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Günstige Braunware wird vom Markt gedrängt

16.11.2012

Im Windschatten der allgemein beachteten Entscheidung rund um den Solidaritätsfonds und den nun doch nicht festgelegten Mindestpreis kam auf leisen Sohlen eine Änderung des Tabaksteuergesetzes, die günstigen Zigarillos den Garaus machen kann: Zwar bleibt der Steuersatz für Braunware nominell bei 13 Prozent, der Mindestsatz pro 1.000 Stück wurde jedoch von 40 auf 100 Euro angehoben.

Tabaksteuergesetz 1995

§ 4. (1) Die Tabaksteuer beträgt für Zigarren und Zigarillos 13% des Kleinverkaufspreises, mindestens aber 40 Euro je 1 000 Stück. Artikel 24

 

Änderung des Tabaksteuergesetzes 1995

Das Tabaksteuergesetz 1995, BGBl. Nr. 704/1994, zuletzt geändert durch das Bundesgesetz BGBl. I Nr. 111/2010, wird wie folgt geändert:

 

1. In § 4 Abs. 1 Z 2 wird der Betrag von „40 Euro“ durch den Betrag „100 Euro“ ersetzt.

 

Eine 20-Stück-Schachtel Zigarillos war bislang mit einem Steuerbetrag von 13 Prozent, mindestens aber 80 Cent belastet. Die Neuregelung setzt den Mindeststeuerbetrag nun mit 2 Euro fest – eine Steueranhebung um 150 Prozent!

 

Praxisbeispiele

Für beliebte günstige Zigarillos wie beispielsweise Mehari´s bedeutet die Änderung, dass der bisherige Preis von 1,50 Euro nun mindestens bei 1,90 Euro landet. Und je billiger die Rauchwaren, desto härter werden sie vom hochgesetzten Mindeststeuerbetrag getroffen: Die Preisklasse von 1 Euro für 5 Stück wird dadurch auf einen Preis von ≥ 1,40 Euro getrieben – ein schlagartiges Plus von 40 Prozent.

 

Umgekehrt wird eine Cigarre mit einem Stückpreis von 6 Euro durch die gleiche Gesetzesänderung gar nicht teurer, weil sich durch den Steuersatz von 13 Prozent ein deutlich höherer Betrag als der nun angehobene Mindestbetrag ergibt.

 

Auswirkungen

Je günstiger die Ware bislang war, desto härter trifft es sie also. Offenbar soll damit der Billigzigarillo als Ersatz für Zigaretten der Kragen umgedreht werden. Und das riecht doch stark nach einer Kompensation dafür, dass für Zigaretten bei der Neuregelung des Solifonds kein Mindestpreis durch die Hintertüre festgelegt worden war.

 

Als Auswirkung der täglichen Verkaufspraxis darf erwartet werden, dass sich die Konsumenten von günstigen Zigarillos vermehrt im Ausland versorgen werden und die inländischen Umsätze dieses Segments mit Jahresbeginn 2013 empfindlich einbrechen werden. Für die Anbieter sind somit unerwartete Änderungen ihrer Rahmenbedingungen gekommen. Auf die neuen Preise und den damit einhergehenden Niedergang von Mengen und Marktanteilen darf man schon gespannt sein.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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