Direkt zum Inhalt

Die "ungeraden" Big Packs sind zurück

18.10.2016

Big Packs unterliegen nicht mehr der Einschränkung auf 25 Stück - und schon kommen die 23er, 24er und sogar Maxipacks mit 40 Stück wieder. Wir haben den stellvertretenden Bundesgremialobmann und Wiener Landesgremialobmann Andreas Schiefer zu dieser Thematik befragt.

Andreas Schiefer hat mit den Großpackungen keine Freude. Den Schwarzen Peter für die Rückkehr der 23- und 24-Stück-Packungen lässt sich das Bundesgremium aber nicht zuschieben.

Die Festlegung der Packungsgrößen auf 20 oder 25 Stück ist mit der Implementierung der TPD2 wieder vom Tisch. Wer oder was steckt dahinter?
Man hat es im Gesetzesentwurf für die TPD2 wohl schlicht und einfach übersehen. Das Bundesgremium hat die Hereinnahme der vorherigen 20-/25-Stück-Regelung reklamiert, das wurde aber von den Abgeordneten ignoriert. Die Indus­trie war sich in sich nicht einig – manche wollten die 25-Stück-Packungen, andere wollten alle Freiheiten oder überhaupt nur Standardpackungen mit 20 Stück. Im Nachhinein aber den Trafikantenvertretern den Schwarzen Peter zuzuschieben, ist billige Polemik. 

Gegen die Festschreibung der Packungsgrößen von Big Packs im österreichischen Gesetz kam ein Einspruch aus Spanien. Wie hätte der Gesetzgeber aus Ihrer Sicht reagieren können und vielleicht auch müssen?
Man hätte die Regelung mit 20/25 Stück dennoch beschließen können. Bis Einsprüche auf EU-Ebene behandelt werden, dauert es erfahrungsgemäß mehrere Jahre. Dann hätte man halt – so wie seinerzeit beim Mindestpreis – das Gesetz geändert. Mir ist nicht klar, warum Österreich immer den EU-Musterknaben spielen muss. Mit der TPD2-Umsetzung ist es ähnlich: Viele Punkte sind noch offen, aber Hauptsache, wir haben ein Gesetz, von dem keiner genau weiß, wie es umgesetzt werden soll.

Hat die Industrie aus Ihrer Sicht Interesse daran, die „ungeraden“ Big Packs anbieten zu können? 
Die Industrie hat Interesse an der liberalen Lösung, weil sich mit ihr die Kleinverkaufspreise angenehmer gestalten lassen: 5,50 Euro für 24 Stück klingen einfach netter als 5,70 Euro für 25 Stück. Man hat die Kunden ja über die Jahre auf „Geiz ist geil“ trainiert und bedient diese Klientel nun.
Grundsätzlich frage ich mich ja, wie das dem Monopolgesetz entsprechen kann: Wir Trafikanten dürfen keine Rabatte auf Tabakprodukte geben; die Big Packs stellen aber einen klaren Mengenrabatt dar. Und warum wird bei Big Packs Geld verschenkt, wenn die Industrie doch so schlecht verdient, dass sich eine bessere Handelsspanne für uns Trafikanten nicht ausgeht? Da fehlt mir eine gute Erklärung.
 

Was sagen Sie zu Maxi Packs wie den Batton XXXL mit 40 Stück für acht Euro?
Die Batton XXXL gefällt mir besonders gut. Das ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass selbst an vier Euro für 20 Stück auch heute offenbar noch gut genug verdient wird. Für unsere Spannenforderung an die Politik ist das allerdings eine perfekte Bestätigung dafür, dass die Industrie auch an solchen Dumpingpreis-Zigaretten noch mehr als genug verdient und unser Anteil sehr wohl angehoben werden kann.    

 

Das vollständige Interview finden Sie ab 21. Oktober in der Druckausgabe der Trafikantenzeitung.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
Werbung

Weiterführende Themen

Andreas Schiefer: "Dass die winzigen Warnbilder und -texte auf den ohnehin schon kleinen Wahltasten nicht erkenn- bzw. lesbar wären scheint Dr. Pietsch nicht zu stören."
Meldungen
21.02.2017

Nach dem medialen Doppelschlag gegen die Trafikanten gleich zu Jahresbeginn haben wir den stellvertretenden Bundesgremialobmann Andreas Schiefer zum Gespräch gebeten.

59 Prozent geben die Großpackungen nur auf Verlangen aus, 13 Prozent befüllen sogar den Automaten mit Big Packs.
Meldungen
18.10.2016

Die Sparefroh-Großpackungen bringen mehr Umsatz bei geringerer Spanne. Wir haben gefragt, wie Sie im Geschäftsalltag mit diesen Produkten umgehen.

"Der Ansatz ist richtig, aber Weg dorthin ist falsch." meint Andreas Schiefer zu den Überlegungen der MVG, für eine höhere Behindertenquote die Weitergabe von Tabakfachgeschäften zu beschränken.
Meldungen
17.05.2016

Der Wiener Landesgremialobmann und stellvertretende Bundesgremialobmann Andreas Schiefer  liefert  Ansätze, mit denen sich die Ziele der Monopolverwaltung auch so erreichen lassen sollten. ...

Werbung