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Get your kickson route 66...

21.04.2008

Die Route 66 galt ab 1926, abgesehen vom Lincoln Highway (der zwischen New York undSan Francisco verlief), als eine der ersten durchgehenden Straßenverbindungen zurUS-amerikanischen Westküste. Heute sind die verbliebenenTeilstücke der einst 2448 Meilen (3939 Kilometer) langen Streckevon Chicago (Illinois) nach Los Angeles (Kalifornien), auch "Mother Road" oder "Americas Mainstreet" genannt, einAnziehungspunkt für Touristen und Nostalgiker.

D ie Route 66 ist nicht irgendwie eine Straße, sie ist Lebenseinstellung und Kult.
1926 wurde sie im Rahmen des nationalen Highwayausbau- und Strassenbau-Programms aus der Taufe gehoben. Ihre endgültige Fertigstellung wird mit 1938 angegeben, was aber nur bedeutet, daß diese schon ein Dutzend Jahre befahrbare Transversale ab diesem Jahr komplett geteert war.
Bis 1960 sollte die Route 66 die wichtigste Ost-West-Verbindung bleiben, die vielen kleinen Orten, die bis dahin keine Anbindung an einen Haupthighway hatten, die Möglichkeit gab, aktiver am Handel teilzunehmen. Für Arbeitslose aller Regionen bedeutete der Bau der Straße einen Arbeitsplatz. Für noch mehr Menschen aber bedeutete die Route 66 die "Straße der Hoffnung", denn das boomende Kalifornien versprach für Siedler aus dem Osten mehr Wohlstand, Arbeitsplätze und somit ein besseres Leben. Schätzungen zufolge sollen mehr als 200.000 Menschen losgezogen sein, um ihr Glück im Westen zu machen. Eine Wanderung, die 1940 bis 1945 durch kriegsbedingte Industrieinvestitionen von 70 Milliarden Dollar ins südliche Kalifornien noch an Anreiz gewann
Nach dem Krieg wurde die Route 66 mit steigendem Wohlstand zur klassischen Route, um dem kalten Winter zu entfliehen und sich im sonnigen Kalifornien oder den Südwest-Staaten einen Urlaub zu gönnen.
Entlang des Highways schossen Motels, Tankstellen, Servicestationen und Shops wie Pilze nach einem warmen Sommerregen aus dem Boden. Viele sind heute nur noch als verfallene Zeugen an diese Zeit vorhanden, denn mit Beginn der 60er Jahre forderte die Öffentlichkeit leistungsstärkere Highways und ein vernetzteres System. Bis 1970 waren dann die meisten der ehemaligen Route 66 Abschnitte durch vierspurige InterstateVerbindungen ersetzt.
Was blieb ist bei vielen die Erinnerung und bei noch mehr Menschen der Traum, der mit der alten Route 66 wachgehalten wird. Wie anders wäre es sonst zu erklären, daß jedes Jahr Tausende Interessierte den alten Highway 66 oder Teilstrecken davon abfahren. Ihnen weisen Schilder mit der Aufschrift "Historic Route 66" den Weg, wobei der alte Straßenverlauf nicht selten als "service road" neben dem neben dem neuen Highway einherführt. Längs des Streckenverlaufs zwischen Chicago und Los Angeles zeugen vor allem in den kleineren Ortschaften noch viele nostalgische Drive-Ins und Cafeterias, Museen, verlassene Tankstellen und einsame Motels von der legendären Ost-West-Verbindung, zu deren Popularität auch Bobby Troups Song "Get your kick on route 66" beigetragen hat. Die Idee dazu kam seinem Schöpfer 1946 auf der Fahrt nach Los Angeles, die er in der Hoffnung auf eine Karriere als Musiker antrat. Seine eigene Aufbruchstimmung faßte er unterwegs in jene Worte, die später ausgehend von Nat King Cole zahlreiche Interpreten fanden (siehe rechts unten).
Aber nicht nur mit einem Ohrwurm, wurde der Route 66 ein Denkmal gesetzt. Die Flucht verarmter Farmer und Landarbeiter aus Oklahoma und Texas, die nach den jahrelangen Staubstürmen und der Dürre des Mittleren Westens, auch Dust Bowl genannt, dem "Go West!"-Ruf folgten und über die Route 66 den Obstplantagen Kaliforniens zustrebten, wurde 1939 im Roman "Die Früchte des Zorns" von John Steinbeck verewigt. Die darauf basierende Verfilmung von Western-Regisseur John Ford mit Henry Fonda in der Hauptrolle gilt als eines der ersten Roadmovies.
Der 1941 zweifach Oscar-prämierte Film (angeblich mit dem Arbeitstitel "Highway 66" gedreht) machte die Route 66 auch bei jenen bekannt, die sie aus eigenem Erleben nicht kennenlernten.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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