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Landesobmann Pichler und sein Vize Wolfgang Streißnig am Rednerpult.

Der Kärntner Trafikantentag 2016

19.10.2016

Am 16. Oktober fand in Pörtschach der Kärntner Trafikantentag statt - wir waren für Sie vor Ort.

Kärntner Trafikanten stellten ihre Fragen an Heidemarie Skrdla, Josef Prirschl und Mag. Hannes Hofer.
Die beiden Vorräume des Veranstaltungssaales boten den Ausstellern der Hausmesse Platz.

Ab 09.00 Uhr stand die Hausmesse im Foyer den Besuchern offen, auf der sich die wichtigsten Anbieter aus den Bereichen Tabak, E-Zigarette, Sportwetten und Ladenbau präsentierten. Fast gleichzeitig fand ein Schnupperseminar mit Prof. Pappler statt, das einigen Besuch von den kleinen Messeständen der Aussteller abzog.

Mittags startete das offizielle Programm mit den Begrüßungsansprachen von Landesgremialobmann Harald Pichler, seinem Stellvertreter Wolfgang Streißnig und der Pörtschacher Bürgermeisterin. Auch MVG-Chef Mag. Hannes Hofer war wieder mit seinem interaktiven Umfragetool auf Tour und durfte sich über vergleichsweise gute Ergebnisse freuen: Bei einer Note für die eigene Zufriedenheit als Trafikant von 2,5 stuften die Anwesenden die MVG mit 82 Prozent als sehr wichtig für sich ein. Ebenso viele sind mit der Arbeit der Monopolverwaltung sehr zufrieden, 46 Prozent meinen sogar, es solle sich gar nichts ändern. Für die Anwesenden hatte Mag. Hofer auch eine klare Botschaft: "Wir haben in diesem Jahr bei der Zuteilung von Tabakfachgeschäften eine Quote Begünstigter von 100 Prozent - kein Fachgeschäft wurde an einen nicht-behinderten Werber übergeben." Den Tanz rund um Spanne und Zigarettenpreise hatte der Monopolchef gleich doppelt im Visier und kritisierte sowohl die ungenügenden Preisanhebungen der Industrie, aber auch das aktuelle Spannenmodell des Bundesgremiums. Ein gemeinsamer Vorschlag für die nach 2017 notwendige Neuregelung der Tabaksteuer sowie die baldige Umsetzung eines besseren Spannenmodells für die Trafikanten dürfte zumindest derzeit nicht sonderlich realistisch sein. Hinter den Kulissen führen die Stakeholder ihre Gespräche mit dem Finanzministerium und kämpfen für ihre jeweiligen Standpunkte. Eine Spannediskussion vor Publikum erübrigte sich in Pörtschach jedoch schon aus einem Grund: Die Industrie glänzte durchwegs mit der Abwesenheit ihrer Führungspersönlichkeiten und hatte lediglich ihre Kärnten-Aussendienstmitarbeiter für die Betreuung der Hausmessestände entsandt.

Fragerunde

Zum Ende stellten sich Bundesgremialobmann Prirschl, MVG-Chef Hofer und WE-Chefin Skrdla den Fragen der Kärntner Trafikanten. Kärnten kämpft wie viele alpine Regionen mit strukturschwachen Tälern, aus denen die Menschen fortziehen - ein Geschäft trotz eines Kundenverlustes von 10 Prozent halten zu können wird schwer. MVG-Chef Hofer sieht die Strukturreform als abgeschlossen an, heute sollen nur noch 160-170 Geschäfte in ganz Österreich unter einem Tabakumsatz von 400.000 Euro liegen. Manchmal ist auch eine Verkaufsstelle die Lösung, wenn der Markt für ein Fachgeschäft zu klein ist. Dem widerspricht BGO Prirschl angesichts von zahlreichen extrem umsatzstarken Verkaufsstellen, aus denen sich locker 1-2 gut gehende Fachgeschäfte machen ließen. Für strukturschwache Regionen sieht jedoch auch er die Lösung in einer Kombination aus besserer Handesspanne und Initiativen von Gemeinden (z. B. mietfreies Geschäftslokal um die Trafik als Nahversorger im Ort zu behalten). Kärnten-Obmann Pichler macht klar, dass für ihn eine kritische Grenze längst erreicht ist: "Wir können keine weiteren Fachgeschäfte mehr zusperren - in ganz Kärnten gibt es ohnehin nur noch 145 Tabakfachgeschäfte!"

Eine Frage zum Behindertenanteil unter den Trafikanten bringt ebenfalls Interessantes: Können §31-Übernehmer aufgrund eigener Behinderung neu eingestuft werden? WE-Chefin Skrdla erinnert daran, dass viele Kinder von körperbehinderten Menschen ebenfalls eine - wenn oft auch geringere - Beeinträchtigung aufweisen. Diese in Kombination mit eigenen Krankheiten oder Unfallfolgen können sehr wohl eine Einstufung als Begünstigte rechtfertigen. Monopochef Hofer ruft in solchen Fällen dazu auf, die neue Einstufung auch bei der MVG zu melden.

Ein Problem, unter dem Kärnten wie alle südlichen Bundesländer leidet, ist der Schmuggel bzw. der legale Grenzübertritt mit im Ausland gekauften Zigaretten. Diese machen laut MVG-Chef Hofer österreichweit rund 27 Prozent oder einen Spannenverlust von rund 81 Mio. Euro aus. In den ab 2019 geplanten Verpflichtungen für Tracking & Tracing sieht er eine deutliche Hilfestellung. Auch BGO Prirschl stimmt dem zu: "Kärnten wächst unter dem Bundesdurchschnitt und ist klar betroffen. Zudem stammen rund 90 Prozent der Schmuggelware aus offiziellen Fabriken - Tracking & Tracing sollte die Situation verbessern." Er sieht aber auch noch Verbesserungspotenzial von Trafikantenseite: "Der Zoll hat sich beklagt, dass er von Trafikanten keine Hinweise auf Schwarzmarkthändler bekommt. Bitte melden Sie es den Zollbehörden, wenn Kofferraumverkäufer in Ihrer Gegend aktiv sind!" Landesobmann Pichler sieht auch beim Dampfgeschäft Probleme: "Die offiziellen Dampfershops halten sich an das Versandverbot für Liquids. Fehlende Kontrollen sorgen aber bereits dafür, dass es einen Wildwuchs von Versendern gibt, die keine Strafen zu befürchten haben."

 

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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