Direkt zum Inhalt

„Der Wirtschaftsnutzen hat ausgedient – wir brauchen ein neues Spannenmodell.“

22.10.2014

meint Bundesgremialobmann Peter Trinkl im Gespräch. Wir haben ihn nach den Details der „15-Prozent-Idee“ gefragt. (mh)

Bundesgremialobmann Peter Trinkl: "Die wachsende Tabaksteuer sowie deren nicht vollständige Weitergabe im Kleinverkaufspreis verkleinert sukzessive den Wirtschaftsnutzen. Wir brauchen eine neue Berechnungsgrundlage der Handelsspanne."

Wie sieht Ihr Modell für eine Rückkehr zu einer tragfähigen Handelsspanne aus?
Unser Ansatz sieht einen fixen Anteil von 15 Prozent des Kleinverkaufspreises vor – als Bruttospanne, also zuzüglich Mehrwertsteuer. Wir brauchen die Loslösung vom Wirtschaftsnutzen, weil alle Steuererhöhungen zulasten des Wirtschaftsnutzens gehen. Unser Modell vergibt zwar den Vorteil, an den hochpreisigen Marken besser zu verdienen, sorgt aber für Sicherheit. Die Industrie hätte mit diesem Modell freilich keine Freude, weil es ihren Gestaltungsspielraum stärker einschränken würde.

Wurde dieser Ansatz schon mit dem Finanzministerium diskutiert?
Auch für das Finanzministerium reduziert eine weitere fixe Säule neben der Mehrwertsteuer den Spielraum für die Gestaltung der Tabaksteuer. Es ist aber klar, dass etwas passieren muss.

Gibt es einen Plan B, falls die Spanne auf Basis des KVP nicht durchgeht?
Eine Mindesthandelsspanne, die sich am WAP orientiert, wäre eine zweite Lösung. Mit 100 Prozent vom WAP kommt Dynamik in das Spiel. Dann gibt es faktisch keine Ware unter dem WAP mehr.

Haben Sie versucht, das Spannenproblem über einen sozialen Ansatz anzugehen? Immerhin sind Trafiken ja auch als langfristige Versorgung für behinderte Menschen gedacht, die am regulären Arbeitsmarkt schwer zu vermitteln sind.
Wir haben natürlich probiert, das auch über die soziale Schiene zu spielen. Dieser Ansatz hat uns den Strukturfonds und seine „Sterbehilfe“ beschert. Das war die falsche Lösung für unser Problem. Wir müssen eine Win-win-win-Situation herbeiführen, in der Preis, Handelsspanne und Steueraufkommen wachsen. Die Frage ist, wie wir dort hinkommen. Eine Mindeststeuer ohne begleitende Mindesthandelsspanne wäre für uns jedenfalls ruinös.  

 

Das vollständige Interview ist in der Ausgabe 10/2014 der Trafikantenzeitung nachzulesen.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Walter Read führt sein kleines Geschäft seit mehr als 25 Jahren. In dieser Zeit sperrten deutlich bessere Standorte zu – ihn gibt es immer noch.
Meldungen
22.06.2021

Eigentlich wollte Walter Read Dichter werden, flog als Flugbegleiter um die Welt und tauscht seine Erlebnisse jetzt mit Künstlern und einem urbanen Publikum in seiner Trafik aus.

Statt wie zuvor auf den Tresen blicken die Kunden beim Eingang nun auf die Rückwand mit ihren Produktpräsentationen – das macht Lust auf Impulskäufe.
Meldungen
22.06.2021

Nach 20 Jahren im Familiengeschäft, davon acht Jahren als ihre eigene Chefin, entschloss sich Karin Wrzacek zu einer Neugestaltung ihres Tabakfachgeschäfts.
 

Wenn einmal keine Kunden da sind und es keine Verwaltungsarbeiten zu erledigen gibt, geht ­Robert Cvrkal zum Luftschnappen einen Schritt vor die Türe – ohne Maske.
Meldungen
22.06.2021

Corona macht es Risikogruppen nicht leicht. Renate Cvrkal schickte daher Ehemann Robert in die Trafik. Als gelernter Betriebswirt kennt er sich aus und ist mit dem Geschäft ohnehin seit Langem eng ...

Der Stolz über das neue Geschäft ist dem Wien-Obmann anzusehen. Die großzügige Verkaufsfläche soll nie angeräumt werden, die rollbaren, aber dennoch stabilen Regalinseln lassen sich einfachst umstellen. Derzeit kanalisieren sie den Kundenstrom zum Verkaufspult.
Meldungen
22.06.2021

Das Nordbahnviertel ist ein gerade entstehendes Stadtviertel in Wien, in dem Andreas Schiefer mit einem modern gedachten Geschäft ein spannendes neues Kapitel beginnt.

Obwohl in der Altdtadt von St. Pölten gelegen, befindet die aktuelle Trafik in einem Neubau. Der ­Trafikant wünscht sich aber, ein Geschäft in seiner Heimatgemeinde zu übernehmen.
Meldungen
22.06.2021

Nur wenig kann den St. Pöltner Trafikanten Johannes Steindl erschüttern, so scheint es zumindest. Zielstrebig geht er trotz beträchtlicher körperlicher Einschränkung sein Leben an – und es gelingt ...

Werbung