Direkt zum Inhalt
Trafikanten kaufen die B & H 20+1 teurer, die Konsumenten faktisch billiger ein.

Leise Big-Pack-Querelen

11.09.2015

Im Vorfeld des Verbots von Packungsinhalten abseits von 20 oder 25 Stück kommen „noch schnell" genau solche Packungen.

Ab Jahresbeginn 2016 dürfen keine Zigarettenpackungen mit anderen Stückzahlen als 20 oder 25 mehr an Konsumenten verkauft werden. Das Bundesgremium hatte deshalb im Sommer dieses Jahres sämtliche Großhändler schriftlich aufgefordert, ab Oktober 2015 keine Big Packs mit weniger als 25 Stück Inhalt auszuliefern.
Nun kommt die Benson & Hedges 20+1. Sie wurden erdacht, um für die Konsumenten trotz des Verzichts auf die ab Mai (TPD2) verbotenen Schiebeschachteln attraktiv zu bleiben. Für die Trafikanten ergibt sich damit eine Situation, in der sie dieselbe Marke und Sorte innerhalb von nur vier Monaten zwei Mal abverkaufen müssen: erst die bisherige B & H, weil wohl die meisten Kunden nach der „Neuen" mit mehr Inhalt ums gleiche Geld fragen werden und dann die
B & H 20+1, weil sie nach 31. Dezember 2015 illegal sein wird.

Teurer einkaufen
Bundesgremialobmann Josef Prirschlbringt ein zusätzliches Problem zur Sprache: „Durch die mengenabhängige Steuerkomponente verteuert sich die 21er um 17 Cent pro Stange im Einkauf für die Trafikanten. Am Verkaufspreis ändert sich aber nichts, der Preis pro Stück sinkt also.Hier wird wieder einmal Markenpolitik auf unserem Rücken gemacht."

„Nur für kurze Zeit"
Beim Anbieter JTI sieht man die Sache naturgemäß entspannter, die 20+1 wird vermutlich mit Mitte November ausverkauft sein und von der regulären 20er-Packung abgelöst werden. Ähnlich unaufgeregt reagieren – von einigen Ausnahmen abgesehen – offenbar auch die Trafikanten. Die Grundeinstellung „Es ist ja nicht für lang" sowie die Tatsache, dass sich die Marke üblicherweise nicht innerhalb von Monaten, sondern schneller verkauft, wird wohl dazu beigetragen haben.
Was bleibt, ist ein schales Gefühl: Wenn die Aufforderung, bis Jahresende keine Packungsgrößen abseits von 20 oder 25 Stück auszuliefern, prompt mit genau so einer Schachtel beantwortet wird, stellt sich die Frage, ob die Berufsvertretung wirklich als Partner gesehen wird. Dass JTI anders kann zeigt ja das Winston Big Pack mit 25 Stück.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Die Greißlerei mit Trafik ist der soziale Treffpunkt im Strandbad. Die Erwachsenen bekommen hier ihr Bier und die Leberkäse-Semmeln, die Kinder ihr Eis.
Meldungen
24.06.2021

In den 1920er Jahren nannte man das Strombad Kritzendorf im Jargon nur „Riviera der Wiener“. Trafikant Ludwig Ehrenstrasser übernahm vor sieben Jahren den Nachbau der alten Trafik und Greißlerei. ...

Klein, aber mein: Als letzte Trafik vor dem Auwald ist Gerhard Krexner eine beliebte „Versorgungsstation“ für Radler und Ausflügler im Sommerhalbjahr. Die nun ganzjährig bewohnbaren Häuser am Donau-Oder-Kanal sorgen für Betrieb während des ganzen Jahres.
Meldungen
24.06.2021

Hart traf das Schicksal Gerhard Krexner aus heiterem Himmel. Seine Trafik in Groß-Enzersdorf bei Wien führt er dennoch mit viel Herz.
 

Die kleine Trafik in der Heinestraße ist das „zweite Berufsleben“ von Emanuel Kustura. Er ist im Grätzl wie in der Branche gleichermaßen angekommen.
Meldungen
24.06.2021

Vor einem Jahr hat Emanuel Kustura seine Trafik nahe dem Praterstern im 2. Wiener Gemeindebezirk übernommen. Die Gegend ist ein sozialer Brennpunkt, doch Kustura hat damit kein Problem.

Die Trafik Wachter: Wenige Fußgänger, dafür eine gute Lage an der Ein- bzw. Ausfallsstraße von Pfaffstätten.  Die Kurzparkzone ist mangels großem Parkplatz aber eine Notwendigkeit und entsprechend selten leer.
Meldungen
24.06.2021

Völlig gegen den Trend hat Bernhard Wachter eine Trafik eröffnet, wo vorher keine war. Wir haben nach den Hintergründen gefragt.

Die gute Lage am Hauptplatz von Spittal an der Drau konnte Anja Berger behalten, ansonsten hat sich alles zum Besseren geändert. Die Modernisierung hat den schönen Altbau ganz nebenbei auch barrierefrei gemacht.
Meldungen
24.06.2021

Als dritte Trafikantengeneration stellte eine Kärntnerin ihr Fachgeschäft auf eine völlig neue Basis.

Werbung