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tobaccoland-Geschäftsführer Knapp gibt trotz aller Veränderungen Entwarnung: „Die zweiwöchentlichen Lieferungen werden durch das neue Konzept sogar reduziert.“

„Die Trafikanten werden keine Änderung bemerken“

12.12.2012

Durch den Totalumbau der Strukturen bei tobaccoland mehrten sich jene Stimmen, die eine Verschlechterung der Lieferfrequenzen – besonders für Trafiken mit eher geringeren Tabakumsätzen – befürchteten. Geschäftsführer Mag. Manfred Knapp gibt deshalb im Interview einen Ausblick für 2013.

Wie wird sich der Wegfall der Cash-&-Carry-Märkte in den Bundesländern auswirken? Und wann genau wird zugesperrt?

Mag. Manfred Knapp: Ein Markt bleibt ja erhalten – der in der Wiener Zentrale. Die Bundesländerstandorte werden nach unseren Erfahrungen von rund 200 Trafikanten in ganz Österreich intensiv, also mit wöchentlichem oder noch häufigerem Einkauf, genutzt. Manche jonglieren aufgrund von Liquiditätsproblemen mit dieser Möglichkeit, viele kaufen aber aus anderen Gründen gerne zusätzlich selbst ein.
Die C-&-C-Märkte werden mit 31. Dezember 2012 geschlossen, die regionalen Zwischenlager lösen wir beginnend mit dem 14. Jänner 2013 auf.

Wie darf man sich die neue Lieferstruktur im Detail vorstellen? Können Sie uns da schon Genaueres erzählen?

Unsere Bestellannahme via Lotto-Terminal oder Webshop bleibt unverändert, hier nutzen schon rund 5.000 Trafikanten die Möglichkeit, bequem online bestellen zu können. Dies sowie Kommissionierung und Fakturierung passieren in Wien. Von hier bringen die großen LKWs von Quehenberger die Ware zu fünf Speditionsstandorten in den Bundesländern Oberösterreich, Salzburg, Tirol, Kärnten und Steiermark. Für Niederösterreich, das Burgenland und Vorarlberg wird es keinen eigenen Standort geben. Die Quehenberger-Regionalknoten sind aber keine Zwischenlager, sondern nur Umschlagplätze, an denen unsere Fahrer die Ware für ihre Routen übernehmen.

Bedeutet dies, dass einige Bereiche aus dem benachbarten Bundesland beliefert werden?

Ja. Bei Wien ist klar, dass unsere LKWs direkt von der Zentrale aus operieren, ebenso werden das nördliche Burgenland und große Teile Niederösterreichs direkt versorgt. Teile des Waldviertels werden dafür vom ober-österreichischen Enns aus beliefert, das Südburgenland wird aus der Steiermark und Vorarlberg von Innsbruck angefahren.

Sind die neuen Lieferrouten schon fixiert?

Wir haben die Touren mit einer eigenen Software geplant. Ursprünglich hatten wir vor, nur möglicherweise problematische Lieferrouten im Vorfeld abzufahren – das machen wir jetzt aber mit allen Routen: Die Leiter der Niederlassungen fahren jede Strecke mit dem leeren LKW unter Realbedingungen ab und überprüfen, ob sich die Planung in die Realität umsetzen lässt. Wir gehen da wirklich auf Nummer sicher.

Philip Morris fährt derzeit mit 150 Trafikanten in Oberösterreich einen Probebetrieb, bei dem sämtliche Abläufe von Bestellung bis Auslieferung sowie die geplanten Routen getestet werden.

Das kommentieren wir nicht. Wir sind aber überzeugt, dass tobaccoland schon jetzt die Herausforderungen der Neustrukturierung gut gelöst hat und wir auch künftig besten Service bieten.

Was wird sich für die Trafikanten durch die neue Lieferstruktur bei tobaccoland verändern? Gerade unter den Kleinen werden Befürchtungen laut, nur noch im Zwei-Wochen-Takt beliefert zu werden.

Eines gleich vorweg: Die Trafikanten werden die Änderungen kaum bemerken; meist wird sich nur der gewohnte Lieferzeitpunkt verschieben. Natürlich müssen wir unsere Lieferfrequenzen auch nach den Umsätzen gestalten – die Spanne reicht von zweimal pro Woche bis alle zwei Wochen. Wir sind uns aber der Problematik bewusst, die sich durch knappe Platzverhältnisse gerade für kleine Geschäfte ergibt. Deshalb werden wir Bahnhofskioske und ähnlich kleine Trafiken und Tabakverkaufsstellen wie bisher zweimal wöchentlich beliefern. Die Lieferungen im 2-Wochen-Takt werden insgesamt sogar weniger, wobei wir den verbleibenden Anteil per Post mit Ware versorgen werden. Hier geht es aber um wirkliche Kleinmengen mit weniger als einem Karton Zigaretten pro Lieferung. Auch die Nachbestellungen zwischen regulären Lieferterminen werden wir mit der österreichischen Post abwickeln.

Was tut sich bei den Fahrern – sind das dieselben Personen trotz kleinerer LKWs?

Einige ältere Fahrer machen von den Möglichkeiten unseres Sozialplans Gebrauch, der Großteil fährt aber wie bisher für uns. Das war und ist uns auch wichtig: Schließlich liefern unsere erfahrenen Fahrer ja nicht nur aus, sondern sind auch im Direktverkauf von Tabak und Nebenartikeln tätig. Dazu sind sie unser Ohr am Markt und helfen uns, das Service von tobaccoland zu optimieren.

Was wird sich sonst noch bei tobaccoland ändern?

Bei den Nebenartikeln werden wir uns verstärkt auf Vignetten und Telefonwertkarten konzentrieren, die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Coca-Cola, Red Bull und den Kaugummimarken wird natürlich fortgeführt. Es wird jedoch Einschnitte im Non-Tabak-Bereich und hier speziell bei den Lebensmitteln geben: Typische Langsamdreher, zu allem Überfluss auch noch mit Ablaufdatum sowie kühlbedürftig wie Schokolade, machen die Logistik schwierig und werden deshalb ganz pragmatisch aus dem Sortiment genommen. Auch bei den Rauchaccessoires besinnen wir uns auf hochvolumige Produkte – Feuerzeuge und vergleichbare Artikel werden aufgelassen.

Apropos Vignetten: Hier hat der Vorschlag des Mindestbestandes von nur noch zwei Stück für Unmut gesorgt, da die Trafikanten einen Mehrbestand aus eigener Tasche vorfinanzieren hätten müssen. Wie ist da der Stand der Dinge?

Jede Geschichte hat zwei Seiten: Für uns war es einfach nicht länger hinnehmbar, dass die vereinbarten Verkaufsmeldungen für Vignetten häufig nicht gemacht wurden und sich manche Trafikanten auf diese Art ohne Absprache einen zinsfreien Kredit von tobaccoland geholt haben. Auch die Zahlungsausfälle am Jahresende waren bei den Vignetten regelmäßig so hoch wie in keinem anderen Bereich. Wir haben uns nun auf einen Mindestbestand von 20 Stück geeinigt, die von uns vorfinanziert werden.

(mh)

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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