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Aus den sichergestellten 2,4 Tonnen Tabak hätten rund 3 Mio. Zigaretten/15.000 Stangen hergestellt werden können.

Illegale Zigarettenproduktion in NÖ aufgedeckt

05.01.2021

In einer Gemeinschaftsaktion der Zollbehörden mehrerer Länder wurde eine Schwarzmarkt-Fabrik in Bruck an der Leitha ausgehoben.

Diese Sossierungstrommel dürfte augenscheinlich noch nicht oder nur wenig zum Einsatz gekommen sein.

Nach der illegalen Zigarettenproduktion, die im November 2020 in Wien Floridsdorf ausgehoben wurde (https://www.bmf.gv.at/presse/pressemeldungen/2020/dezember/illegale-ziga...) , kann der Zoll einen weiteren Erfolg gegen die international organisierte Zigarettenmafia für sich verbuchen: In zwei angemieteten Lagerhallen im niederösterreichischen Bezirk Bruck an der Leitha beschlagnahmte der Linzer Zoll 2,4 Tonnen Tabak und Maschinen zur Tabakaufbereitung.Hinzugezogene Experten eines Tabakunternehmens bestätigten, dass es sich bei den beschlagnahmten Maschinen um wesentliche Teile einer Zigarettenproduktionslinie handelt. Die Maschinen aus Polen hätten eine Produktionskapazität zur Verarbeitung von 200 kg Tabak pro Stunde. Die vorgefundene Tabakmenge hätte für die Herstellung von 15.000 Stangen Zigaretten gereicht, was einen Steuerschaden von rund 700.000 Euro bedeutet hätte. 

Internationale Kooperation erfolgreich

Dem Zugriff vorausgegangen war ein Hinweis der französischen Zollverwaltung im September 2018, wonach ein Lkw aus Oberösterreich kontrolliert und drei Paletten transportierte Schmuggelzigaretten sichergestellt worden waren. Die Zollfahndung Linz startete daraufhin ein Ermittlungsverfahren, das sich nicht zuletzt aufgrund der internationalen Dimension und Komplexität des Falls als äußerst aufwendig und zeitintensiv herausstellte. Die akribischen Untersuchungen ergaben, dass eine ungarische Firma mit Sitz in Wien mehrere Schmuggelsendungen an Zigaretten als Kekslieferungen getarnt nach Großbritannien gesandt hatte. Disponiert wurden diese Sendungen über bis zu sieben verschiedene Speditionen, was die Nachverfolgung erheblich erschwerte.

Beim Abgleich der Ermittlungsergebnisse der Linzer Zollfahndung stellten die Kolleginnen und Kollegen aus Großbritannien Übereinstimmungen mit einem ihrer Ermittlungsfälle fest. In Großbritannien erfolgten ebenfalls Zugriffe durch die dort tätigen Behörden, wobei eine Menge von etwa 3 Mio. Stück Schmuggelzigaretten sowie Tabak sichergestellt werden konnte. Insgesamt wird eine Menge von 21 Mio. Stück Zigaretten kolportiert, die von den Zigarettenschmugglern nach Großbritannien eingeschleust wurden. Mittlerweile gilt als gesichert, dass der Fall in Österreich einen Teil dieses großangelegten, internationalen Netzwerkes darstellt.

Corona machte den Kriminellen Probleme

Alles deutet demnach darauf hin, dass in diesen beiden Lagern zwar eine Zigarettenproduktion gestartet hatte, die Waren- und Personalbeschaffung sowie weitere Logistik durch die Folgen der COVID 19 – Pandemie jedoch erheblich gestört worden waren. So war die illegale Zigarettenproduktion zum Stillstand gekommen, bevor sie noch richtig angelaufen war.

Hohe Strafdrohungen für Verdächtige

In Österreich wird ein Finanzstrafverfahren gegen zwei Beschuldigte der ungarischen Firma geführt. Sie stehen im Verdacht, zusätzlich zur illegalen Produktion in den Lagerhallen eine Menge von zumindest 2,7 Mio. Stück Zigaretten von Ungarn über Österreich nach Großbritannien verbracht zu haben. Der dadurch entstandene Steuerschaden beläuft sich auf etwa 540.000 Euro. Darüber hinaus werden sie der verbotenen Herstellung von Tabakwaren beschuldigt. Die Beschuldigten erwarten 540.000 Euro Steuernachzahlungen sowie ein Gerichtsverfahren. Das Höchstmaß beträgt dabei jeweils rund 1,3 Mio. Euro an Geldstrafen, rund 400.000 Euro an Wertersatzstrafen sowie bis zu 4 Jahren an Freiheitsstrafe. Der beschlagnahmte Tabak und die Maschinen der Zigarettenproduktionsstraße gelten rechtlich als verfallen und werden der behördlich beaufsichtigten Vernichtung zugeführt.

 

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