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Der BAT-Chef rechnet vor, wie die Zigarettenpreise mit der geforderten 15-Prozent-Spanne explodieren würden.

„Ein guter Markt mit vielfältigen Bedrohungen“

27.07.2016

BAT-Chef Tino Zanirato über gute und schlechte Nachrichten für den Markt sowie ein neues Service seines Unternehmens für die Trafikanten.

Abschneiden, am Regal aufkleben, Kärtchen einschieben - fertig. Das BAT-System deckt die Warnhinweise bewusst nicht ab.

Sie haben von guten Nachrichten gesprochen – die hören wir immer gerne.

Im ersten Halbjahr 2016 ist die verkaufte Zigarettenmenge gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 um 1,2 Prozent gestiegen. Das Zigarettenäquivalent beim Feinschnitt hat sogar um 9 Prozent zugelegt.  Die Annahmen sind: Wir haben 100.000 Menschen mehr im Land – mehrheitlich junge Männer und unter diesen viele Raucher. Zugleich sorgen die strengeren Grenzkontrollen für einen Rückgang des Schmuggels.

Im internationalen Vergleich haben wir in Österreich ein hervorragendes Konsumklima und eine tief verwurzelte Genuss- und Rauchkultur. Leider wird dieser Markt zurzeit von verschiedenen Faktoren bedroht.

Welche wären das?

Neben der überzogenen TPD2-Umsetzung und ihrem Kautabakverbot, dem Verlust des exklusiven Verkaufs der E-Cigarette, dem Verbot bestimmter Flavours, dann das Mentholverbot ab 2020 und das Gastro-Rauchverbot ab 2018 sehe ich die Forderung nach einer 15-Prozent-Spanne vom KVP als Risiko, das den Trafikanten nicht mehr bringen wird, sondern weniger.

Welches Risiko sehen Sie dabei?

Wir würden einen schlagartigen Anstieg der nicht in Österreich versteuerten Zigaretten erleben. Weil die Konsequenz dieser Forderung eine Preiserhöhung für bspw. Parisienne von 1,65 € ist, berücksichtigt ist dabei die aktuelle Tabaksteuerberechnung und Wirtschaftsnutzenverteilung. 4.50 € auf 6,15 €! Wobei der Trafikant in dem Falle 39 Cent Mehreinnahmen hätte, der Staat ist hier mit 92 Cent Mehreinnahmen pro Packung Parisienne bei weitem im Vorteil.

50 Cent Preiserhöhung für Parisienne würde es erfordern,  mit Berücksichtigung der aktuellen Tabaksteuerberechnung und Aufgabe der Wirtschaftsnutzenverteilung.  Für beide Szenarien ist damit der komplette Marktkollaps vorprogrammiert.

Was wäre dann die Lösung des Problems?

Das Problem ist, dass der Staat die Rückgänge der verkauften Zigarettenmengen mit ständig steigender Tabaksteuer kompensieren möchte. Die aktuelle Situation mit mengenmäßigen Zuwächsen ist jedoch anders und ideal, um das Tabaksteuergesetz neu zu justieren: Wenn die Steuerschritte nicht wie in 2017 weitere 14 Cent mehr Tabaksteuer pro Packung Zigaretten erfordern, sondern die Gesamtsteuerschritte pro Packung kleiner 5 Cent und Jahr ausfallen würden, dann erübrigen sich alle derzeit geführten Diskussionen. Das Resultat wäre langfristige Planbarkeit und Stabilität für Trafikanten, Staat und Hersteller.

Haben Sie eine Botschaft für Trafikanten, die sich angesichts sinkender Erträge Sorgen machen?

Tabakprodukte machen rund 60% des Umsatzes einer Tabaktrafik aus. Weiterhin wird stets betont, dass Tabak der wichtigste Ertragsfaktor ist. Daher würde ich empfehlen dass sich das Bundesgremium mit den Themen "Zukunft" und „Vollsortiment“ auseinandersetzt, Lösungen aufzeigt und sich nicht mit weiteren Selbsteinschränkungen im Tabaksortiment noch mehr Ertrag aus der Trafik nehmen lässt.

Der Konsument wird immer individueller. Er nimmt Trends schneller an, probiert dabei neue Segmente aus. Diese findet er durch alle globalen Beschaffungsmöglichkeiten immer schneller. Daher meine Empfehlung: Sich als Anbieter ständig neu erfinden, Kundenwünsche erfüllen, Sortimentsbreite aufbauen und aufrechterhalten. Gerne sind wir bereit, uns mit allen Interessierten darüber auseinanderzusetzen und diese zu unterstützen.

Gibt es aktuelle Massnahmen zur Unterstützung der Trafikanten?

Für die Warenpräsentation bieten wir – kostenlos – eine simple Klebeschiene, die per Schere abgelängt und an jedes Regal angepasst werden kann. In diese Schiene werden die Produktschilder mit Markenlogo, Sortenbezeichnung, Preis, Kondensat-Angabe und Artikelnummer eingeschoben. Das System kann unter handelsinformation@bat.com bestellt werden. Bei jeder Preisänderung erhalten die angemeldeten Trafikanten automatisch neue Kärtchen. Dazu hat unser Außendienst die Schildchen im Auto und von der Moosmayr-Website können sie ebenfalls herunter geladen werden.

 

Das vollständige Interview ist ab 26. August in der nächsten Ausgabe der Trafikantenzeitung nachzulesen.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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