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Schmuggelanteil in Australien steigt deutlich

19.11.2013

Der erste Markt mit Plain Packaging, riesengroßen Warnhinweisen und hohen Preisen verändert sich in hohem Tempo.

Der Verkaufspreis von einer Zigarettenpackung liegt in Australien um 1.500 % über dem Preis Vietnams - als logische Folge boomt der Schwarzmarkt

Die Tabakriesen British American Tobacco – in Australien mit 45 Prozent Marktführer – sowie Philip Morris (35 %) und Imperial Tobacco (19 %) hatten die Agentur KPMG beauftragt, auch in Australien erstmals eine Packungsstudie durchzuführen. Nun sind die Ergebnisse veröffentlicht worden, welche Wasser auf die Mühlen derer sind, die schon im Vorfeld die Sinnhaftigkeit der australischen Radikallösung bezweifelt hatten: Der Anteil illegaler Zigaretten stieg von 11,8 auf 13,3 Prozent. Im Jahr 2007 war er noch bei 8,3 Prozent gelegen.

 

Methode

Wie auch in Europa wurde auf dem gesamten Subkontinent in den Mistkübeln nach leeren Päckchen gesucht. Insgesamt 16.000 Zigarettenpackungen wurden danach ausgewertet. In Australien tut man sich bekanntlich seit Jahresbeginn besonders leicht mit der Unterscheidung zwischen Rauchwaren aus dem Heimmarkt und solchen von außerhalb: Einheitlich olivgrüne Packungen mit riesigen grauslichen Schockbildern und kleinen Hersteller- und Markennamen in Standardschrift sind die offiziellen Zigaretten – alles Andere kommt aus dem Ausland.

 

Spezieller Markt

Schon im Jahr 2010 hatte die Regierung die Preise für Rauchwaren mit einem Schlag um 25 Prozent angehoben, in der Zeit von 2013 bis 2016 sind weitere jährliche Steuererhöhung um 12,5 Prozent geplant. Gegen Jahresende 2012 hatte Australien neben der Einführung von Plain Packaging ein ganzes Bündel von Maßnahmen auf den Weg gebracht. Der Customs Amendment Act vom September reduzierte die Anzahl legal einführbarer Zigaretten von 250 auf 50 – also von einer Stange der am häufigsten gekauften 25-Stück-Packungen auf zwei Päckchen. Die sogenannte Customs Amendment Bill aus dem November sollte den Schmuggel zusätzlich bekämpfen.

 

Preisgefälle

Für den Schwarzmarkt stellt Australien längst das interessanteste Betätigungsfeld im Südpazifik dar: Nirgendwo in der Region sind die Packungspreise auch nur annähernd gleich hoch. Zwanzig Stück der bekanntesten PMI-Marke kosten in Down Under fast 16 Australische Dollar, in Neu Guinea nur noch 5,37 und in Indonesien 1,43 Dollar. Am billigsten sind die gleichen Zigaretten in Vietnam mit nur 1,08 Dollar pro Packung. Kein Wunder also, dass dieses Preisgefälle das organisierte Verbrechen anlockt – die exorbitanten Preise legaler Rauchwaren erlauben es, auch für geschmuggelte oder gefälschte Ware einen höchst attraktiven Preis verlangen zu können: Von Jänner 2010 bis Juni 2013 stiegen die Straßenpreise für gefälschte Marken von 1,53 auf 8 Dollar, Schmuggelzigaretten sahen einen Preisanstieg von 3,83 auf 8 Dollar.

 

Langfristige Tendenz

Zwischen dem Jahr 2000 und 2013 ging die Menge legal verkaufter Fabrikszigaretten jährlich um rund 1,8 Prozent zurück. Den stärksten Einschnitt brachte erwartungsgemäß die radikale Preiserhöhung im Jahr 2010 – sie ging Hand in Hand mit einem Einbruch des legalen Zigarettenmarktes um rund 10 Prozent.

Von 2009 bis 2013 gingen die legalen Verkäufe um 4,2 Prozent zurück, gleichzeitig legte der Schmuggel um 80 Prozent (!!!) zu. (mh, KPMG)

KPMG-Studie

Autor/in:
Redaktion Trafikantenzeitung
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