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Die Marktzahlen der Monate März & April 2020

25.05.2020

Die Monopolverwaltung hat sich genau angesehen, wie sich die Umsätze der Tabakfachgeschäfte und -verkaufsstellen durch Corona, Shutdown, Home-Office und Grenzschließungen verändert haben. Auch die Verschiebung von Hochfrequenzstandorten zu kleineren Geschäften wurde dokumentiert.

In Wien litten bisherige Frequenzstandorte besonders stark, in den Wohngebieten der Außenbezirke boomte dafür das Geschäft.
Auch die Betrachtung der Bundesländer zeigt ein uneinheitliches Bild: Im Süden und Osten brachten geschlossene Grenzen Kunden zurück, die im Westen dafür fehlten.

Die MVG hat im Zuge der speziellen Entwicklungen während der COVID19-Krise die März- und Aprildaten der Trafiken mit dem Vorjahreszeitraum verglichen und dokumentiert die ungewöhnlichen Umsatzabweichungen im Detail. Um diese Zahlen korrekt bewerten zu können, muss man beachten, dass 760 Tabakverkaufsstellen (TVS) – deren Hauptgewerbe nicht mit dem Lebensmittelhandel in Zusammenhang steht – für viele Wochen geschlossen waren, 1.100 Tabakfachgeschäfte (TFG) die Öffnungszeiten an die geänderte Nachfrage angepasst haben und 60 Standorte (TFG) zeitweilig aus gesundheitlichen oder wirtschaftlichen Gründen nicht öffnen konnten.

Monopolchef Hannes Hofer kommentiert die Auswertung vorab: „Die Analyse zeigt ein Gesamtbild der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen der österreichischen Regierung. Home-Office und Grenzschließungen haben zu einer massiven Umverteilung bei der regionalen Nachfrage geführt.“

Stabile Tabakbranche

Im Vergleich zu vielen anderen Branchen steht die Tabakbranche in der Krise stabil da: Insgesamt verzeichneten die Trafiken (TFG & TVS) im März und April 2020 gegenüber 2019 ein Umsatzplus von 6 Prozent. (TFG +9 %, TVS -4 %).

Wie unterschiedlich sich die Lage für die einzelnen Trafikanten darstellt, zeigt sich in den Detailergebnissen für März und April:

  • Hart getroffen wurden jene Trafikstandorte, die in Einkaufszentren angesiedelt sind. Aufgrund fehlender Besucher verzeichneten sie kaum Umsätze.
  • Standorte an Bahnhöfen und U-Bahnstationen hatten ob der mangelnden Frequenz hohe Rückgänge.
  • Die Kampagne „stay at home” bedeutete für die Arbeitswelt die Umstellung auf Home-Office. Das Kaufverhalten änderte sich – Zigaretten wurden während Corona am Wohnort besorgt.
  • So waren in der Bundeshauptstadt Wien (+5 %) die Ergebnisse in den Bezirken auch sehr unterschiedlich: Außerhalb des Gürtels – in den Wohnbezirken – gab es Zuwächse bis zu 24 Prozent, während Trafiken innerhalb des Gürtels Rückgänge bis zu 50 Prozent verzeichnen mussten.

Umsatzerholung durch geschlossene Grenzen

Vor allem die in ganz Europa geschlossenen Grenzen hatten für die Trafikanten massive Folgen – abhängig vom Preisunterschied der Tabakwaren in den jeweiligen Nachbarländern.
Umsatzplus. An den Grenzen zu den „Billigländern“ Italien, Slowenien, Ungarn, Slowakei und zur Tschechischen Republik zog der Umsatz an. Die Ansässigen kauften ihre Tabakwaren nicht mehr im Ausland sondern in Österreich! Die Tabakfachgeschäfte (TFG) in Kärnten (+16 %), Steiermark (+10 %), Burgenland (+26 %), Niederösterreich (+18%) und Oberösterreich (+13 %) profitierten einerseits von der Grenzschließung und andererseits vom Ausfall der Tabakverkaufsstellen. Spitzenreiter war der Bezirk Gmünd in Niederösterreich mit einem Zuwachs von deutlich über 50 Prozent.

Umgekehrt zeigte sich die Situation der Trafiken an den geschlossenen Grenzen zur hochpreisigen Schweiz und zu Deutschland. Hier bescherte der vor Ostern gestoppte Wintertourismus zusätzlich starke Rückgänge: Vorarlberg (-9 %), Tirol (-7 %), Salzburg (-3 %). Der Trend für die Tabakfachgeschäfte (TFG) war durch die Schließungen vieler Tabakverkaufsstellen deutlich abgefedert: Vorarlberg (-1 %), Tirol (-3 %), Salzburg (-1 %).

Von den Großen zu den Kleinen

Die Verschiebungen durch Corona manifestieren sich auch deutlich bei der Detail-Analyse der Tabakfachgeschäfte (TFG): Die Umsatzstärksten (über 3 Millionen Euro Umsatz) haben stark verloren (-24 %), die kleineren Trafiken hingegen haben im Zweimonats-Schnitt profitiert.

Hannes Hofer dazu: „Es darf uns in unserer persönlichen Betrachtung nicht darum gehen, dass jetzt einige besser oder schlechter gestellt sind, sondern dass wir die Corona-Krise gemeinsam meistern und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“

TFGs und ihre Tabakwarenumsätze:

über 3 Mio. -> Minus 24 %

1,5-3 Mio. -> Plus 6 %

750.000-1,5 Mio. -> Plus 14 %

unter 750.000 -> Plus 9 %

Branchendurchschnitt: Plus 9 %

Verändertes Kaufverhalten

Und auch das Kaufverhalten der Kundinnen und Kunden war durch Corona bestimmt: Im April 2020 wurde in den Tabakfachgeschäften (TFG) insgesamt um 23 Prozent mehr Feinschnitt gekauft. Die Tabakverkaufszahlen liegen nach den ersten vier Monaten des Jahres um 1,7 Prozent über den Werten des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.

Durch die Lockerung der Maßnahmen und die schrittweisen Öffnung der Grenzen ist in den nächsten Wochen mit einer Rückkehr zur „Normalsituation“ zu rechnen.

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