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Kommunikationschef Lothert und JTI-Geschäftsführer Hagen von Wedel sehen ein von PMI hausgemachtes Problem - und ein verantwortungsloses Kalkül ...

JTI zur Preissenkung der Marlboro: "Ein hausgemachtes Problem ..."

04.09.2014

Angesichts der jüngsten Marlboro-Preisspiele widersprechen JTI-Geschäftsführer Hagen von Wedel und Kommunikationsleiter Ralf-Wolfgang Lothert der PM-Argumentation massiv. Im Interview zeigen sie interessante Hintergründe auf. (mh)

Herr von Wedel, was überrascht Sie am Vorgehen von Philip Morris?

Das aktuelle Tabaksteuermodell hat die Industrie unter Mitarbeit von Philip Morris erarbeitet. Es wurde mit wenigen kleinen Änderungen vom Gesetzgeber für vier Jahre umgesetzt und bevorzugt die Premiumpreisklasse - also nützt es PMI. Doch dort kommt man nach knapp 10 Monaten plötzlich drauf, etwas ganz Anderes zu wollen ...?

Bei PMI heisst es, man habe auf die Preissenkungen des Mitbewerbs reagieren müssen.

Von Wedel: In Wahrheit hat doch PMI das Ganze mit der Einführung der Big Packs losgetreten. Seit 2012 sind diese immer gleich günstig geblieben und kosten die Standardpackungen der Marlboro Marktanteile. Jetzt über die Rückgänge bei der klassischen Marlboro zu jammern - die in Wahrheit durch XL und Ableger wie Flip Top, Core etc. kompensiert werden - ist scheinheilig.

Lothert: Philip Morris versucht offensichtlich, auf Kosten des Profits die Marktanteile ihrer Premiummarke zu halten. Das aktuelle Marlboro-Problem hat man sich bei PMI selbst eingebrockt und ruft jetzt nach einem neuen Steuermodell, welches das selbst verursachte Profitproblem lösen soll.

Welche Auswirkungen hätte denn ein von PMI gewünschtes Steuermodell?

Von Wedel: Im untersten Preissegment müssten durch dieses Steuersystem wahrscheinlich die Preise um 30 bis 35 Cent pro Packung steigen, im mittleren Segment immer noch um rund 25 Cent. Das Premiumsegment würde hingegen sogar weiteren Spielraum für Preisspielchen nach unten bekommen.

Lothert: In Griechenland hat PMI erst mit einer 3-Euro-Marlboro den Markt ruiniert und dann noch sein extrem stückzahlbasiertes Steuermodell durchgebracht. Die folgende harte Anhebung des unteren und mittleren Preissegments hat den Schmuggel um weitere 4,4 Prozent angekurbelt und den griechischen Staat 200 Mio. Euro an Tabaksteuer gekostet. Wollen wir das für Österreich?

Die Vollversion dieses Interviews wird in der kommenden Ausgabe der Trafikantenzeitung ab 26. September 2014 nachzulesen sein.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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