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„Die Kunden rechnen mit weiteren Preiserhöhungen ...“

17.04.2018

Wir haben den Wien-Chef und stellvertretenden Bundesgremialobmann Obmann Andreas Schiefer zu den aktuellen Themen wie Tabaksteuerstopp und Jugendschutz zum Gespräch gebeten.

Nach dem Stopp der alljährlichen Tabaksteuer-Anhebungen wird die Preisfrage alleine bei den Tabakkonzernen liegen. Andreas Schiefer meint dazu: „Man wird die Tabakindustrie an ihren Taten messen."

Wie kann es beim Zigarettenpreis sowie bei der Trafikantenspanne realistisch weitergehen? Was sind die aus Ihrer Sicht möglichen Szenarien?
Jetzt würde die Preishoheit den Herstellern die Chance bieten, richtig Geld zu verdienen – und das wäre natürlich auch für uns das Idealszenario. Der schlechteste Fall wäre jener, dass sich zuerst gar nichts tut, und dann holt der Finanzminister das versäumte Steueraufkommen mit einer großen Anhebung der Tabaksteuer um 50 bis 60 Cent nach.Ich hoffe ja auf die Vernunft aller Beteiligten – schließlich hat man jetzt endlich die Chance, an der oftmals beklagten geringen Rentabilität des österreichischen Tabakmarktes aus eigener Kraft etwas zu ändern.

Wie weit rechnen Sie damit, dass bei diesem Gedanken auch die Konsumenten mitspielen?
Da mache ich mir sehr wenig Sorgen: Trotz der Preiserhöhungen um den Jahreswechsel rechnen die meisten Kunden für den April mit einer weiteren Anhebung. Da wäre es fast dumm, diese Erwartung nicht zu erfüllen! Zehn oder 20 Cent pro Packung wären mit dem üblichen Murren der Leute durchaus drinnen – die freuen sich eher darüber, dass die Preiserhöhung nicht mit 3. April gekommen ist.
 

Mit welchen Maßnahmen kann man einer Stagnation der Zigarettenpreise entgegenwirken?
Die Indexierung der Mindesthandelsspanne ist nur EIN Schritt und macht auch nur im unteren Preissegment Druck. Der höhere WAP – aktuell 4,76 Euro – betrifft über die Mindesthandelsspanne ebenso nur das Billigsegment. Was wir brauchen, ist eine Parallelverschiebung aller Marken und Segmente nach oben. Die geeignetste Maßnahme, um alle Preissegmente parallel nach oben zu schieben, ist und bleibt eine prozentual fixe Spanne vom Verkaufspreis.
 

Statt auf die Umsetzung von „Tabak ab 18“ durch die Bundesländer zu warten, will die Regierung das Mindestalter per Bundesgesetz erhöhen. Wie sieht es damit aus?
Es ist ja nur der Jugendschutz Ländersache – also hat man es in eine Novelle des Tabak- und Nichtraucherschutzgesetzes hineingepackt. Richtig chaotisch wird es dann, wenn ein paar Landesjugendreferenten dem mit einem Landesgesetz vorgreifen wollen und „Tabak ab 18“ schon in diesem Jahr einführen wollen. Da bleibt dann wirklich keine Zeit für die Umrüstung der Automaten mehr, weil schon der Termin 1. Jänner 2019 technisch knapp werden kann. Die Alterskontrolle funktioniert ja nur über NFC; allerdings wird die Abfrage bei der Datenbank nicht gratis sein. Das sind weitere Kosten für uns.

Was passiert eigentlich mit jenen Rauchern, die derzeit über 16 Jahre sind und legal rauchen? Müssen die, wenn sie mit Jahresbeginn 2019 noch nicht 18 sind, eine längere Rauchpause machen?
So schaut es aus. Das hat sich offenbar niemand überlegt. Hier werden gleichzeitig mehrere Wege beschritten, die nicht zum Ziel führen können. Denn in einigen Bundesländern werden Strafen für jugendliche Raucher in Höhe von bis zu 3600 Euro diskutiert. Was soll das bringen? Verbote haben junge Menschen schon immer zu Übertretungen herausgefordert. Und wer wird die Strafen zahlen? Die Eltern, weil kein Jugendlicher 3600 Euro herumliegen hat.

 

Das vollständige Interview finden Sie ab 20. April in der druckfrischen Trafikantenzeitung.
 

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