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Keine Freude mit Preisaufdruck

13.07.2013

Den Preis mittels prominenter Platzierung direkt über die Packung zu kommunizieren bringt JTI nicht nur Freunde.

Schon kurz nach der Einführung der Winston mit Preisaufdruck mehrten sich die Stimmen jener, die mit der Marketingidee der Industrie absolut keine Freude hatten. Aus naheliegenden Gründen: Während der Preis in der Trafik korrekt ist, lachen dem Raucher in Lokalen und an Tankstellen damit Preise entgegen, die nicht den Tatsachen entsprechen. Schließlich müssen Wirte und Spritshops ja einen Mindestaufschlag von zehn Prozent verlangen – womit die besagte Winston dann eben 4,30 Euro kostet. Und wenig überraschend verlangen Wirte und Tankstellenpächter von dem Trafikanten, dem sie zurayonniert sind, neutrale Ware. Leicht gesagt, wenn standardmäßig 70 Prozent mit Preisaufdruck und nur 30 Prozent der Ware ohne geliefert werden.

„Bei mir im Geschäft verkauft sich die Winston nicht so toll. An der Tankstelle hingegen wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Wenn ich die 30 Prozent ohne Aufdruck weitergebe, sitze ich lange auf den restlichen 70 Prozent. Und habe dann bei der nächsten Bestellung der Tankstelle wieder zu wenig ohne Preisaufdruck“, haben sich einige Trafikanten an die trafikantenZEITUNG gewandt.

Großhändler tobaccoland kennt die Thematik, hat aber zwei Probleme, wie Logistikchef Gruber erklärt: „Uns wird der Verteilerschlüssel von der Industrie vorgegeben. Auf dieser Basis wird die Sortierstraße entsprechend programmiert. Individuelle Ausnahmen sind hier rein technisch nicht möglich.“

„Wir reagieren mit der Preiskennzeichnung auf die wachsende Preissensiblität der Raucher“, ist von JTI dazu zu hören. „Den Aufteilungsschlüssel haben wir schon von 80/20 auf 65/35 geändert. Mit 11. Juli haben wir den Split nun auf 50/50 umgestellt.Durch die Produktinformation mindestens einen Monat vor Aktionsstart haben die Trafikanten aber die Möglichkeit, sich vorab mit Ware ohne Preisauszeichnung einzudecken.“

Was bei der Mehrheit der Trafikanten sowohl am Lagerplatz als auch am Finanzierungsbedarf scheitern dürfte. Die kurzfristig umgesetzte Verbesserung des Lieferverhältnisses zwischen Ware mit und ohne Preisaufdruck ist jedenfalls positiv. (mh)

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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