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Monopolchef Hannes Hofer im Gespräch

18.11.2015

Der MVG-Boss ist nun schon einige Monate in Amt und Würden und sieht sich in der Branche angekommen. Zeit für ein weiteres Interview.

Mag. Hannes Hofer beklagt eine Spannendiskussion, die ausschließlich nach dem Motto "Wie nehme ich einem anderen etwas weg?" läuft.

Suchen die Industrie, der Großhandel und die Berufsvertretung das Gespräch mit Ihnen? Wenn ja – was sind hier die vorrangigsten Themen?
Der Kontakt wurde und wird von allen Beteiligten gegenseitig gesucht, also auch von mir. In den Gesprächen mit der Industrie steht derzeit natürlich die TPD2 und ihre nationale Umsetzung im Mittelpunkt. Hier wäre es wirklich höchste Zeit, dass der Gesetzgeber Sicherheit schafft – derzeit (Anm.: zum Zeitpunkt des Interviews) ist der Gesetzesentwurf noch nicht einmal in Begutachtung.

Gibt es Bereiche, in denen Sie Verbesserungsbedarf sehen – wo also die MVG ihr Angebot, ihre Herangehensweise oder ihre Abläufe ändern oder verbessern müsste?
Ich setze den von Frau Reisenbichler eingeschlagenen Weg fort, die Monopolverwaltung zu modernisieren. An erster Stelle steht die Absicherung des Monopols, gefolgt von einer Effizienzsteigerung im täglichen Betrieb. Der dritte Punkt ist die Verbesserung der Kernprozesse: die Bestellung neuer und die Betreuung bestehender Tabakfachhändler.

Anlässlich der abgelehnten Monopolisierung der E-Zigaretten durch den Verfassungsgerichtshof wurde das Tabakmonopol vielfach als überholt bezeichnet. Wie sehen Sie das?
Die Verallgemeinerungen des VfGH machen klar, wohin der Weg führen muss: Nach außen zu einer verbesserten Kommunikation der Ziele und Leistungen des Tabakmonopols – es kann ja nicht sein, dass die Kernpunkte der breiten Öffentlichkeit und viele Aspekte wie die deutliche Unterscheidung in Tabakfachgeschäfte und Tabakverkaufsstellen sogar Höchstrichtern nicht bekannt sind.
Für die Trafikanten muss es auch leichter werden, sich regelkonform zu verhalten. Ich plane deshalb eine bundesweite Regelsammlung nach dem Vorbild von FAQs, denn ich habe oft den Eindruck, dass das Monopol als regional unterschiedlich aufgefasst wird – und das ist nicht der Fall. Diese Liste sollte die häufigsten Fragen beantworten und muss sich auch aktuell weiterentwickeln. 

Die soziale Funktion des Tabakmonopols als Vergabeinstanz von Geschäften an behinderte Personen wurde vom VfGH auch im Hinblick auf die vielen Übernehmen nach dem "Erbparagraphen" §31 heruntergespielt.
Auch ich werde oft von Außenstehenden darauf angesprochen, dass es seltsam sei, dass viele Geschäfte, die einmal an Behinderte vergeben wurden, dann auf ewig innerhalb der nichtbehinderten Familienmitglieder weitergegeben werden dürfen. Das ist ein komplexes und vielschichtiges Thema.
Ich erlebe in persönlichen Gesprächen genauso wie bei Befragungen auf Fachgruppentagen, dass die Trafikanten sich des Wertes und der Wichtigkeit des Tabakmonopols sehr wohl bewusst sind. Es hat für die gesamte Branche eine wichtige Schutzfunktion.

Das vollständige Interview mit Mag. Hannes Hofer können Sie in der Trafikantenzeitung ab 20. November 2015 nachlesen.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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