertschöpfung – also Umsatzerlöse minus Vorleistungen – ist von 2008 bis 2011 gleich geblieben; erst für 2012 weist die Studie einen Anstieg auf 331 Mio. Euro aus. In Summe läuft immer mehr Geld durch die Trafiken, von dem den Inhabern aber gleich viel bleibt, während die Kosten steigen. Bei der Umsatzrentabilität liegt das schwächste Viertel der Branche im Minus, sie haben auch einen negativen Cash-Flow, der eine substanzielle Rückzahlung von Schulden unmöglich macht. Und selbst die am besten aufgestellten Trafikanten liegen mit 18 % Eigenkapitalquote deutlich unter langfristig als solide geltenden 30 Prozent.
Dazu passt, dass der Umsatzanteil der Trafikanten am Gesamtumsatz des Einzelhandels seit 2008 von 3,0 auf 2,8 Prozent gesunken ist.

Fazit
Schreibt man die langjährigen Trends der Studie fort, so ist zu befürchten, dass die „Strukturbereinigung“ weiter geht: Ein Viertel der Tabakfachgeschäfte verbrennt durch die tägliche Arbeit faktisch Geld und hat keine Aussicht auf Rückzahlung ihrer Schulden. Lediglich die Preise, nicht aber die Bruttowertschöpfung der Trafikanten zu erhöhen wird die Zahl lebensfähiger Fachgeschäfte langfristig bedrohen.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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