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Durch’s Dunkel zum Licht

25.06.2021

Eine Trafik in einem Einkaufscenter klingt nach einer „g’mahten Wiesn“. Wird ein Center aber umgebaut, so hat auch das eine andere Größenordnung, wie Wolfgang Frank berichten kann …
 

Wolfgang Frank hatte einen guten Job an der Wirtschaftsuniversität, als seine Mutter im Jahr 2000 Landesgremialobfrau für Wien wurde. Damit war klar, dass sie wenig im Geschäft sein würde und eine Lösung gefunden werden musste. Der Sohn kündigte also an der WU und führte das knapp 50 Quadratmeter große Tabakfachgeschäft im Huma Simmering, das die Mutter Anfang der 80er als vorzugsberechtigte Behinderte erhalten hatte. 2007 ging Frau Frank in Pension, und Wolfgang Frank erhielt seinen Bestellungsvertrag.

Ein kurzer Umbau …

„Es ist jahrelang darüber geredet worden, das Einkaufszentrum umzubauen. In dieser Situation tätigt man keine Investitionen mehr. Ich habe also mit der alten Einrichtung aus den Achtzigern weitergemacht, obwohl sie schon deutliche Spuren der Nutzungsdauer zeigte und auch die Lichtsituation unbefriedigend war. Für 2013 war der Umbau des Centers geplant und sollte ein bis eineinhalb Jahre dauern. Letztlich waren es durch eine komplette Neuausschreibung des Auftrags dann aber rund zweieinhalb Jahre“, kann Wolfgang Frank berichten. Diese lange Bauzeit verbrachte er wie 13 andere „Ankermieter“ im ehemaligen Metro-Gebäude. „Kundenfrequenz und Umsatz sind um rund 40 Prozent zurückgegangen. Mir hat mit knapp unter 40 Quadratmetern Geschäftsfläche einfach der Platz gefehlt, um die Waren vernünftig präsentieren zu können“, erinnert sich der Trafikant mit Schaudern an die Umbauphase.

Zumindest war rasch klar, welches Geschäftslokal Frank im neuen Huma bekommen sollte – auch wenn die genaue Grundrissfläche anfangs noch unklar war. „Den Vertrag habe ich schon vor der Übersiedlung ins Ausweichlokal unterschrieben – sonst hätte ich das nicht gemacht“, berichtet der Tabakfachhändler.

Gute Vorbereitung

„Ich habe mir im In- und Ausland zahllose Geschäfte angesehen, viel fotografiert und ebenso viel mit Kollegen gesprochen. Viel geholfen hat mir auch Christine Bleha, die vor kurzem in einer ähnlichen Lage war und im Fischa-Park auch den gleichen Center-Betreiber hat wie ich.“ Die Wahl des Shopausstatters war rasch klar: „Nach vielen positiven Rückmeldungen, die ich von Kollegen bekam, habe ich Kontakt mit Trup Design aufgenommen. Für mich als Badener ist auch die räumliche Nähe wichtig – was habe ich denn von einem Unternehmen, das am anderen Ende von Österreich sitzt?“, kommentiert Frank die Wahl seines Errichtungspartners. 

Die lange Umbauphase des Einkaufszentrums hatte auch ihr Gutes: Die Planung des neuen Geschäftslokals musste nicht im Ho-Ruck-Tempo geschehen. „Das Pflichtenheft wurde von mir auf Basis meines Studiums sowie meiner Praxiserfahrung gemeinsam mit ­Christian Pfatschbacher erarbeitet. Ich wollte ein helles, freundliches Geschäftslokal, aber keine typische ‚Trup-Trafik‘ mit ihren starken Farben. Das Geschäft sollte die Wege für Kunden wie Mitarbeiter optimieren, die Kunden gezielt führen und Schnell- und Langsamdreher räumlich getrennt anbieten. Und nicht zuletzt wollte ich genügend Stauraum sowie ein Haupt- und ein Nebenlager für die Waren haben“, plaudert Wolfgang Frank aus dem Nähkästchen.

Der Umbau

Nach fast einjähriger Planung dauerte die Bauphase des Geschäfts letztlich rund acht Wochen. „Ich habe alles in die Hände von Trup Design gelegt – also nicht nur die Einrichtung, sondern auch Portal, Beleuchtung, Boden und Decke sowie die Koordination und Baustellenleitung der anderen Handwerker aus den Bereichen Wasser, Sanitär, Lüftung und Elektrik. Wenn man gleichzeitig ein Geschäft zu führen hat, braucht man einen Partner, der einem diese Dinge abnimmt.“

Im Frühjahr 2016 konnte das neue Geschäft bezogen und eröffnet werden. Es hat eine Fläche von gut 60 Quadratmetern und durch seine Ecklage deutlich mehr Auslagen und Vitrinen als der Vorgänger. Die eigentlich störende Betonsäule verschwindet im neuen begehbaren Humidor. Den hat sich Frank sehr bewusst geleistet: „Ich finde, dass man sich als Tabakfachgeschäft gezielt spezialisieren muss. Bei uns liegt der Schwerpunkt ganz klar auf Cigarren und dem Dampfen.“

Wie bewährt sich das neue Geschäft?

Und welches Fazit kann Wolfgang Frank nun ziehen? „Ich habe so eine Freude mit dem neuen Lokal – man hätte es nicht besser machen können. Die Kundenfrequenz passt jetzt wieder, weil ich viele frühere Kunden zurückgewonnen habe. Die Umsatzzahlen sind natürlich schwächer als vor der Wirtschaftskrise, aber es ist kein Vergleich zur Interimslösung. Ich liege schon über meinen kalkulierten Planzahlen. Dazu ist das Arbeiten mit den optimierten Wegen und dem Zwischenlager, das Ware für rund zwei Tage bereithält und den häufigen Gang in mein zwölf Quadratmeter großes Büro/Hauptlager erspart, eine Freude für meine sechs Mitarbeiter und mich.“

Und die Kunden? „Die loben das neue Geschäft durch die Bank für seine freundliche Optik und helle Beleuchtung. Die Cigarrenkunden sind dazu sehr angetan vom Humidor. Mit kleinen Tricks haben wir auch das Nebenartikelgeschäft verbessern können: Die Kassenplätze werden von hinten nach vorne besetzt, sodass die Kunden das gesamte Lokal durchqueren und viele Angebote wahrnehmen.“ 

Das war doch alles sicher nicht billig, oder? „Ganz bestimmt nicht. Doch angesichts der stattlichen Miete muss das neue Geschäft Kunden anziehen und sein Geld verdienen – und das tut es. Ich würde es jederzeit wieder und zwar genauso machen“, zieht Wolfgang Frank ein überaus positives Fazit. 

Original erschienen im Sommer 2016

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