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Grauslich und ununterscheidbar sollen die Zigarettenpackungen nun auch auf den britischen Inseln werden. Zweifelhafte Erfahrungen aus anderen Märkten interessieren in Glaubensdingen nicht ...

Großbritannien plant Einführung von plain packaging

24.04.2014

Die britische Gesundheitsministerin Jane Ellison möchte die Einführung von Zigarettenverpackungen nach australischem Vorbild schnellstmöglich durchpeitschen. (ft.com, mh)

Noch wurde kein Datum für die geplante Änderung geäußert, man scheint es aber eilig zu haben, spricht Frau Ellison doch von einer Einführung „nach kurzen Konsultationen“. Was üblicher Weise bedeutet, dass man sicherheitshalber nur jene Parteien befragt, die bekanntermaßen die Meinung des Fragestellers vertreten.

Eilige Hysterie
Andere Politiker machen sogar noch mehr Druck: „Warum warten?“ fragt Luciana Berger im Unterhaus. „Es gibt keine Entschuldigung für weitere Verzögerungen – seit den ersten Konsultationen haben weitere 70.000 Kinder mit dem Rauchen begonnen.“ Woher diese Zahlen stammen bleibt wie üblich im Dunkeln.

Klagsdrohungen der Industrie
Die Zigarettenhersteller machen klar, dass sie die Einführung von plain packaging nicht geduldig abwarten werden. JTI nannte die Idee „gesetzeswidrig“. Erst 2007 hatte man den Rivalen Gallagher für stolze 9,4 Mrd. Pfund gekauft: „Die jüngsten Pläne stützen sich auf keine Beweise, welche die Enteignung von Markenrechten in Milliardenwert rechtfertigen könnten.“ Auch British American Tobacco droht der britischen Regierung für den Fall der Einführung von plain packaging mit juristischen Schritten. Am bedrohlichsten wäre die Umsetzung dieses Szenarios jedoch für Imperial Tobacco, wo man ein Fünftel des Konzernumsatzes im Vereinigten Königreich macht.

Schwarzmarktförderung
In Großbritannien liegt der Schmuggel derzeit bei 13 Prozent des Gesamtmarktes und verursacht Steuereinbußen von 3 Milliarden Pfund pro Jahr. Es wird also nur Verlierer geben: Jugendliche werden weiterhin zu rauchen beginnen, der Staat wird noch mehr Verluste hinnehmen müssen. Aber in Glaubenskriegen waren objektive Tatsachen ja noch nie ein Thema …

Die Vollversion dieses Artikels wird in der Trafikantenzeitung 5_2014 nachzulesen sein.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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