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Mag. Stefan Pinter sieht die neuen Packungen nicht als Gefahr für den Markt. Beim Thema Tabaksteuer verfolgt PMI einen eigenen Weg.

Optimale Beratung wird immer wichtiger

19.08.2016

Mag. Stefan Pinter, Unternehmenssprecher von Philip Morris Austria, im Gespräch rund um TPD2 und die anstehende Diskussion um die Neuausrichtung der Tabaksteuer.

Mittlerweile haben wir die bekannt „schönen“ TPD2-Packungen und für 2018 droht uns das Gastro-Rauchverbot mit absehbaren Verlusten im Bereich von 5-10 Prozent. Wie geht man als Industrie mit diesen Aussichten um?

Natürlich sind wir weder mit dem einen oder anderen besonders glücklich. Insbesondere, was die bildbezogenen Warnhinweise anbelangt, haben wir lange gegen diese Form der Bevormundung gekämpft. Nun verpflichtet uns der österreichische Gesetzgeber auf Basis der EU Vorgabe dazu, wir als Industrie halten uns natürlich an diese wie an alle anderen  regulatorischen Vorgaben. Erfahrungen aus anderen Ländern, wie z.B. Belgien in denen die bildbezogenen Warnhinweise schon vor längerer Zeit umgesetzt wurden zeigen jedoch, dass der erste „Schockmoment“ nur relativ kurz andauert, sich Konsumenten dann allerdings schnell daran gewöhnen.

Wir werden auch weiterhin streng reguliert bleiben, auch, was das generelle Rauchverbot anbelangt. Die klare Antwort darauf: Die Zukunft liegt in der kompetenten Beratung, im bestmöglichen Verkauf der Produkte. In den Trafiken wird künftig mehr erklärt und beraten werden müssen, um erwachsene Raucher trotz Rauchverbots und bildbezogener Warnhinweise nicht zu „verlieren“. Da liegt es natürlich auch an uns, der Industrie, Trafikanten bestmöglich zu unterstützen und im laufenden Dialog zu bleiben. Wir launchen auch deshalb im Zuge der Creativ Messe in Salzburg eine neue, digitale Plattform, die die Kommunikation mit den Trafikanten noch weiter ausbauen und verbessern soll.

Wie sehen Sie den Zwiespalt zwischen einem gesundheitsfokussierten Nanny-State und den Begehrlichkeiten hinsichtlich der Tabaksteuer?

Letztes Jahr hat der österreichische Staat rund 1,8 Mrd. Euro an Tabaksteuer eingenommen und laut aktuellen Berechnungen wird diese Summe 2016 aller Voraussicht nach weiter nach oben gehen. Immerhin ist das die zweithöchste Verbrauchssteuer Österreichs und 2,2% der gesamten Steuereinnahmen. Darauf möchte natürlich niemand verzichten, obgleich man oft den Eindruck hat, dass Gesundheits- und Finanzministerium da unterschiedlicher Ansicht sind.

Das Bundesgremium fordert nun eine Handelsspanne von 15 Prozent auf Zigaretten und die Abschaffung des Wirtschaftsnutzen-Modells. Wie steht PMI zu dieser Thematik?

Ich habe solche Überlegungen zwar wahrgenommen, kenne die Berechnungen jedoch nicht im Detail. Generell lässt sich sagen, dass dieser Vorschlag eine wertabhängige Komponente mehr schafft, die am KVP hängt. Das schafft eher einen weiteren Anreiz, Preise zu senken als zu erhöhen.

Wäre die aktuelle Stabilisierung der verkauften Stückzahlen ein Hebel, um die Tabaksteuer für die Zeit nach 2017 neu zu definieren? Wenn ja – in welche Richtung?

Das derzeitige Tabaksteuermodell läuft mit 2017 aus – es muss also jedenfalls neu diskutiert werden. Aus unserer Sicht wäre die Vorgabe, das bisherige Modell fortzuführen und damit eine konstante Senkung der ad valorem/wertabhängigen Tabaksteueranteils und zugleich eine leichte Erhöhung des spezifischen/mengenabhängigen Tabaksteueranteils zu erzielen. Erst dann wird es für die Hersteller wieder interessanter, Preise zu erhöhen. Damit wird der Wirtschaftsnutzen größer und am Ende des Tages bleibt mehr Gewinn für alle, sowohl Industrie als auch Trafikanten.

 

Das vollständige Interview finden Sie ab 26. August in der gedruckten Ausgabe der Trafikantenzeitung.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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