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„Ich sehe die MVG als Servicestelle für Trafikanten …“

15.12.2014

Die erste Funktionsperiode von DI Tina Reisenbichler als Geschäftsführerin der Monopolverwaltung neigt sich dem Ende zu. Wir haben Sie zum Gespräch gebeten. (mh)

DI Tina Reisenbichler ist eine aktive Monopolchefin, die viel und gerne "an der Front" ist. Sie wird sich erneut um ihren Job bewerben.

Wie haben Sie die MVG bei Ihrem Dienstantritt vorgefunden?
Aus der Privatwirtschaft war es ein harter Umstieg von modernen teils papierlosen Büros und mobilem Arbeiten zu einer recht schwerfälligen und sehr verwaltungsorientierten Angelegenheit. Wir haben es recht rasch geschafft, die Arbeit schneller, effizenter und mobiler zu machen.
Ein weiterer Ansatz hat mir auch gefehlt: Die Prüfung auf Wirtschaftlichkeit. Die MVG war immer korrekt, aber eben nicht sehr weitsichtig. Neben der Zuteilung von Geschäften stellt sich ja auch die Frage, ob ein Standort langfristig tragfähig ist.

Ist die Tabakbranche etwas sehr Spezielles oder mit anderen Branchen vergleichbar, in denen Sie zuvor gearbeitet hatten?
Ich bin als Quereinsteigerin selbst überrascht gewesen, wie sich Erfahrungen aus ganz anderen Bereichen teils eins zu eins verwenden lassen. Denn die Prinzipien wie flächendeckende Versorgung und Wirtschaftlichkeit gelten ja auch in der Tabakbranche.

Früher waren Zuschriften der MVG gefürchtet – viele Trafikanten berichten vom „befohlenen Rapport bei der Tabakinquisition“. Hat sich da etwas geändert?
Ich sehe die Monopolverwaltung primär als Servicestelle für Neotrafikanten und Trafikanten und wünsche mir natürlich einen angstfreien und konstruktiven Umgang aller Beteiligten. Eine gewisse Ordnungsfunktion muss aber weiterhin von uns wahrgenommen werden – es gibt nach wie vor Verstöße gegen das Monopolgesetz.

Ihr erster Bestellungszeitraum neigt sich dem Ende zu. Wie lautet Ihr ganz persönliches Resümee? Werden Sie sich für eine zweite „Amtsperiode“ bewerben?
Ganz konkret soll planmäßig mit 6. April 2015 ein neuer Geschäftsführer der MVG bestellt werden. Der Job wird ausgeschrieben, die Bewerber stellen sich dann einem Hearing. Und ja, ich werde mich wieder bewerben. Denn die Arbeit hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich habe viel bewegt und mich bemüht, lebensfähige Strukturen zu schaffen – wozu auch eine sinnvolle Auswahl der Bewerber um eine Trafik sowie eine gewisse Grundausbildung gehören.

Welche Themen haben aus Ihrer Erfahrung in den nächsten Jahren Priorität?
Da gibt es einiges zu tun: Der Solifonds neu muss umgesetzt werden – die Förderung der Anstellung behinderter Mitarbeiter  gefällt mir als Gedanke sehr gut; Behinderte tun etwas für Behinderte. Im Zuge der nationalen Umsetzung der TPD2 kann die Monopolverwaltung dazu beitragen, dass die Richtlinie mit Augenmaß implementiert wird. Die höhere Datendichte, die wir von den Großhändlern bekommen werden, kann zur Verbesserung der Beratung von Neueinsteigern und Trafikanten verwendet werden.
Eine wichtige Frage ist: Wie sieht die Trafik der Zukunft aus? Sollten wir neue Nebenartikel ins Programm aufnehmen? Ganz aktuell arbeiten wir an einer Trafik-App nach dem Vorbild der Apotheker-App der Ärztekammer: Hier sollen die Konsumenten auf Knopfdruck die nächste Trafik finden.

Das vollständige Interview finden Sie ab 19. Dezember 2014 in der Dezember-Ausgabe der Trafikantenzeitung.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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