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Der Kärntner Landesgremialobmann Harald Pichler forderte Lösungen für die Probleme seines Bundeslandes aus Wien.

Tag der Kärntner Tabaktrafikanten

17.08.2018

Für Sonntag, den 12. August, hatte das Kärntner Landes­gremium einmal mehr nach Pörtschach zum Fach­gruppentag an den Wörthersee geladen.

Wie schon in Wien diskutierten "Heimat"-Produzent Roger Koch, Andreas Schiefer, Gartenbauprofi Herneth, LGO-Stellvertreter Streißnig und Magu-Geschäftsführer Juri Scotland zum Thema Hanf.
Auf dem historischen Dampfschiff Thalia klang die Tagung bei Buffet und zahllosen Gesprächen aus.

Ab 9.00 Uhr war die kleine Messe geöffnet, zu der diesmal neben den üblichen Vertretern von Tabak, Nebenartikeln, Kassenanbietern und Shopausstattern auch Kaffeeanbieter wie Melitta und Café Emilio als Aussteller angereist waren. 
Zu Mittag begann das offizielle Programm mit der Eröffnung durch Landesgremialobmann-Stellvertreter Wolfgang Streißnig. Obmann Harald Pichler begann mit einem Resümee, das recht negativ klang und in dem er Lösungen für die Probleme der kleinen Landtrafiken - speziell in strukturschwachen Seitentälern - aus Wien forderte.

Referat der MVG

Der Monopolchef lieferte eine Erklärung für den momentanen Stillstand bei der Einführung von Hanf als Trafikprodukt: „Wir stehen auf dem Standpunkt, dass alles Rauchbare auch ein Monopolprodukt sein muss. Damit würde auch legaler Hanf den gleichen Regeln unterliegen, die für Tabakprodukte gelten. Also unter anderem eine Anmeldung beim Finanzministerium. Das haben zahlreiche Großhändler gemacht – die Bearbeitung ist dort aber noch im Laufen. Die Politik ist sich der hohen Sensibilität des Themas bewusst und überlegt sehr genau, wie sie hier vorgeht. Inzwischen verkaufen zahlreiche Hanfshops die Blüten als ‚Aromaprodukte‘, obwohl jeder weiß, dass sie geraucht werden. Leider wird das von der Politik zugelassen. Wir sehen das sehr kritisch und überlegen unsere Strategie zu ändern: Wir überlegen, Hanf im Nebenartikelkatalog aufzunehmen, auch wenn die Trafiken dann nicht exklusiv damit handeln. Aber besser so als gar nicht.“
Auf jeden Fall setze eine Ausweitung des Trafik-Angebotes auf weitere sensible Genussprodukte die Einhaltung der gesundheitspolitischen Ziele, allen voran des Jugendschutzes, voraus. Und hier sah Hofer einen positiven Trend: „2017 haben beim Mystery Shopping nur 54 Prozent aller Trafiken die Jugendlichen nach einem Ausweis gefragt – das war desaströs. Bei den Fachgeschäften waren es 62 Prozent. Heuer lag die Kontrollquote schon bei 74 Prozent, bei Fachgeschäften sogar bei 78 %. 

Überraschendes Voting

Rund um das nur kurz angesprochene Thema „Coffee to go“ wurde im Rahmen der Podiumsdiskussion spontan in den Saal gefragt, wer denn Kaffee in seiner Trafik anbieten will. Nur einige wenige Hände gingen hoch, ein paar mehr wollten sich die Geschäftsentwicklung bei Kollegen ansehen und später für sich entscheiden.
Dann wurde nach dem Interesse am Hanfverkauf gefragt und kaum eine Hand im Saal blieb unten. Offenbar wird im mehrheitlich ländlichen Kärnten der Kaffee nicht wirklich als interessantes Produkt gesehen, während legale Hanf­produkte als potenzielle Umsatzbringer eingeschätzt werden.

Die Zukunft der Trafik

Während die Diskutanten auch in Zukunft die Wichtigkeit des Tabaks als Grundsäule betonten und die Verzögerung bei der Einführung von heat-not-burn-Produkten beklagten nutzte Landesgremialobmann Pichler das Thema dann erneut für einen seiner Angriffe: „Alle reden vom Strukturwandel, aber es passiert nix. Das Geld des aktuellen Fonds wird falsch ausgegeben. Förderungen für Behindertenbeschäftigung sind Sache von AMS und Sozialpolitik, für barrierefreie Umbauten wäre das Bundessozialamt zuständig. Für eine ländliche Strukturreform gibt es aber seit Jahren keine Ideen, obwohl das Geld da wäre. Hier sollten in Wien einmal ein paar Köpfe rollen!“ 
Nur spannend, dass Pichler es einmal mehr schuldig blieb, selbst auch nur eine Idee oder einen Lösungsansatz vorzu­stellen.

Nach Pichlers zweimaligen Anwürfen und einer Replik von Andreas Schiefer beruhigten sich die Diskutanten bei der abschließenden Seerundfahrt des historischen Dampfers „Thalia“ beim Buffet – mit vollem Mund kann man ja auch schlecht streiten …

 

Den vollständigen Artikel finden Sie ab 24. August in der druckfrischen Printausgabe der Trafikantenzeitung.

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