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Der Sportwetten-Geschäftsführer und ÖFB-Teamchef Franco Foda freuen sich auf eine erfolgreiche  Qualifikation zur Fußball-EM – aus sportlicher wie aus geschäftlicher Sicht.

„Gesetze treiben die Spieler zu den Online- Buchmachern“

12.11.2019

... beklagt Sportwetten-Geschäftsführer Philip Newald angesichts einer Überreglementierung der „normalen“ Sportwette, während im kaum geregelten Internet Dauer­konjunktur herrscht. Automatensteuern wie in Tirol killen das Spielen in der Trafik ­vollends.

Wie zufrieden ist man bei den Österreichischen Sportwetten mit dem Wettaufkommen rund um die EM-Qualifikation?
Das Quali-Turnier läuft aus Buchmachersicht gut – speziell bei den Spielen gegen Israel und Slowenien war wieder spürbar, dass die Begeisterung fürs Nationalteam neuen Schwung bekommt. Das hat uns auch viele Neukunden gebracht. So gesehen wäre eine Qualifikation unserer Mannschaft für die EM ein schöner Turbo für das Geschäft 2020.

Derzeit sorgt die Vergnügungssteuer in Tirol dafür, dass sich tipp3 sowie regionale Anbieter zunehmend aus dem Geschäft mit Wettschein-Sportwetten zurückziehen. Was ist da passiert?
Was dort geschieht trifft alle terrestrischen Marktteilnehmer. Grundsätzlich wird rechtlich mit gutem Grund zwischen Eingabegeräten und Selbstbedienungs-Spielterminals unterschieden – bei Eingabegeräten wie unseren steht ja der beratende Trafikant zwischen Kunde und Wettscheinaufgabe, und es gibt in den Trafiken keine Live-Wetten, weshalb auch alle anderen Bundesländer keine „Automatensteuer“ von tipp3 einheben. 
In Tirol wurden Eingabegeräte und SB-Terminals auf Druck der Stadt Innsbruck aber im Sinne der Vergnügungssteuer gleichgestellt – und die wird ja von den Gemeinden eingehoben. 

Was sind die Absichten des Gesetzgebers? Will man die Spieler – so wie die Raucher – vor sich selbst schützen, und kleine Sportwetten sind „nur“ der Kollateralschaden? 
Ein SB-Terminal „verträgt“ diese Steuer, wo wir sie aufgestellt haben, bezahlen wir sie auch. Für die Vertriebsform Annahmestelle oder jeden Wettschalter, wo ein Mensch dazwischen steht, ist diese Regelung hingegen eindeutig überschießend.
Ein Lenkungsinteresse der Politik gibt es aber nicht – das ist eine reine Geldbeschaffungsaktion.

Wie viele Annahmestellen sind aktuell betroffen?
Bei 18 von 268 Tiroler Annahmestellen wurde das Sportwetten-Angebot bereits beendet. Bis zu zwei Drittel, also rund 150 weitere Trafiken, könnten aber betroffen sein. In dem Augenblick, wo eine Gemeinde Vergnügungssteuer einzuheben beginnt, ist für uns der Ofen aus – dann beenden wir unser Engagement, bevor es zum Verlustgeschäft wird.

Gibt es Gemeinden, welche – ­zumindest von tipp3 – nennens­werte Summen dafür bekommen, dass ­Eingabegeräte bei ihnen stehen?
Nein, und das ist ja auch das Unsinnige: Die Entscheidung zur Besteuerung der tipp3-Geräte löst immer eine Lose-Lose-Situation aus. Wir ziehen uns aus dem ­jeweiligen Ort zurück, der Trafikant macht weniger Geschäft, und die Gemeinde hat genauso viel oder wenig ­Steuergeld wie zuvor. Die Spieler wandern ins Internet ab. Es gibt dabei tatsächlich nur Verlierer.

Mit jeder weiteren Reglementierung nationaler Sportwetten treibt die Politik die Wettscheinspieler noch weiter in die Arme der Online-Buchmacher. Ich würde mir mehr gesundes und realistisches Augenmaß vom Gesetzgeber wünschen.

 

Das vollständige Interview können Sie ab 15. November in der druckfrischen Trafikantenzeitung nachlesen.

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