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Es ist keine leichte Zeit

23.01.2019

Rückgänge bei den Tabak-Verkaufsmengen und große Brocken wie die Altersumstellung sowie Track & Trace stellen Großhändler tobaccoland vor große Herausforderungen. Wir haben mit Geschäftsführer Mag. Manfred Knapp gesprochen.

Wie sieht das Jahr 2018 im Rückblick für tobaccoland aus?

Es hätte eindeutig besser sein können. Der Rückgang bei den Tabakwaren in Höhe von vier Prozent hat uns unerwartet hart getroffen – gerechnet hätten wir mit vielleicht zwei Prozent. Als Logistiker profitieren wir auch nicht von Preiserhöhungen, also hat uns dieser Rückgang doppelt wehgetan. Deswegen versuchen wir auch, diesen langfristigen Rückgang durch Nebenartikel aus den Bereichen elektronische, sonstige und Dampfprodukte zu kompensieren. Dazu kommen Dinge wie „Tabak ab 18“ sowie Track & Trace, die sehr viele personelle und finanzielle Ressourcen binden, aber nichts einbringen.

Gibt es auch erfreuliche Entwicklungen?

Die gibt es gottseidank. Der Bereich der E-Zigarette entwickelt sich schön weiter, wobei natürlich vor allem an den Liquids und den Kartuschen verdient wird. Und der Shisha-Markt wächst ungebremst weiter, worauf wir mit neuen Marken wie 7days, Chaos und Superhero reagiert haben. Ein Grund zur Freude ist auch unser Abschneiden bei der Kundenzufriedenheitsanalyse: Wir haben uns hier gegen hunderte Firmen durchgesetzt und wurden gemeinsam mit großen Leitbetrieben wie ÖBB und A1 prämiert– und sowas freut uns natürlich.

Wie lief die Umstellung auf das neue Jugendschutzalter von 18 Jahren?

Das war speziell im Hinblick auf die Zigarettenautomaten ein Riesenprojekt, das uns mehrere hunderttausend Euro gekostet hat. Wir sehen uns aber den Trafikanten als Partnern sowie ganz allgemein dem Tabakmarkt verpflichtet – und wenn hier Testkäufer über „ungeschützte“ Automaten stolpern wäre das für die gesamte Branche sehr schlecht. Technisch hat das von unserer Seite perfekt funktioniert.

Sie haben zuvor „Track & Trace“ erwähnt – wie ist der Stand bei diesem Thema?

Die Entwicklungsarbeit hat uns bereits einen siebenstelligen Eurobetrag gekostet. Dazu kommt, dass die gesetzliche Festlegung der Rahmenbedingungen sehr spät erfolgt ist. Selbst wenn alle technischen Lieferanten für Scanner, EDV, Server, Programme etc. mitspielen kann es deshalb spannend werden, ob der geforderte Termin im Mai 2019 zu schaffen sein wird.

Inzwischen gibt es ein breites E-Loading-Angebot, über das offenbar weder Trafikanten noch Endkunden wirklich einen Überblick haben.

Für tobaccoland ist E-Loading ein wichtiges Standbein und für aktiv verkaufende Trafikanten kann es das ebenfalls sein. Dispenser, Displays und andere POS-Mittel weisen die Konsumenten recht erfolgreich auf die Angebote hin, das funktioniert also! Und Gutscheine sowie Online-Zahlungsmittel wie Paysafe erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Tendenziell werden die neuen E-Loading-Produkte aber immer komplizierter – mit einem Knopfdruck an der Kassa ist es in vielen Fällen nicht mehr getan. An extrem frequenzstarken Standorten wird man sich also gut überlegen, ob sie die richtige Sortimentserweiterung sind.

 

Das vollständige Interview können Sie ab 22. Februar 2019 in der Printausgabe der Trafikantenzeitung nachlesen.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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