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Gastro-Rauchverbot kommt mit 1. November 2019

02.07.2019

Das ursprünglich mit 1. Mai 2018 geplante totale Rauchverbot für die Gastronomie kommt in der ursprünglich geplanten Form diesen November.

In seltener politischer Einigkeit haben SPÖ, ÖVP, NEOS, und JETZT das freie Spiel der politischen Kräfte genutzt, um die ursprüngliche Raucherregelung - also das Totalverbot für Rauchtabak, aber auch E-Zigaretten in der Gastronomie - schnellstmöglich in Geltung zu bringen. Damit sind das Rauchen und das Dampfen künftig an allen öffentlichen Orten verboten, wo Speisen und Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder konsumiert werden. Darunter fallen auch Versammlungen in Pfarrsälen und Feuerwehrfeste, Festzelte, Mehrzweckräumlichkeiten sowie schulische Einrichtungen und Freiflächen, in denen Kinder und Jugendliche beaufsichtigt und beherbergt werden (z. B. Internate). Ausgenommen sind nur noch Gastgärten und Ähnliches.

Blutbad in der Gastronomie

Schon vor dem Mai 2018 eingebrachte Einwände wurden diesmal ebensowenig berücksichtigt. Die Verlagerung der Raucher vor die Lokale wird in Wohngebieten zu absehbaren Konflikten führen. Und dass Shishabars mit Rauchverbot schwerlich funktionieren können stört die Politik auf ihrem Kreuzzug auch nicht. Die WKO jedoch sehr wohl, wie Peter Dobczak, der Obmann der Fachgruppe Gastronomie der WK Wien, ausführt: „Vorweg einmal: Wir akzeptieren das Rauchverbot für die Gastronomie, das steht außer Frage. Allerdings bedauern wir, dass die von uns geforderten Ausnahmeregelungen für die Nachtgastronomie bzw. die Shisha-Bars nicht erhört worden sind. Somit bedeutet das komplette Rauchverbot auch das Ende für mehr als 250 Betriebe und circa 6.000 Angestellte alleine in Wien.“

„In großer Sorge sind wir bezüglich der Anrainerproblematik. Wichtig wäre, dass Gastronomen nicht mehr für ihre rauchenden Gäste bei Lärmbelästigung vor den Lokalen haften. Es geht um ein gutes Auskommen zwischen Gastronomiebesuchern und Anrainern, leider befürchten wir in Wien hier Interessenskonflikte. Sollte es zu Anzeigen kommen, werden wir unsere Mitgliedsbetriebe unterstützen“, so Wolfgang Binder, Obmann der Wiener Kaffeehäuser in der Wirtschaftskammer Wien.

Folgen für die Tabakbranche

Was nicht geraucht wird, ist verlorener Umsatz. Geht man davon aus, dass die Menschen weiterhin Lokale besuchen und in ihrer Zeit dort nicht oder sehr viel weniger rauchen, so kann das Gastro-Rauchverbot nur zu Rückgängen der Verkaufsmengen für die Trafikanten führen. Über die Höhe dieser Verluste kann nur spekuliert werden, allgemein wird von Größenordnungen zwischen 3 und 5 Prozent ausgegangen. Diese Zahlen summieren sich zum jährlichen Mengenminus von rund 2 Prozent hinzu.

Einen Hoffnungsschimmer könnten die boomenden Nikotinlutschsäckchen liefern - sie sind vom Rauchverbot (in Ermangelung von Rauch oder Dampf) ausgenommen. Allerdings bleibt abzuwarten, wie gut sich die eher scharfen Minznoten mit einem weißen Spritzer oder Bier geschmacklich vertragen werden ...
 

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