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Die Raucherquote hat sich von 24 Prozent im Jahr 2002 auf mittlerweile 14,3% reduziert. Dem Bürgermeister ist dies immer noch zu viel.

New York: 13 $ Mindestpreis für Zigaretten

31.08.2017

Mit 1. Juni 2018 sollen der US-weit höchste Packungspreis nochmals angehoben und die Zahl der Verkaufsstellen halbiert werden.
 

New York ist seit Jahren kein gutes Pflaster für Raucher und Tabakindustrie. Nun hat Bürgermeister Bill de Blasio ein Gesetz unterzeichnet, das den Mindestpackungspreis für Zigaretten ab Juni 2018 auf 13 Dollar, jenen für rauchfreien Tabak auf 8 Dollar und für Shishatabak sogar auf 17 Dollar hochschrauben soll. Zeitgleich wird die Anzahl der Verkaufsstellen halbiert und Verkäufer von E-Zigaretten benötigen künftig eine Verkaufslizenz. Apotheken und Drogerieketten mit derzeit 550 Geschäften soll es ab Jahresbeginn 2019 nicht mehr erlaubt sein, Tabakprodukte zu verkaufen.

Turbo für den Schmuggel?
In den USA ist die Tabakbesteuerung Landessache, was zu extrem unterschiedlichen Preisen führt. Deshalb hat der Staat ein latentes Binnen-Schmuggelproblem. Schon heute ist New York der teuerste Ort, um sich Rauchwaren zu besorgen – und ist gleichzeitig von zahlreichen „Bundesländern“ umgeben, deren Preise deutlich niedriger oder bei weniger als der Hälfte liegen.
Daten aus 2015 verdeutlichen die Größenordnung des Problems: New York kassierte von jeder Zigarettenpackung 4,35 Dollar an Steuer. Der Nachbarstaat Pennsylvania begnügte sich mit 1,60 Dollar – wer also dort Zigaretten ein- und in New York verkauft macht goldene Geschäfte. Selbst wenn er unter offiziellen Mindestpreisen anbietet. 
Kritiker von de Blasio´s Ideen sehen im nun unterzeichneten Gesetz eine mutwillige Zerstörung der bestehenden Tabakgeschäfte und absehbare Verluste bei Umsätzen, Jobs und Jugendschutz. Denn der Markt würde angesichts immer schwerer leistbarer Zigaretten in den unkontrollierten Schwarzmarkt ausweichen.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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