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Gut geschnüffelt, Yambo!

06.07.2008

Im Reiseverkehr gehörenZoll-Diensthundeführer mit ihren aufmerksamenvierbeinigen Begleitern zum Alltag. Die Staatsdiener mit der kalten Schnauze erschnüffeln gekonnt und zuverlässig, was unter oft höchst raffinierten Bedingungen verbotenerweise in unser Land geschmuggelt werden soll. Dazu gehören Tabakwaren ebenso wieDrogen oder artgeschützte Tiere. Ehe sie mit Streicheleinheiten und einem Leckerli für einen erfolgreichen Aufgriff belohnt werden, heißt esallerdings die Zoll-Diensthundeschulbank zu drücken. D ie EU-Osterweiterung und die damit einhergegangenen Umstrukturierungen innerhalb der österreichischen Zollverwaltung haben unter anderem auch zur Folge, daß im Bereich des Zoll-Diensthundewesens die Zahl des den "Grau-Röcken" zugeteilten Vierbeiner-Kontigents von 70 auf 32 reduziert wurde. Derzeit sind 23 Staatsdiener mit der kalten Schnauze im Einsatz an Abfertigungsterminals, im Straßen-, Eisenbahn- und Schiffsverkehr sowie an den mobilen Kontrollstellen der der Zollverwaltung. Mit diesem Personalabbau der Schnüffelnasen nimmt Österreich bezogen auf die Bevölkerungsdichte im europäischen Zoll-Diensthundeumfeld zahlenmäßig den letzten Platz ein, landet aber bei internationalen Wettbewerben immer ganz vorne und stellt den regierenden Diensthunde-Europameister.

Im Zuge der Entwicklung neuer Strategien zur Bekämpfung des Zigarettenschmuggels hat die österreichische Zollverwaltung nach Studium und Begutachtung der erfolgreichen Modelle in den Niederlanden und Großbritannien vor circa vier Jahren mit der Ausbildung von Tabakspürhunden begonnen und kann seither auf beachtliche Erfolge auf diesem Sektor verweisen.
Viele der Tiere sind Multitalente abgerichtet auf das Erschnüffeln von Drogen, Tabakwaren und Artenschutzvergehen, wobei die Ausbildung in der zuletzt genannten Disziplin mit Unterstützung des Tiergartens Schönbrunn erfolgt.
"Die Meßlatte für die Eignung als Spürhund und der damit verbundenen durchschnittlich neunjährigen Karriere als Staatsdiener, liegt hoch. Neben einem 1a-Gesundheitszustand, einer ausgeprägten beutetrieblichen Veranlagung und einem guten Sozialverhalten sind Unbefangenheit und Belastbarkeit bei unterschiedlichen Umweltbedingungen unverzichtbare Grundvoraussetzungen für eine Erfolg versprechende Ausbildung", plaudert ADir. Rudolf Druml, Zoll-Diensthundewesen-Bundesleiter, aus der Schule. Der anzahlmäßig geringe Diensthundestand hat ihn zu einem in Europa einmaligen Versuch veranlaßt, nämlich die Diensthunde einer kombinierten Ausbildung zu unterziehen, mit der die Vierbeiner vorwiegend deutsche und belgische Schäferhunde, aber auch Labradors das Aufspüren von Drogen und Tabakwaren erlernen. Und im Vorjahr wurde schließlich ihr Aufgabenbereich auf die Suche nach geschmuggelten artgeschützten "Reisemitbringseln" erweitert.
"Das Geheimnis der Erziehung eines Spürhundes zur erfolgreichen Sucharbeit liegt letztlich darin, seine trieblichen Veranlagungen insbesondere den Spiel- und Beutetrieb so zu steuern, daß er das Erkennen und Anzeigen des Geruchs von Drogen, Tabakwaren und Tiergeruch mit dem für ihn angenehmen Erlebnis einer Belohnung verknüpft", tritt Druml in der Öffentlichkeit immer wieder kursierenden Behauptungen entgegen, daß die Hunde süchtig gemacht würden. "Haben Sie schon einmal einen Tabakspürhund eine Zigarette rauchen gesehen", erteilt der Zoll-Diensthundewesen-Bundes-leiter einer solche Legenden-bildung einen Platzverweis.
Pro Lehrgang und ihrer gibt es insgesamt sechs müssen die Vierbeiner 200 Ausbildungsstunden lang die Hundeschulbank drücken, um zunächst einmal Gehor-
sam zu lernen und in ihren Schutzfunktionen unterwiesen zu werden. An diese Grundausbildung schließen vier Spürhundelehrgangmodule für das Erschnüffeln leichter Drogen und Tabakwaren, harter Drogen und Tabakwaren, artgeschützter Tiere und Drogen sowie schließlich einer erweiterten Suche nach artgeschützten Tieren und Drogen an. Zwischen den einzelnen Lehrgängen werden dem Tier Ruhephasen von circa sechs bis acht Wochen eingeräumt. Neben den Übungen im Monatsrhythmus müssen alle zwei bis drei Jahre Wiederholungs-lehrgänge absolviert werden.
Ein dichtes Programm also, dessen Ergebnis aber selbst erfahrene Fachleute immer wieder von Neuem beeindruckt. Druml: "Der ausgebildete Spürhund ist in der Lage, Drogen oder Tabakerzeugnisse in den raffiniertesten Verstecken, aber auch am Körper versteckt getragene artgeschützte lebende Tiere sicher und gezielt aufzuspüren. Im Erfolgsfall wird er alle erlaubten aber auch unerlaubten Mittel, über die er verfügt, einsetzen, um in den Besitz seines nach Drogen, Tabak oder Tier riechenden vermeintlichen Spielzeug zu gelangen." Der finanzielle Einsatz für einen voll ausgebildeten Spürhund beläuft sich auf bis zu 25.000 Euro. Kosten, die sich allerdings schnell amortisieren, lassen doch Tabakwarenschmuggelgut-Aufgriffe die Finanzkasse besonders laut klingeln.
"Die Diensthunde sind ein Hilfs-, aber kein Wundermittel. Ihr Erfolg ist sehr wesentlich vom Gespür des Diensthundeführers dafür abhängig, daß bei einer Kontrolle etwas nicht stimmen könnte", weist Druml einem erfolgreichen Auf

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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