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Der Offenbarungseid

29.05.2013

In Großbritannien ist ein Schriftstück aufgetaucht, in dem ein Vertreter der britischen Gesundheitsbehörde das Ministerium in Australien nach Argumenten für Plain Packaging fragt. Und zugibt, dass es bislang keine gebe. JTI UK hat daraus eine Kampagne gemacht. (JTI, mh)

Die E-Mail wurde durch eine Anfrage auf Basis der Informationsfreiheit aufgestöbert. Absender und Empfänger sind geschwärzt, dennoch steckt viel Brisanz in dem kurzen Text. Dieser lautet: „Sehr geehrter XXX, ich arbeite für das Team der Tabakpolitik im britischen Gesundheitsministerium, von dem Sie wissen, dass wir die Einführung von Plain Packaging für Tabakprodukte erwägen. Wie Ihnen sicher bewusst ist, gibt es dabei das Problem, dass dies bisher niemand eingeführt hat und es aus diesem Grund keine Beweise dafür gibt, dass diese Maßnahme auch funktioniert. Ich wüsste deshalb gerne, ob die australische Regierung irgendeine Form von Auswirkungsabschätzung oder Kostenanalyse mit den zu erwartenden positiven Resultaten und Unkosten in Auftrag gegeben hat und ob Sie bereit wären, diese Informationen mit uns zu teilen.“

 

Die Mail datiert aus dem Oktober 2011, als die harte Linie der Briten gegenüber dem Tabakthema längst beschlossene Sache war. Vor dem Hintergrund der geplanten Einführung von Plain Packaging in Schottland geht Japan Tobacco UK nun seit dem 8. April dieses Jahres in die Offensive: Die Mail wird im Faksimile abgedruckt und als Inserat geschaltet – nur ergänzt um die Aussage „Wir hätten es nicht schöner sagen können“. Bis heute gibt es keine belegbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse, welche die geplanten Schritte gegen die bisherigen Markenverpackungen argumentativ unterstützen würden. Ähnlich dünn sieht die Datenlage bei den geplanten 75 Prozent der Packungsoberfläche für Warnhinweise bildlicher oder textlicher Form aus. Dennoch wird weiter in diese Richtung Druck gemacht.

 

Für den Managing Director von JTI UK, Jorge da Motta, gilt deshalb das Prinzip Hoffnung: „Wir hoffen, dass die Vernunft die Oberhand behält und diese Vorschläge verworfen werden, bevor ein Prozess in Gang kommt, der nur Steuerentgänge für den Finanzminister und lukrative Bedingungen für Schmuggler, Produktfälscher und den Schwarzmarkt eröffnen würde. Plain Packaging wird Kinder nicht vom Rauchen abhalten, wir unterstützen aber Initiativen, welche den Tabakverkauf ausschließlich gegen Vorlage eines Ausweises fordern.“

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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