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Viel Tabak, ein Bisschen Hanf, das Ganze teuer. Die Kunden stehen dennoch Schlange.

Legale Hanfzigaretten in der Schweiz

20.07.2017

Seit Ende 2016 ist Cannabis mit geringem THC-Gehalt bei unseren Nachbarn legal. Eigene Hanfzigaretten interessieren nun aber auch österreichische Kunden.

Die Manufaktur Koch & Gsell in Steinach am Bodensee stellt rund 15.000 Packungen der Hanfzigaretten der Marke „Heimat“ pro Woche her. Offiziell ab 24. Juli von der Supermarktkette Coop vertrieben, liegt die Nachfrage aber schon jetzt 5-10 mal so hoch; der Hersteller stellt auf 2-Schicht-Betrieb um, hat nun aber das Problem, Schweizer Gras (THC-haltigen Hanf) nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung zu haben.

Dabei sind die Hanf-Ziggis, wie die Eidgenossen sie nennen, mit 19,90 Franken (rund 18 Euro) nicht gerade billig und so stark wie ein echter Joint sind sie auch nicht: Um der Schweizer Gesetzeslage zu entsprechen muss der THC-Gehalt unter 1 Prozent liegen.

Nachfrage auch aus Österreich

Natürlich machen solche Produkte – ob legal oder nicht – nicht vor Landesgrenzen halt. Am Grenzkiosk in St. Margrethen freut man sich ausnahmsweise über österreichische Kunden. Denn für reine Tabakprodukte fahren die Schweizer ins billigere Österreich. Beim Grenzübertritt nach Vorarlberg sollte man sich dennoch nicht mit den schwach wirksamen „Light-Joints aus der Fabrik“ erwischen lassen.

Legalize!

Schon 2004 war versucht worden, Cannabis in der gesamten Schweiz zu legalisieren. Damals scheiterte das Vorhaben am Widerstand der konservativen Volkspartei. Nun gehen die Eidgenossen offenbar einen Weg der kleinen Schritte: Als Schmerztherapeutika sind Hanfprodukte schon länger im Gebrauch. In einem dreijährigen wissenschaftlichen Versuch wird zudem beobachtet, ob sich durch die kontrollierte Abgabe von „Gras“ in Apotheken das Konsumverhalten der Nutzer verändert. Die Freigabe von Hanf mit geringem THC-Gehalt Ende des Vorjahres ist ein weiterer Schritt, das von vielen Bürgern regelmäßig konsumierte Genussmittel zu entkriminalisieren.

Der US-Bundesstaat Colorado hatte Cannabis bereits 2014 legalisiert und freut sich an 25 Prozent Steuer, weitere Bundesstaaten haben nachgezogen. Jüngst setzte Uruguay die bereits 2013 beschlossene Legalisierung von Cannabis (nur für Einheimische) durch – das heimische Gras kostet nur 1,30 Dollar pro Gramm.

Ein Ansatz, der für Österreich, das Land mit dem erstaunlichen Verbrauch an KingSize-Papers, wohl auch Sinn ergeben würde. Den idealen Vertriebskanal gibt es ja längst: die Trafik.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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