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Monopolchef Hofer: "Bis 2030 wollen die Berufsvertretung und die MVG eine Quote vorzugsberechtigter Trafikanten von 62 Prozent schaffen. Eine etwaige Änderung des §31 steht aber nicht mehr zur Diskussion."

„Tabaksteuer und Mindesthandelsspanne gehören immer zusammen“

12.12.2016

Rund eineinhalb Jahre nach seinem Amtsantritt und vielen Auftritten auf Trafikantentagen haben wir Monopolchef Mag. Hannes Hofer für ein ausführliches Interview vors Mikrofon gebeten.

Sie haben letztens mit einer Erfolgsmeldung von sich hören gemacht: der ausschließlichen Neuvergabe von Tabakfachgeschäften an Vorzugs- berechtigte. Waren dafür Änderungen in der Vergabepraxis erforderlich?

Nein. Wobei ich den Eindruck habe, das ist ein Symptom der österreichischen Verwaltung – man macht einen guten Job, aber spricht nicht darüber: Meine Vorgänger haben eine Quote vorzugsberechtigter Trafikanten von 37 Prozent im Jahre 2001 bis 2011 auf 50 Prozent angehoben. Es geht seither gut weiter, aber eben langsamer.

Können Sie abschätzen, welcher Prozentsatz vorzugsberechtigter Inhaber auf diesem Weg erreicht werden kann?

Die Monopolverwaltung und das Bundesgremium der Trafikanten haben als Ziel eine Quote von 62 Prozent bis 2030 definiert.

Ist die Reform der §31-Übernahme damit vom Tisch?

Ja, die ist vom Tisch. Mit den genannten 62 Prozent haben wir eine gute gemeinsame Zielsetzung, die aber Zeit brauchen wird.

Auf dem Kärntner Trafikantentag haben Sie sowohl die Industrie für nicht ausreichende Preiserhöhungen als auch das Bundesgremium für überzogene Forderungen hinsichtlich der Handelsspanne kritisiert.

Alle Industrievertreter geben an, dass der Markt Preissteigerungen von 20 Cent pro Jahr verträgt. Hätte es heuer die +20 Cent gegeben, so hätten Trafikanten und Industrie mehr als drei Prozent dazuverdient – die Spanne wäre von 55 auf 57 Cent gestiegen. Über das Jahr lag die Preiserhöhung aber nur bei geschätzten elf Cent, die Handelsspanne der Trafikanten ist also um rund 0,4 Cent gesunken. Das wird seitens der Trafikanten zu Recht kritisiert.

Meine Kritik an der Wirtschaftskammer ist aber ebenso logisch: Eine Anhebung der Mindesthandelsspanne (MHS) von 49 auf 61 Cent pro Packung wäre völlig überzogen. Die aus dem Modell des Bundesgremiums zu erwartenden Preisanstiege haben die Politik verschreckt – das wollen sie den Rauchern nicht verkaufen müssen.

Die Mindesthandelsspanne ist aber prinzipiell das richtige Instrument, um die Trafikanten abzusichern. Im kommenden „Trafikanten-Paket“ plädiere ich für ein mehrjähriges betragliches (nicht prozentuelles!) Anbinden der MHS angepasst an die  Tabaksteuererhöhungen künftiger Steuerpakete. Damit schafft man Planbarkeit für die Industrie und sichert die Spannen für die Trafikanten ab.

 

Das vollständige Interview  finden Sie ab 16. Dezember 2016 in der gedruckten Ausgabe der Trafikantenzeitung.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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