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„Legales Cannabis gehört in die Trafik“

20.02.2018

Bundesgremialobmann Josef Prirschl  mit einem Ausblick auf die wichtigsten Themen 2018. 

"Derzeit werden zahlreichen Produkte frei verkauft, die per Definition in die Trafiken gehören."

Wie läuft das heurige Jahr aus Ihrer Sicht bisher an?
Die Preiserhöhungen um 20 Cent pro Packung ohne Druck durch die Tabaksteuer sind ebenso einzigartig wie positiv. Damit bleiben uns Trafikanten derzeit zwischen sieben und acht Cent Plus, nach dem 1. April 2018 werden es immer noch +3,6 Cent sein. Allerdings bräuchten wir jetzt ein paar solcher Jahre, um wieder auf den Stand von vor einigen Jahren zu kommen.

Kommen wir zu „Tabak ab 18 Jahren“. Wie sieht hier der Zeitrahmen aus?
Das Thema wurde im Vorjahr als PR-Aktion der ehemaligen Ministerin Karmasin genutzt. Es wurde so getan, als würde die Anhebung der Altersgrenze im Frühjahr 2018 quasi automatisch flächendeckend eingeführt. In der Realität stehen aber zahlreiche Landtagswahlen an, und die Politik hat ganz andere Sorgen.

Für wie sicher halten Sie es angesichts des medialen Dauerdrucks, dass die geplante neue Raucher-Regelung in der Gastronomie auch wirklich kommt?
Meine Einschätzung ist: Es steht im Regierungsprogramm, also sollte die Raucherregelung NEU auch kommen. Die Medien und einige Interessenvertretungen machen derzeit viel Druck, das ist klar. Vielleicht sorgt diese einseitige Reizüberflutung aber sogar dafür, dass die Stimmung wieder kippt – wer weiß?

Derzeit ist die Branche konzentriert auf der Suche nach neuen Umsatzbringern und Standbeinen. Welche Bereiche sehen Sie hier als besondere Hoffnungsträger? 
Tabak wird der wichtigste Bereich bleiben, gefolgt vom Glückspiel. Die nachlassenden Zeitungsverkäufe machen aber Flächen im Geschäft frei – hier kann man sich überlegen, wie man diese nutzt. Die E-Zigarette dürfte langfristig angekommen sein. Heat-not-burn steht in den Startlöchern, und beim angesprochenen Kaffee aus der Trafik sind wir noch in Verhandlungen. Das wird jetzt nicht in jedem Geschäft funktionieren, bietet der Branche aber eine zusätzliche Chance.

Als mögliches neues Standbein wird ja auch gerne das Thema ­Cannabis zur Sprache gebracht. Muss man sich zu Beginn auf derzeit bereits legale Produkte mit geringem THC-Gehalt beschränken? 
Alle Produkte mit weniger als 0,3 Prozent THC-Gehalt sind ja heute schon legal. Diesen Markt schöpfen aber die Hanfshops ab, ähnlich wie wir das bei der E-Zigarette erlebt hatten. Faktisch gehören alle zum Rauchen gedachten oder geeigneten Produkte per Gesetz in die Trafik. Die Produkte müssten angemeldet werden. Das hätte gleich mehrere Vorteile: Die Kunden würden sichere, standardisierte Rauchwaren bekommen, und der Staat lukriert ein schönes Steuervolumen. Davor muss aber endlich der Gesetzgeber handeln, der dem Verkauf von Rauchwaren außerhalb der Trafiken derzeit noch zusieht. 

 

Das vollständige Interview können Sie ab 23. Februar 2013 in der druckfrischen Printausgabe der Trafikantenzeitung nachlesen.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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