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Der wiener Gastro-Obmann Peter Dobcak sprach mit seiner Kritik der Politik vielen Wirten aus der Seele. Die Zeit parteipolitischer Loyalitäten scheint am geplanten Rauchverbot zu enden.

Lautstarker Protest gegen das geplante Rauchverbot

29.04.2015

Nach 300.000 Unterschriften für eine Beibehaltung des bewährten Nebeneinanders von Rauchern und Nichtrauchern in der Gastronomie machte die Gastrobranche vor dem Parlament ihrem Ärger Luft.

Industrie, Großhandel und Standesvertreter unterstützten die Demonstration lautstark und rauchend.
Nicht nur zahlreiche Trafikanten aus Wien und Oberösterreich - mit stattlicher Abordnung - waren gekommen, auch ihre Landesgremialobmänner zeigten Flagge.

Das Wetter hatte es nicht gut mit den Demonstranten gemeint: Nur für den Tag der Demo waren Niederschläge und Sturmböen bis 100 km/h prognostiziert worden -angesichts des Wetters waren die Zahlen von 500 (Polizei) oder 2.000 Demonstranten (Organisatoren) also durchaus stattlich.

Vernehmlicher Unmut über die Politik
Denn speziell die Wirte dürften mittlerweile die Nase gestrichen voll haben. "Wir führen unsere Betriebe teils in x-ter Generation, beschäftigen zehntausende Mitarbeiter und tragen das alleinige Risiko." machte der Wiener Gastro-Obmann KR Peter Dobcak seinem Ärger Luft: "Und die Politik hat nichts Besseres zu tun, als uns mit Steuererhöhungen, fehlender Rechtssicherheit und einer Registrierkassenpflicht auf Basis eines Generalverdachts gegen unsere Berufsgruppe in den Ruin zu treiben. Das können und dürfen wir uns nicht mehr gefallen lassen!"

Rauchverbot = Wirtetod
Auf diesen einfachen Nenner bringt es ein deutscher Redner, der seit 16 Jahren ein Lokal in Wien besitzt: "Früher hatte ich auch noch drei Lokale in Bayern mit rund 100 Mitarbeitern. Man hat uns - genau wie Ihnen jetzt - im Vorfeld erzählt, dass sich die Lokalbesucher an das Rauchverbot gewöhnen würden und alles wie zuvor würde. Stattdessen musste ich meine Lokale erst verkleinern, dann die Öffnungszeiten reduzieren und letztlich schließen. 100 gute und motivierte Mitarbeiter sitzen jetzt zu Hause und sind arbeitslos. Nutzen Sie alle Möglichkeiten und kämpfen Sie bis zum Schluss, damit die Gastronomie in Österreich nicht das gleiche Schicksal ereilt!"

Unterstützung der Tabakbranche
Die Trafikanten, die viel zu den 300.000 gesammelten Unterschriften der parlamentarischen Bürgerinitiative beigetragen hatten, waren zahlreich erschienen. Trotz des Demotermins am Dienstag Nachmittag waren nicht nur wiener Kollegen, sondern auch Teilnehmer aus Oberösterreich und den westlichen Bundesländern angereist. Die Landesgremialobmänner von Wien (Schiefer), Niederösterreich (Pririschl, Schwarzenbohler, Schweinschwaller) und Oberösterreich (Kerschbaummayr) waren ebenso wie Industrie und Großhandel (Susanne Moosmayr, Maria Dax von DanCzek, Ralf-Wolfgang Lothert, JTI, Frank Baumann, Zippo, Wilhelm Eichtinger und andere) vor Ort und unterstützten die Anliegen der Wirte mit Trillerpfeife und Cigarre.
Es bleibt zu hoffen, dass die Bedenken der vielen Unterzeichner der Bürgerinitiative sowie der wetterfesten Demonstranten auch die Politiker in ihrem Elfenbeinturm erreichen ...

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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