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Mögliche Folgen des Gastro-Rauchverbots

12.11.2019

Seit 1. November 2019 gilt in allen Lokalen ein striktes Rauchverbot. Wie kann und wird sich dieses auf die heimischen Trafiken auswirken?

Die Expertenschätzungen der Umsatzverluste durch das Gastro-RV reichen von vier bis sieben Prozent Minus zu Beginn bis zwei Prozent langfristig.

Schrumpfungsfaktoren

Eine wichtige Rolle für die Verkaufsmengen bei Tabak spielt ganz offensichtlich der Preis: Mit einem Minus von sieben Prozent lag Österreich im profitablen Jahr 2018 mit seiner 30-Cent-Preiserhöhung deutlich über dem EU-Schnitt; das heurige Jahr ohne Preiserhöhung resultiert scheinbar in einem deutlich unterdurchschnittlichen Rückgang des Tabakabsatzes. 

Wird weniger geraucht?

Werden die Raucher ihren Konsum wirklich einschränken, weil in Lokalen nicht mehr geraucht werden darf? Oder verlagert sich das Rauchen bei gleich bleibendem Zigarettenverbrauch einfach ins Private, weil die Menschen kürzer, seltener oder gar nicht mehr in Restaurants und Wirtshäuser gehen werden?
Der definitive Verlierer des Gastro-
Rauchverbots ist die Gastronomie, wo speziell Landgasthäuser und Beisln ihre Funktion als „verlängertes Wohnzimmer“ von rauchenden Arbeitern und Bauern verlieren werden. Dazu kommen Nachtlokale, deren Probleme mit Anrainern aufgrund der Lärmentwicklung vor dem Lokal stehender Gäste vorprogrammiert sind und die schon nach dem ersten Rauchverbot-Wochenende Umsatzrückgänge zwischen 10 und 20 Prozent beklagen. Und die Shisha-Bars, die sich gleich über ein gänzliches Verbot ihres Geschäftsmodells freuen dürfen, weil unser Gesetz – anders als in anderen Ländern – keine Ausnahme für diesen Spezialzweig der Gastronomie vorsieht.

Internationale Erfahrungen

Welche Auswirkungen auf den Tabakabsatz haben aber Länder zu verzeichnen, in denen das verordnete Nichtrauchen in Lokalen schon länger gilt? Österreich ist ja beileibe nicht das erste Land, in dem ein Rauchverbot für die Gastronomie eingeführt wurde. Aus dem nahen Bayern mit seinen zehn Jahren Erfahrungsvorsprung ist zu hören, dass das Rauchverbot zu einem Minus bei Indoor-Automaten mit gleichzeitigem Plus bei Außengeräten geführt hat – mit einem Nettoeffekt von null. Allerdings unterscheidet sich die Situation zu Österreich insofern, als die bayrische Gastronomie die Zigaretten ohne den bei uns verpflichtenden Aufschlag verkauft. Der Tabakverkauf über Lokale spielt deshalb eine größere Rolle als bei uns. Allerdings haben sich durch das Rauchverbot auch die Absatzmengen der Großhändler für die sonstigen Verkaufsstellen nicht geändert.
In Schweden ging mit Einführung des Gastro-Rauchverbots sogar kurzfristig der Verkauf von Rauchtabakwaren hoch; ob aus einer Trotzreaktion der Raucher oder anderen Gründen ist nicht bekannt.

Ausblick

Für die Trafikanten bleibt die nicht unrealistische Hoffnung, dass das neue Gesetz für sie keine spürbaren Auswirkungen haben wird, wenn sich nur der Ort, nicht aber die Menge der Tabakkonsumation ändert. Und warum sollte ein typischer Raucher plötzlich weniger pofeln?

 

Den vollständigen Artikel können Sie ab 15. November in der druckfrischen Trafikantenzeitung nachlesen.

 

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