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Französisch wird an den Gauloises wohl bald nur noch der Name, die Geschichte sowie die Form dieses Aschenbechers sein ...

Polnischer Gallier

16.04.2014

Die traditionelle Zigarettenmarke Gauloises trägt den „Gallier“ sogar im Namen. Nun schließt das vorletzte Werk in Frankreich, die Produktion wird zunehmend in den Osten verlagert. (mh)

Der staatliche Tabakkonzern Seita, unter dessen Dach Gauloises und Gitanes produziert werden, wurde 1999 zu Altadis fusioniert und letztlich 2008 von Imperial Tobacco gekauft. Schon damals waren 1.000 Jobs verloren gegangen, die Hälfte davon in Frankreich. Nun wird die größte Fabrik in Nantes geschlossen und erneut stehen 327 Tabakarbeiter auf der Straße.

Neue Jobs für Polen
Die Produktion soll nach Polen verlagert werden, wo schon bislang die dunklen Varianten von Gitanes und Gauloises produziert worden waren. Dort werden 130 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Diese Entscheidung trifft die Franzosen nicht nur im Nationalstolz, sie fällt auch in eine Zeit, die von zahlreichen Fabriksschließungen sowie einer immer angespannter werdenden Situation auf dem Arbeitsmarkt gekennzeichnet ist.

Zahlreiche Standorte schließen
Die Gauloises Blondes kommen künftig nur noch (teilweise) aus dem verbleibenden kleineren Werk in Riom. Wie lange dieses allerdings noch in Betrieb sein wird ist ebenfalls unsicher: Zum dortigen Portfolio gehören zahlreiche Produkte mit Aromen bzw. mit Menthol, die nach Inkrafttreten der TPD2 ein baldiges Ablaufdatum haben werden.
Mit dem großen Werk im britischen Nottingham (570 Arbeiter und Angestellte) steht ein weiterer Produktionsstandort von Imperial Tobacco vor der Schließung.

Die Gründe für die Zentralisierung
Die Leitung von Imperial Tobacco erklärt dazu, dass „die Entscheidung im Zusammenhang mit einem starken Rückgang der Tabaknachfrage, dem ständig weiter wachsenden Druck aus einem Dschungel von Vorschriften  sowie einer explosionsartigen Ausweitung von Schmuggel und Produktfälschungen steht.“
Die TPD2 ist noch nicht einmal in Kraft getreten, sie wirft jedoch bereits ihren langen Schatten auf die Tabakbranche.

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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