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Philip Morris und Altria erwägen Fusion

29.08.2019

Bis 2008 war man ein gemeinsames Unternehmen gewesen - nun wird überlegt, den US- und den Weltvertrieb wieder zusammen zu legen.

Es waren die immer häufigeren und finanziell schmerzhafter werdenden Klagen von Rauchern und Institutionen in den USA, welche 2008 zur Aufspaltung des Konzerns in Altria (USA) und Philip Morris (Rest der Welt) geführt hatten. Letzterer hatte es tendenziell leichter: Während in den entwickelten Ländern die Raucherquote sinkt und der Markt schrumpft, offerieren Entwicklungs- und Schwellenländer mit großem Bevölkerungswachstum selbst bei sinkenden Raucherquoten auch noch heute echte Wachstumsmärkte.

Unterschiedliche Strategien

Philip Morris versucht die sich verändernden Rauchgewohnheiten über seine aufwändige Eigenentwicklung Iqos zu bewältigen. Altria wiederum hat sich für 13 Mrd. Dollar einen 35-Prozent-Anteil am US-Marktführer für E-Zigaretten Juul gekauft und ist Mehrheitseigentümer des kanadischen Cannabisproduzenten Cronos. Doch auch der Dampfmarkt ist in den USA keine sichere Bank: FDA und andere Behörden haben die Branche und hier besonders den Marktführer im Blick - es geht um Marketingpraktiken, welche auch Jugendliche ansprechen, die Auswirkungen intensiver Aromen auf das Nutzerverhalten sowie um ungeklärte Todesfälle nach dem Konsum von E-Zigaretten.

Fusion zum Giganten?

Nun wird über eine Wiedervereinigung per Aktientausch verhandelt - damit entstünde ein Tabakriese von beeindruckenden Ausmaßen: Philip Morris wird derzeit börslich mit 121 Mrd. US-Dollar, Altria mit 97 Mrd. $ bewertet. Alleine die Nachricht von der möglichen Fusion hatte jedoch schon wieder eigene Auswirkungen. Die Altria-Aktie legte um acht Prozent zu, während Philip Morris gleichzeitig sechs Prozent verlor.

Derzeit ist jedoch noch völlig offen, ob es zu dieser Fusion kommen wird; neben der grundsätzlichen Einigung der Verhandlungsteams müssten Verwaltungsräte, Aktionäre und nicht zuletzt auch die Aufsichtsbehörden zustimmen - und bei dieser Größe des entstehenden Konzerns mit dem Risiko einer "marktbeherrschenden Stellung" ist das OK von Kartellbehörden alles andere als sicher. 

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