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PMA-Geschäftsführer Schönegger freut sich, nach langen Jahren in verschiedenen Konzernen erstmals in seinem Heimatland zu arbeiten.

Philip Morris: Tabakkonzern im Umbruch

14.08.2019

Mit Alexander Schönegger steht erstmals ein gelernter „Markenartikler“ an der Spitze des heimischen Marktführers. Wir haben den Wiener zum Gespräch gebeten.

Herr Schönegger, können Sie sich meinen Lesern bitte kurz vorstellen?

Ich bin in Wien geboren und im 7. Bezirk aufgewachsen. Während meiner Arbeit für Nestlé in Japan bin ich über Iqos gestolpert, das mich vom ersten Augenblick an fasziniert hat – nicht nur, weil das Produkt sehr ­lifestylemäßig aufgestellt war und über ein großes Retailnetzwerk vertrieben wurde. Sondern auch, weil die Konzentration auf ein derartiges Produkt für einen Tabakkonzern eine echte Transformation erfordert, die auch schon im Gange war. Ich hatte dann ein langes Gespräch mit dem Leiter des Ostasiengeschäfts und bin zu PMI gewechselt, wo man mich mit September 2018 in die Zentrale nach Lausanne geschickt hat, um das Produkt und die Firmenkultur von Philip Morris kennenzulernen. Seit Juni 2019 bin ich nun Geschäftsführer in ­Österreich.

Das heißt, Sie sind der erste Landeschef bei Philip Morris, der keine langjährige „Tabak-Vergangenheit“ bzw. „Tabak-Karriere“ hinter sich hat? Oder sind Sie gar ein häufiger werdendes Beispiel für einen Paradigmenwechsel beim weltgrößten 
Tabakkonzern?

Ich kann schwer in die Zukunft blicken. Aber derzeit kommen viele Leute ohne Tabakbackground dazu. PMI schaut in vielen Belangen bewusst nach außen und holt sich Mitarbeiter von Firmen, die auf einem bestimmten Gebiet „best in class“ sind. 

Sehen Sie es als Vorteil, wenn der Landesgeschäftsführer ein Einheimischer ist? Kann man mit dem Wissen um die Mentalität seiner Landsleute eine Produkteinführung besser „maßschneidern“? 

Ganz sicher sogar! In anderen Ländern habe ich viel Zeit dafür gebraucht, den Konsumenten kennenzulernen. Das Einschätzen der Konsumenten und der Kontakt zu den Stakeholdern ist für mich daheim in Österreich natürlich deutlich leichter und geht um vieles schneller.

Lassen sich aus den Erfahrungen der vielen anderen Länder, in denen Iqos mittlerweile erhältlich ist, vermutliche Erfolgsrezepte für Österreich ableiten? 

Es gibt sehr unterschiedliche Herangehensweisen. Ein Vorteil einer späten Einführung besteht darin, dass das Produkt ausgereift ist und man aus taktischen Fehlern schon lernen konnte. Für mich ist aber ganz wichtig, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fragen zu stellen. Als Konzern macht man sich gerne Gedanken, wie Prozesse, wie beispielsweise der Austausch eines defekten Geräts, zu verbessern wäre. Dem Konsumenten ist das egal – der möchte jederzeit seinen Nikotinkonsum haben können. Ob man das jetzt über eine Expresszustellung per Post oder eine Abholung in der nächsten Trafik regelt, ist dem Kunden egal. Die Umstellung von einer Ziel- oder Prozessorientierung auf eine echte Kundenorientierung ist aber für ein großes Unternehmen durchaus eine Aufgabe. Zumal wir als Tabakhersteller bislang ja keinen direkten Kontakt zu unseren Endkunden hatten – das ändert sich mit dem erklärungs-, beratungs- und servicebedürftigen technischen Produkt aber grundlegend.
Ich bin deshalb extrem viel draußen, treffe mich auch in den Bundesländern auf Fachgruppentagen, Stammtischen und bei anderen Gelegenheiten mit Trafikanten. Das fördert mein Verständnis für die Bedürfnisse unserer Vertriebspartner – auch wenn ich nicht für alles gleich eine Lösung parat habe.

Österreich ist ohnehin schon der letzte weiße Fleck auf der europäischen Iqos-Landkarte. Woran liegt es, dass Ihr Tabakerhitzer noch nicht auf dem Markt ist?

Die Rahmenbedingungen haben einfach lange Zeit nicht gepasst – die eigene Steuerkategorie ist ja erst im Dezember 2018 mit Wirkung ab April dieses Jahres geschaffen worden. Wichtige Eckpunkte sind aber nach wie vor offen. Wir arbeiten aber intensiv und in engem Kontakt mit den relevanten Stellen zusammen, um möglichst rasch eine erfolgreiche Markteinführung starten zu können.

 

Das vollständige Interview mit Alexander Schönegger können Sie ab 23. August in der druckfrischen Printausgabe der Trafikantenzeitung nachlesen.
 

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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