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FCTC-Vorsitzende da Costa e Silva sieht rauchlose Tabakprodukte, E-Zigaretten und Snus als aktuellen Feind der Kampagnenziele.

FCTC-Treibjagd auf Next Generation Products

12.11.2018

Wer auf ein Umdenken der WHO-Suborganisation gehofft hatte wurde bitter enttäuscht.

Im Vorfeld des 8. COP-Meetings der FCTC hatten Wissenschaftler eine andere Einschätzung von E-Zigaretten und Next Generation Products gefordert: Alternativen zur klassischen Zigarette müssten aufgrund ihres geringeren gesundheitlichen Schädigungspotenzials positiv gesehen und schwächer reguliert sowie besteuert werden. Die 72 Wissenschaftler hätten sich die Mühe offenbar sparen können: Die FCTC lässt selbst die besten und fundiertesten Argumente an sich abperlen. Stattdessen wird der Kampf gegen den Tabak nun auch auf die neueren Produktgruppen ausgeweitet, wobei gleich einmal deren Gefährlichkeit beschworen wird – während man eigentlich erst dabei ist, überhaupt Messprozeduren für sie festzulegen.

Zahlenspiele

Man ist dabei auch gleich „für alles“ zuständig – für ENDS (Electronic Nicotine Delivery Systems) sowie für ENNDS (Electronic Non-Nicotine Delivery Systems), obwohl man von den Verkaufszahlen letzterer keine Ahnung hat. Nikotinsysteme sollen 2016 weltweit Umsätze von 8,61 Mrd. US-Dollar gemacht haben, für 2023 werden 26,84 Mrd $ prognostiziert. Mit „Metadaten“, also Ergebnissen von Studien, die dann nochmals zu einer weiteren Studie zusammengefasst werden, wurde die Verwendung unter Jugendlichen (ohne Definition des Alters) untersucht: Demzufolge haben bis zu 14 Prozent der nichtrauchenden neuseeländischen Jugendlichen zumindest einmal E-Zigaretten ausprobiert. 

Jugendfalle

FCTC-Vorsitzende Vera Luiza da Costa e Silva vermutet, dass die Tabakindus­trie „ein Produkt wieder salonfähig machen will, das keinerlei Nutzen für die Menschheit bringt. Und wenn E-Zigaretten als Hilfe zur Tabakentwöhnung verwendet werden: Warum werden sie dann mit attraktiven Geschmacksrichtunge wie Mango oder Tutti Frutti hergestellt? So etwas richtet sich klar an Kinder und junge Leute.“ Die würden mit den neuen Geräten nikotinabhängig gemacht und würden später rauchen.
Nein Frau Doktor. Wie eine große deutsche Studie beweist, sind es gerade erwachsene Männer, die zu diesen Aromen greifen. Und die Mär von der E-Zigarette als Einstieg ins richtige Rauchen hält sich eisern, obwohl schon x-fach empirisch ­widerlegt.

Paranoia

Ganz allgemein sieht die FCTC Nikotin- und Tabakprodukte der neuen Generationen als Bedrohung für ihr Ziel, den Konsum und Genuss von Tabak und Nikotin weltweit abzustellen. Die Mitgliedsländer werden deshalb auch aufgefordert, „die Einführung neuartiger Tabakprodukte zu verhindern“, Maßnahmen zur Einschränkung von Werbung für derartige Produkte zu treffen, die erlaubten Inhaltsstoffe zu regulieren und „die Ziele der FCTC vor diesen neuen Produkten zu schützen“. Es wird dazu geraten,  Herstellung, Import, Vertrieb, Präsentation, Verkauf und Gebrauch dieser Produkte nach Möglichkeit zu verbieten.

Kritiker werfen der WHO die Nichtbeachtung internationaler Übereinkommen vor, weniger schädliche Alternativen zum Rauchen zu unterstützen. E-Zigaretten, Tabakerhitzer und Snus hätten in jenen Ländern, in denen sie erlaubt sind, bereits sehr erfolgreich zur Reduktion der Raucherquote beigetragen. 

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