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Der neue BGO ist sich der hohen Erwartungshaltung an ihn sowie der Probleme des Berufsstandes wohl bewusst.

„Die Spanne hat Priorität …“

22.06.2015

... meint der noch recht frischgebackene Bundesgremialobmann Josef Prirschl im Gespräch.

Aus- und Weiterbildung waren schon früher ein wichtiges Anliegen Prirschls. Bei den Seminaren in NÖ findet man ihn sogar als Vortragenden.

Wie geht es Ihnen eine Woche nach der Wahl?
Ich durchlebe gerade eine ziemlich intensive Zeit, bin voller Tatendrang und durch meine 20 Jahre als Funktionär gut auf die neue Aufgabe vorbereitet. Trotzdem gibt es deutliche Unterschiede: In der zweiten Reihe kann man sich eine eigene Meinung leisten, die nicht zwingend mehrheitsfähig sein muss. Als Bundesgremialobmann muss man immer das Gesamtbild im Auge behalten, hat in Entscheidungen das letzte Wort und kann sich damit nicht immer beliebt machen.

Derzeit sind Sie Landesgremialobmann von Niederösterreich und Bundesgremialobmann – wird nicht langfristig eine Tätigkeit unter der anderen leiden?
Dass diese Doppelrolle ein Spiel auf Zeit ist, ist mir klar. Ich habe aber in beiden Fällen ein hervorragendes Team: In Niederösterreich mit meinen Stellvertretern Otmar Schwarzenbohler und Peter Schweinschwaller, im Bund mit Andreas Schiefer und Erwin Kerschbaummayer. Aus diesem Grund sehe ich das recht entspannt.

Welche Aspekte sind für Sie am wichtigsten?
Über allem steht die Wirtschaftlichkeit der Tabaktrafiken. Wir müssen unsere flächendeckende Struktur erhalten, das setzt aber eine gesunde Spanne voraus. Und hier müssen wir der Politik die Problematik aufzeigen: Auf Basis des Wirtschaftsnutzens sind bei weiteren Tabaksteuererhöhungen mit nur unzureichenden Preisanpassungen die Trafikanten existenziell gefährdet. Ob man die Spanne künftig nun am Verkaufspreis oder der Tabaksteuer festmacht, ist dabei gar nicht so wichtig.

Wie hoffen Sie, Bewegung in die versteinerte Spannendiskussion zu bringen?
Wir müssen Gespräche im Finanzministerium sowie auf Beamtenebene führen, danach kann man mit einem akkordierten Konzept die Entscheidungsträger überzeugen. Dafür brauchen wir so viele Verbündete wie nur irgend möglich.

Im Anschluss an unser Gespräch wird es einen weiteren E-Zigaretten-Seminartermin geben, dabei kann der Verfassungsgerichtshof immer noch das Gesetz kippen.
Wie der VfGH entscheiden wird, ist nicht absehbar. Doch selbst im schlechtesten Fall werden wir Trafikanten diese Produkte weiterhin verkaufen, wenngleich nicht exklusiv. Darauf müssen wir uns bestmöglich vorbereiten. Die kostenlosen Kurse in sämtlichen Bundesländern sind ausgebucht. Derzeit halten wir bei knapp unter 2.000 Anmeldungen von Trafikanten und ihrem Personal und haben sogar eine Warteliste. Wir planen im September weitere Termine, weil das Interesse der Kollegen ungebrochen ist.

Haben Sie angesichts des explodierenden Angebots an E-Zigaretten und Liquids eine Empfehlung für die Trafikanten?
Für mich ist wichtig, dass es künftig in jeder Trafik einen Grundstock an Liquids gibt – das braucht nicht viel Platz und bindet nicht viel Kapital. Bei den E-Zigaretten empfehle ich den Kollegen, sich einen guten Marktüberblick zu verschaffen und sich nicht in einem zu breiten Angebot zu verlieren. Schließlich braucht jedes Gerät eigene Ersatz- und Verschleißteile.
Das Disponieren von Bestellungen und das Management von Generationensprüngen sind für die Branche eine neue Herausforderung.

Das vollständige Interview finden Sie ab 26. Juni in der aktuellen Ausgabe der Trafikantenzeitung.

 

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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