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Obwohl von der Pharmaindustrie für Stimmung pro-Nikotinersatz bezahlt finden viele Mediziner nichts dabei, als "unabhängige Experten" ihre vorgefärbte Meinung zu verkünden.

Lobby-Druck auf E-Zigaretten

21.06.2016

Ein Blick hinter die Kulissen verdeutlicht, warum viele Suchtexperten kein gutes Haar an E-Zigaretten lassen – es liegt an ihren Verbindungen zu Big Pharma. Eine gerechtfertigte mediale Aufregung bleibt aber aus.

Die politisch wie medial einflussreiche britische Nichtraucherorganisation ASH empfiehlt E-Zigaretten als Alternative zu herkömmlichen Tabakzigaretten, weil „sie zumindest um 95 Prozent weniger schädlich sind“. Dieser Wert ist keine optimistische Schätzung, sondern basiert auf vielfachen Studien, die von namhaften Experten und Instituten durchgeführt wurden.

Wählerische Beweiswürdigung

Andere gern zitierten Experten verteufeln die E-Zigarette und würden sie am liebsten verbieten. Warum eigentlich? Zahlreiche dieser Forscher stehen auf Gehaltslisten der Pharmaindustrie, die mit Nikotinpflastern, Entwöhntherapien und Medikamenten viel Geld verdient. Manche Experten haben jahrelang offen Werbung für Entwöhnungsprodukte gemacht, die meisten sind aber natürlich nicht direkt bei einem Unternehmen angestellt. Vielmehr sind sie führend in Vereinen mit schönen Namen wie „Wissenschaftlicher Arbeitskreis Tabakentwöhnung“ tätig, welche sich nach außen als glaubwürdige NGO gerieren, in Wahrheit aber von einzelnen Unternehmen der Pharmabranche finanziert werden. Jene Pharmaunternehmen, die den deutschen Staat mittlerweile auf juristischem Weg dazu zwingen wollen, Nikotinersatztherapien und psychotherapeutische Entwöhnungskurse per 
Rezept zu finanzieren.
Dumm nur, dass Vertreter aus beiden Expertengruppen auch an der offiziellen „Leitlinie zum schädlichen und abhängigen Tabakkonsum“ mitgearbeitet hatten. Diese Leitlinie gibt Ärzten Handlungsempfehlungen, deren Patienten mit dem Rauchen aufhören wollen oder sollen. An erster Stelle der Empfehlungen steht – Überraschung ! – „der Einsatz der Nikotinersatztherapie“, also Nikotinpräparate und Medikamente.

Was funktioniert?

Eine Studie der ­Harvard School of Public Health hatte 800 erwachsene Raucher im Rahmen einer fünfjährigen Langzeitstudie dreimal befragt. Das Ergebnis: Für den Erfolg spielte es KEINE Rolle, ob die Raucher Ersatzpräparate verwendet oder ohne Hilfsmittel aufgehört hatten! Die Co-Autorin der Studie, Lois Biener, bringt es auf den Punkt: „Öffentliches Geld für Nikotinersatz­therapien auszugeben, ist von zweifelhaftem Wert.“
Eine neuseeländische Studie hat Rauchern Ersatzpräparate oder E-Zigaretten angeboten. Nach sechs Monaten waren noch 7,3 Prozent der E-Gruppe tabakabstinent gegenüber nur 5,8 Prozent der Arzneimittelgruppe. Zusätzlich hatten auch die meisten Studienteilnehmer, die in der E-Gruppe noch immer rauchten, ihren Tabakkonsum um mindestens die Hälfte gesenkt. Und eine über zwei Jahre laufende Auswertung hatte keine wesentlich erhöhten Gesundheitsgefahren durch das Dampfen festgestellt. Wohl auch vor diesem Hintergrund betrachtet das britische Gesundheitsministerium E-Zigaretten mittlerweile offiziell als „Chance, Rauchern beim Aufhören zu helfen.“

Interessenskonflikt? Egal!

Einmal mehr fällt auf, wie sehr mit unterschiedlichem Maß gemessen wird: Selbst die unbewiesene Unterstellung der Nähe einer Studie oder eines Wissenschaftlers zur Tabakindustrie reicht aus, um Mensch und Werk zu diskreditieren. Ein Interessenskonflikt mit Bezug zur Pharmaindustrie tut dies nicht: Kaum ein Medium hat den Artikel der Süddeutschen Zeitung aufgegriffen und auch beim Kampf gegen den Tabak auf die sonst bei jeder Gelegenheit geforderte political correctness bestanden. 

Die Vollversion des Artikels finden Sie ab 24. Juni in der aktuellen Druckausgabe der Trafikantenzeitung.
 

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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