Direkt zum Inhalt

Novomatic verkauft seine Casinos Austria-Anteile

10.12.2019

2016 wollte der Automatenkonzern groß bei den Casinos Austria einsteigen. Nach zahlreichen Querelen verkaufen die Gumpoldskirchner nun alle ihre Anteile.

Die Idee wäre bestrickend gewesen: Mit dem Kauf von 40 Prozent der Casag-Anteil hätte die Novomatic die Mehrheit bei ihrem direkten Konkurrenten gehabt. Die Kartellrichter machten dem Glückspielkonzern einen Strich durch die Rechnung und erlaubten den Kauf von maximal 25 Prozent der Anteile. Letztlich erwarb die Novomatic 17 Prozent der Casinos Austria AG.

Der Ausstieg

Vermutlich hatte man sich die Beteiligung ruhig und profitabel erwartet - zumindest von Ruhe konnte im Gefolge von Ibiza und der Sidlo-Affäre definitiv keine Rede sein; sogar die Räumlichkeiten von Novomatic-Eigentümer Johann Graf waren dabei durchsucht worden. Nun steigt der Automatenriese gänzlich aus den Casinos Austria aus; nur die 11-Prozent-Beteiligung an den Lotterien will man behalten.

Wer kauft?

Womit sich die Frage stellt, wer der Käufer sein wird: Die tschechische Sazka hält derzeit mehr als 38 Prozent, hätte mit dem Zukauf der Novomatic-Anteile die unbestreitbare Mehrheit und würde dafür nicht einmal das gesamte Paket benötigen. Der Staatsanteil in der ÖBAG liegt knapp über 33 Prozent - das zum Verkauf stehende Aktienpaket würde den Staat damit wieder zum Mehrheitseigentümer machen. Dabei gibt es nur ein Problem: Das Sechstel der Casag ist nicht gerade billig.

Die weiteren Anteilseigentümer haben nun einen Monat Zeit, das ihnen vertraglich zugesicherte Vorkaufsrecht auszuüben - oder auf es zu verzichten. Und die Kartellrichter werden wohl auch ein Wörtchen mitzureden haben. Es bleibt rund um die Casinos Austria AG also spannend.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
Werbung

Weiterführende Themen

Meldungen
17.06.2019

Als Reaktion auf Interview-Aussagen von Andreas Schiefer möchten die Lotterien die Hintergründe der 3-Joker-Aktion näher erklären. 

Mit dem Ignorieren der gewünschten Liefermenge durch PGV hat der Glückspiel- und Zeitschriftenbeauftragte Schiefer keine Freude.
Meldungen
21.05.2019

... zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch, das wir mit Andreas Schiefer geführt haben.

Meldungen
01.04.2019

Ab 1. Mai 2019 wird der heimische Glückspielriese von einer Dreierspitze geführt.

"Natürlich können die Lotterien binnen 6 Monaten Verträge kündigen. Aber wir können auch bei der MVG am Nebenartikelkatalog drehen lassen ..." relativiert Andreas Schiefer die Macht der Lotterien.
Meldungen
18.06.2018

... gibt es von den beiden Lottobeauftragten des Bundes­gremiums. Wir haben Ursula Steurer und Andreas ­Schiefer nach Details und den Gründen der Ablehnung gefragt.

Meldungen
19.03.2018

Die Klagen über sinkende Lottoumsätze sind nicht neu. Doch spielen die Trafikanten selbst?

Werbung